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Wirtschaft Zwei Jahre Bündnis für die Industrie der Zukunft

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Industriekoordinator präsentiert Bericht, Hamburg plant Demonstrationszentrum für Sektorenkopplung

​​​​​​​Zwei Jahre nach Gründung des „Bündnis für die Industrie der Zukunft“ wurde heute der Bericht „Industriemetropole Hamburg“ vorgestellt. Auf Einladung des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher trafen sich Vertreterinnen und Vertreter des Industrieverbands Hamburg (IVH) sowie von Hamburger Industrieunternehmen zu einem Spitzengespräch im Rathaus. Durch die Zusammenarbeit zwischen Senat und IVH im „Bündnis für die Industrie der Zukunft“ sollen die Rahmenbedingungen für die Industrie in Hamburg verbessert, die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie gestärkt und die technologische Entwicklung der Industrie zu einer klimafreundlichen Produktion gefördert werden

Bündnis für die Industrie

Zwei Jahre Bündnis für die Industrie der Zukunft

Hamburg ist gemessen an der Bruttowertschöpfung die größte Industriestadt Deutschlands und einer der wichtigsten Industriestandorte Europas. Neben ihrem bedeutenden Beitrag zu Beschäftigung und Wertschöpfung in der Metropolregion sind die Hamburger Industriebetriebe ein wichtiger Partner für die Energiewende und den Klimaschutz.

In seinem Bericht „Industriemetropole Hamburg“ stellte Hamburgs Industriekoordinator Andreas Rieckhoff, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Innovation, eine Bestandsaufnahme der Hamburger Industrie sowie der wichtigsten Felder der Industriepolitik des Senats vor. Fortschritte seit der Gründung des „Bündnis für die Industrie der Zukunft“ konnten unter anderem beim Abbau von Investitionshemmnissen erzielt werden. So wurde die Möglichkeit für Vorantragskonferenzen geschaffen, um Antragsteller vor Beginn behördlicher Genehmigungsverfahren besser vorzubereiten und zu unterstützen. Darüber hinaus entwickelt die Stadt in einem Pilotprojekt ein digitales Track&Trace-Verfahren, mit dem Unternehmen den aktuellen Stand von Genehmigungsverfahrens einsehen können. Um das Nebeneinander von Wohnen, Arbeiten und Produktion zu verbessern, übernimmt der Industriekoordinator eine Mittlerrolle. Seit der Gründung des Bündnisses wurden dadurch zum Beispiel gute Lösungen bei der Entwicklung von Flächen für Industrienutzungen in Wilhelmsburg, Finkenwerder, Harburg und Billbrook gefunden.

Um den Markthochlauf klimafreundlicher Technologien in der Industrie zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit Hamburger Unternehmen zu stärken, ist die Vernetzung mit Wissenschaft und Forschung von grundlegender Bedeutung. Beispielhaft steht hierfür das Norddeutsche Reallabor, das vor zwei Wochen gestartet ist und mit zahlreichen Pilotprojekten die Nutzung von Wasserstofftechnologien in industriellem Maßstab realisiert. Ein großer Erfolg dabei ist die Planung eines Demonstrationszentrums zur Sektorkopplung. Am Energie-Campus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg in Bergedorf soll ein neues Forschungsgebäude für rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entstehen. Im Mittelpunkt des Demonstrationszentrums stehen die Erprobung und die Präsentation von innovativen Wasserstofftechnologien in unterschiedlichen Nutzungsformen und in enger Partnerschaft mit Industrieunternehmen aus der Metropolregion. Darüber hinaus bekommt mit dem neuen Gebäude am Energiecampus Bergedorf auch das Fraunhofer Institut für Windenergiesysteme IWES eine weitere Forschungsstätte. Dort werden neben dem bereits bestehenden Prüfstand für Blattlager von Windenergieanlagen zukünftig die Forschungskompetenzen im Bereich der Wasserstoff-Erzeugung und -Verwendung gebündelt.

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Der weltweite Klimaschutz verlangt eine weitgehende Dekarbonisierung der industriellen Produktion. Der hierfür erforderliche Transformationsprozess ist wirtschaftlich und technologisch anspruchsvoll. Nur starke Unternehmen können die damit zusammenhängenden Investitionen leisten. Im ‚Bündnis für die Industrie der Zukunft‘ arbeiten Senat und Industrie Hand in Hand, um die Rahmenbedingungen für Industriebetriebe in Hamburg zu verbessern, sie bei der Einführung klimafreundlicher Technologien zu unterstützen und ihnen Rückhalt zu geben im internationalen Wettbewerb. Moderne Industrieunternehmen leisten einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Sie schaffen Wohlstand, Wachstum und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Mit dem Demonstrationszentrum für Sektorenkopplung am Energie-Campus der HAW in Bergedorf entsteht in Hamburg ein wichtiges Institut für nachhaltige Technologien und Produktionsprozesse. Die gute Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Forschung und Entwicklung ist ein Vorbild für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in Deutschland.“

Matthias Boxberger, Vorsitzender des Industrieverbands Hamburg (IVH): „Nur mit einer starken Industrie in Hamburg werden wir den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Coronakrise wieder starten können. Zwei Jahre nach Beginn des Bündnisses konnten trotz der Pandemie wichtige Weichen für die Zukunft unserer Industrie und der 120.000 industriellen Arbeitsplätze in Hamburg gestellt werden. Es ist wichtig für uns, dass der Erste Bürgermeister die Bedeutung und Leistungen der Industrie für Wachstum und Klimaschutz anerkennt und unterstützt. Daher begrüßen wir es, dass die gewünschte Vorantragskonferenz bereits eingeführt und das erste Mal für alle Seiten erfolgreich stattgefunden hat. Ebenso wird das Thema Track & Trace bei Genehmigungsverfahren derzeit intensiv von der Senatskanzlei vorangetrieben und mehr Funktionen beinhalten als ursprünglich gewünscht. Diese Maßnahmen tragen deutlich zu einer Beseitigung von Investitionshemmnissen bei und sind wichtige Voraussetzung für zügige und nachhaltigkeitsorientierte Industrieentwicklung in der Hansestadt.“

Industriekoordinator Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Innovation: „Hamburg ist Industriestadt. Die Industrie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung in dieser Stadt – das sichert Jobs und trägt zum Wohlergehen der Menschen bei. Die Bedeutung der Industrie und ihre Rolle für die Zukunft zeigen sich gerade in diesen Zeiten, in denen das Bewusstsein für den Klimaschutz enorm gestiegen ist. Wer Klimaschutz und Wohlstand will, kommt an der Industrie nicht vorbei. Deshalb liegt mir der enge Austausch zwischen Politik und Industrie so sehr am Herzen. Das gibt uns die Möglichkeit, gemeinsame Ziele zu stecken und sie konsequent umzusetzen. Durch unser Bündnis können wir schnell auf Veränderungen und aktuelle Anforderungen reagieren. Ich freue mich auf die weitere enge Zusammenarbeit.“

Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank: „Das Demonstrationszentrum Sektorenkopplung ist ein wichtiger neuer Baustein zum Ausbau des Energieforschungscampus Bergedorf und ein wegweisender Schritt, um unsere Industrie innovativ und zukunftssicher aufzustellen. Wir freuen uns sehr, dass die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Wasserstoff-Aktivitäten in Norddeutschland ausbauen und konzentrieren wird, um gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg einen wegweisenden quartiersbezogenen Laboransatz in Bergedorf weiter zu stärken. In enger Zusammenarbeit zwischen HAW Hamburg, der Fraunhofer Gesellschaft und der Hamburger Wirtschaft sollen am Demonstrationszentrum zukünftig modellhaft Technologien in den Bereichen innovativer Klimaschutz, Sektorenkopplung und Wasserstoff entwickelt und getestet werden. Damit leisten Wissenschaft und Wirtschaft im gemeinsamen Schulterschluss, einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Deutschland.“

Umweltsenator Jens Kerstan: „Um die Klimaziele zu erreichen, wollen wir, dass die Hamburger Industrie fossilfrei und gleichzeitig konkurrenzfähig produzieren kann. Das ist eine große, aber machbare Aufgabe. Dafür, aber auch an anderer Stelle, werden wir grünen Wasserstoff in großen Mengen brauchen und Energien aus verschiedenen Quellen und Sektoren intelligent miteinander verknüpfen und verteilen. Die öffentlichen Unternehmen mit Ihrer Expertise bei Infrastruktur, Leitungen und Erneuerbaren Energien sind entscheidende Player für den Erfolg beim Klimaschutz. Das Demonstrationszentrum an der HAW wird uns helfen, Hamburg zu einem Vorreiter für Wasserstoff, Grüne Energie und klimafreundliche Wärme zu machen. Deshalb unterstützt die Umweltbehörde dieses Projekt in Millionenhöhe. Ich freue mich, dass hier bereits mit EU-Fördermitteln der Betrieb zur Beimengung von Wasserstoff für die Energiezentrale am Schilfpark erprobt wird. Ein Elektrolyseur soll darüber hinaus künftig grünen Wasserstoff erzeugen, der dann über das Gasnetz zur Nahwärme- und Stromproduktion mit bis zu 30 Prozent Beimischung eingesetzt werden kann. Hier wird erprobt, wie wir das Netz für höhere Wasserstoffanteile ertüchtigen und so den Erdgasverbrauch deutlich reduzieren können und die Klimabilanz verbessern. Solche Referenzprojekte haben Vorbildcharakter.“

Hintergrund

Das „Bündnis für die Industrie der Zukunft“ wurde am 29. April 2019 von Hamburgs Ersten Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Industrieverbands Hamburg (IVH), Matthias Boxberger, ins Leben gerufen. Nach einer halbjährigen Erarbeitungsphase hat das Bündnis im November 2019 mit konkreten Projekten und Maßnahmen die Arbeit aufgenommen. Als zentraler Ansprechpartner im Dialog von Industrie und Verwaltung in Hamburg (Industriekoordinator) bringt der Staatsrat der Behörde für Wirtschaft und Innovation die Belange der Industrieunternehmen in die gesamtstädtische Entwicklung ein.

Der Bericht „Industriemetropole Hamburg“ ist abrufbar unter:

https://www.hamburg.de/bwi/industriebuendnis

Rückfragen der Medien

Pressestelle des Senats
Telefon: 040 42831 2242
E-Mail: pressestelle@sk.hamburg.de  

Behörde für Wirtschaft und Innovation
Christian Füldner | Pressestelle
Telefon: 040 42841 1326
E-Mail: pressestelle@bwi.hamburg.de  
Twitter: @HH_BWI / Instagram: @hh_bwi

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