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Finanzen Unterstützung aus dem Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm: Der historische jüdische Friedhof an der Ilandkoppel wird ab Mitte 2021 umfassend saniert

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Unterstützung aus dem Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm: Der historische jüdische Friedhof an der Ilandkoppel wird ab Mitte 2021 umfassend saniert

Investitionen in den Denkmalschutz und das historische Erbe der Stadt: Im kommenden Jahr kann die umfangreiche Sanierung und Restaurierung der Trauerhalle und der Außenanlage beginnen. Der Senat unterstützt dieses Projekt und hat dafür im Rahmen des angesichts der Corona-Krise entwickelten Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramms (HWSP) für den nächsten Doppelhaushalt 2021/2022 insgesamt 1,5 Millionen Euro reserviert. Die Gesamtkosten aller Maßnahmen belaufen sich auf rund 4,9 Millionen Euro, an denen sich der Bund entsprechend beteiligt. Finanzsenator Dr. Andreas Dressel und Bezirksamtsleiter Nord Michael Werner-Boelz haben sich gemeinsam mit Mika Harari, Vorsitzende der Chewra Kadischa Hamburg und Friedhofsreferentin der Jüdischen Gemeinde, bei einem Vor-Ort-Termin über das Projekt informiert.

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Es ist dem Senat ein besonderes Anliegen, das historische Erbe des jüdischen Friedhofes an der Ilandkoppel zu bewahren und denkmalgerecht zu sanieren. Neben dem herausragenden Projekt der Bornplatz-Synagoge ist der Erhalt des jüdischen Friedhofs von ganz besonderer Wichtigkeit für die Entwicklung eines vielfältigen jüdischen Lebens in Hamburg. Insofern freue ich mich, dass wir mit unserem Wirtschaftsstabilisierungsprogram, der gesamtstädtisch relevante Maßnahmen ebenso wie Projekte in den Bezirken und Stadtteilen unterstützt, einen Beitrag für dieses wichtige Vorhaben leisten können – eine zukunftssichernde Investition in den Denkmalschutz und die Umgestaltung der Gesamtanlage.“

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Jüdische Friedhof Ilandkoppel ist ein besonders anschauliches und guterhaltenes stadtgeschichtliches Zeugnis jüdischer Begräbniskultur. Sein Erhalt ist somit auch ein wichtiges Zeichen für die Sichtbarkeit des jüdischen Lebens in Hamburg. Mit der umfangreichen und denkmalgerechten Sanierung kann dieses herausragende Denkmal für künftige Generationen gesichert werden. Bund und Stadt Hamburg tragen hier einmal mehr gemeinsam zum Erhalt eines wichtigen Denkmals und eines Ortes des Erinnerns bei.“

Bezirksamtsleiter Nord Michael Werner-Boelz: „Der historische jüdische Friedhof ist eine der wenigen jüdischen Religionsstätten aus dem 19. Jahrhundert Norddeutschlands, die noch heute genutzt wird und fast im Originalzustand erhalten ist. Damit das auch in Zukunft so bleibt, freue ich mich sehr, dass mit dem Zuschuss über das HWSP der Friedhof saniert und so weit wie möglich in seiner Ursprungsform wiederhergestellt werden kann.“

Mika Harari, Vorsitzende der Chewra Kadischa Hamburg und Friedhofsreferentin der Jüdischen Gemeinde: „Die Chewra Kadischa Hamburg freut sich sehr, dass der Bund und die Freie und Hansestadt Hamburg bzw. der Bezirk Nord 4,89 Mio. EUR in den nächsten vier Jahren für die Sanierung des Jüdischen Friedhof Ilandkoppel bereitstellen. Die wenigsten Hamburger wissen, welchen Kulturschatz sie da direkt vor ihrer Haustür haben. Unser gemeinsames Ziel wird es sein, den Friedhof noch bekannter zu machen, ihn zu einem Ort der Begegnung und des Gedenkens zu machen und die wertvolle historische Bausubstanz und die Denkmale für nachfolgende Generationen zu erhalten. Dazu wird auch die notwendige Erweiterung des Friedhofes dienen. Mein besonderer Dank gilt dem Finanzsenator Dr. Andreas Dressel, der sich in Hamburg für dieses Projekt und die Erweiterung des Friedhofes einsetzt.“

Dringender Handlungsbedarf besteht unter anderem bei der 1883 erbauten Trauerhalle. Die starken Regenfälle der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die vorhandene Kuppelkonstruktion sowie das Regenentwässerungssystem diese nicht mehr bewältigen können. Die Mauern sind stark durchfeuchtet und schon jetzt zeigen sich Schäden an der Fassade sowie im Inneren der Trauerhalle. Dort sollen im Juli 2021 die Bauarbeiten beginnen: Die Trauerhalle bekommt ein neues Entwässerungskonzept sowie neue Wasserrohre. Auch die Heizung muss erneuert werden. Mittel- bis langfristig soll die Friedhofssynagoge wiederhergestellt, die Digitalisierung des Friedhofs vorangetrieben sowie ein Informationscenter gebaut werden. Auch die Außenanlage soll umfassend umgestaltet und wieder stärker dem religiösen Nutzungskonzept angepasst werden. Dazu gehört, das historische Raumkonzept wieder herzustellen sowie die Bäume und Parkanlage besser zu schützen. Die Fertigstellung ist für Mitte 2023 geplant.

Der jüdische Friedhof und die zukunftssichernden Sanierungsmaßnahmen

Der jüdische Friedhof an der Ilandkoppel wurde im Jahre 1883 eröffnet und ist seit dieser Zeit mit Ausnahme der Jahre 1943-1945 in Betrieb. Die zum jüdischen Friedhof gehörende Trauerhalle in Hamburg-Ohlsdorf wurde 1883-84 von dem Architekten Friedrich Wilhelm August Pieper im neoromanischen Stil erbaut. Die jetzt anstehende und notwendige Sanierung beginnt mit kurzfristigen Maßnahmen zur Rettung der Trauerhalle. Langfristig ist ein umfassendes Konzept für das Gebäude erforderlich, um diese Schädigungen durch Witterungseinflüsse grundsätzlich zu vermeiden und um die jetzt noch erhaltene Originalsubstanz von 1884 zu restaurieren bzw. wieder sichtbar zu machen. Der jüdische Friedhof soll zudem um Flächen des Ohlsdorfer Friedhofs erweitert und damit dessen zukünftiger Fortbestand sichergestellt werden.

Das Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm (HWSP)

Mit dem HWSP sollen in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt rund 900 Mio. Euro in diverse kurzfristig wirksame bzw. vorgezogene städtische Maßnahmen gelenkt werden, um einen Beitrag dazu leisten, dass insbesondere die Hamburger Wirtschaft durch verlässliche und verstärkte staatliche Investitionstätigkeit aus der Corona-Krise kommt. Im Mittelpunkt des Programms stehen insbesondere die wichtigen Zukunftsthemen Klimaschutz, Mobilitätswende, Digitalisierung, Forschung, Bildung und Innovation. Die Mittel sollen dabei insbesondere für konjunkturell wirksame Maßnahmen der Sanierung und des Ausbaus der städtischen Infrastruktur (z. B. in Schulen, Hochschulen, im Sport oder den Bezirken), für IT- und Digitalisierungsprojekte, für Klimaschutzmaßnahmen sowie für Förderungen in den Bereichen Gesundheit und Arbeitsmarkt, aber auch Kultur und Tourismus eingesetzt werden. Dabei stehen sowohl gesamtstädtisch relevante Maßnahmen als auch Projekte in den Bezirken und Stadtteilen im Fokus, da gezielte Konjunkturimpulse auch vor Ort in den Stadtteilen wirksam werden sollen. Insbesondere die Ko-Finanzierung von aktuellen, ebenfalls der Krisenbewältigung dienenden Bundesprogrammen soll durch das Wirtschaftsstabilisierungsprogramm sichergestellt werden.

 

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