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Verleihung im Rathaus Children for Tomorrow gewinnt Hamburger Stiftungspreis

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Das Projekt "HonigHelden! – Kinder für morgen stark machen" der Stiftung Children for Tomorrow darf sich über ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro freuen. Die Jury lobte das Projekt für dessen Innovation. Es erreicht Kinder mit Fluchthintergrund, die sonst durch das Versorgungssystem fallen würden. Den zweiten Preis, der mit 3.000 Euro dotiert ist, erhält die Stiftung Kinderlotse mit dem Projekt "Soziale Nachhaltigkeit braucht soziale Chancen". Der dritte Platz und damit 2.000 Euro Preisgeld gehen an das Institut für die Geschichte der deutschen Juden.

Verleihung des Hamburger Stiftungspreises 2021 an Children for Tomorrow

Children for Tomorrow gewinnt Hamburger Stiftungspreis

Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher: "Das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für das Gemeinwohl hat in Hamburg eine lange Tradition. Mit mehr als 1.400 Stiftungen sind wir die Stiftungshauptstadt in Deutschland. Stiftungen fördern kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen, den Sport und den Denkmalschutz. Sie setzen sich ein für Bildung und Teilhabe und wirken daran mit, dass junge Menschen eine gute Perspektive für ihr Leben erhalten. Die Stiftung Children for Tomorrow unterstützt Grundschulkinder mit Fluchterfahrungen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Sie gibt ihnen Halt für einen guten Start in ein neues Leben. Für dieses wichtige Engagement bedanke ich mich sehr herzlich und gratuliere Children for Tomorrow zum Hamburger Stiftungspreis 2021. Ebenso gratuliere ich der Stiftung Kinderlotse sowie dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft."

Justizsenatorin Anna Gallina: "Hamburg hat eine lebendige und vielfältige Stiftungslandschaft. Mehrere Projekte und Stiftungen standen zur Wahl, die sich in ihren Bereichen mit viel Engagement und Leidenschaft für die gute Sache einsetzen. Kinder und Jugendliche hatten und haben es in der Corona-Pandemie besonders schwer. Das Kuratorium wählte deshalb in diesem Jahr drei Stiftungen aus, die in unterschiedlicher Ausrichtung die Jüngeren und Jüngsten im Blick haben. Children for Tomorrow kümmert sich dabei um die Verwundbarsten unserer Gesellschaft: traumatisierte Kinder, die sonst von Hilfe ausgeschlossen wären. Das ist ein gelungenes Beispiel für praktisches und nachhaltiges idealistisches Ehrenamt."

Dr. Malte Passarge, Vorstand der Gesellschaft Harmonie 1789 e.V.: "Die Preisträger vereint ein hoher hanseatischer Wert, der Bürgersinn. Wer Hilfe braucht, den lässt man nicht zurück. Es zeigt sich in jeder Krise, dass starke Bürger ihren bedürftigen Mitbürgern helfen, und zwar gern und mit Hingabe. Die Preisträger werden geehrt für den Mut, auf ihre Visionen gehört zu haben und das Glück, ihre Visionen – oft auch gegen Widerstände – umgesetzt zu haben. In diesem Sinne ist die Verleihung des Stiftungspreises eine Feier des bürgerlichen Engagements, des bürgerlichen Selbstverständnisses und des bürgerlichen Stolzes darüber, was eine freiheitliche, demokratische und pluralistische Gesellschaft zu leisten fähig ist."

Vorstellung der Preisträger:innen 2021

1. Platz: Children for Tomorrow (10.000 Euro) – Projekt: "HonigHelden! – Kinder für morgen stark machen"
Die Stiftung Children for Tomorrow wurde 1998 von Steffi Graf gegründet. Sie unterstützt seit mehr als 20 Jahren Kinder und Jugendliche, die in ihren Heimatländern Opfer von Krieg, Verfolgung und organisierter Gewalt geworden sind. Ziel des Projekts ist es, Grundschulkindern mit Fluchthintergrund stabilisierende und präventive Hilfe zu bieten und im Bedarfsfall auch therapeutische Einzelhilfe direkt vor Ort in den Grundschulen zu leisten. Durch das Hilfsangebot an der Schule sinkt die Hemmschwelle der Inanspruchnahme. Die Stiftung will mit dem Projekt expandieren und Kooperationen mit niedergelassenen Psychotherapeut:innen im gesamten Stadtgebiet erreichen.

https://www.children-for-tomorrow.com/honighelden/

2. Platz: Stiftung Kinderlotse (3.000 Euro) – Projekt: "Soziale Nachhaltigkeit braucht soziale Chancen"
Die Stiftung wurde 2019 vom Verein Kinderlotse gegründet, der seine Vermögenswerte auf diese übertragen hat. Gründungsmitglieder des Vereins im Jahr 2007 waren Ärzt:innen, Pflegekräfte und Mitglieder von Elterninitiativen aus dem UKE. Die Stiftung betreibt über eine gemeinnützige GmbH einen Inklusionskindergarten (Kita-RAPSI), in dem schwer erkrankte Kinder betreut werden, die keinen Kita-Platz in regulären Einrichtungen bekommen würden. Die Kita bietet den Eltern damit eine zeitweise Versorgung der Kinder (1x pro Woche) unter Gleichaltrigen zur Entlastung und Förderung. Es handelt sich um Familien, die aufgrund des Alters des Kindes (unterhalb der Schulpflicht) und der Schwere der Behinderung kaum Angebote der Unterstützung finden.

https://kinderlotse.org

3. Platz: Institut für die Geschichte der deutschen Juden (2.000 Euro) – Projekt: "Geschichtomat"
Die 1972 anerkannte Stiftung wurde von der Freien und Hansestadt Hamburg errichtet. Im Rahmen ihres Stiftungszwecks, der Förderung von Wissenschaft und Forschung durch die Erforschung der deutsch-jüdischen Geschichte und die Fortbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf diesem Gebiet, hat die Stiftung das Projekt "Geschichtomat – Entdecke deine jüdische Nachbarschaft" 2013 ins Leben gerufen. Das Projekt soll Jugendlichen jüdische Geschichte und Kultur jenseits der Geschichte des Holocaust vermitteln und so antisemitischen Ressentiments vorbeugen. Im Rahmen von Projektwochen gehen Jugendliche in ihrem Stadtteil auf Spurensuche und beschäftigten sich mit Personen, Orten oder Ereignissen. Die Ergebnisse der Spurensuche halten die Jugendlichen in kurzen Videoclips fest, die im Internet auf der Geschichtomat-Website abrufbar sind. So entsteht ein umfangreicher digitaler Stadtplan zur gegenwärtigen und vergangenen jüdischen Geschichte aus der Perspektive von Jugendlichen.

https://www.geschichtomat.de/

Hintergrund

Der Hamburger Stiftungspreis wurde im Jahr 2006 von der damaligen Justizbehörde und der Gesellschaft Harmonie von 1789 e.V. ins Leben gerufen. Das Kuratorium bilden die Justizsenatorin, die für Stiftungsangelegenheiten zuständige Abteilungsleiterin, zwei Mitglieder der Gesellschaft Harmonie von 1789 e.V., eine im Stiftungswesen sachkundige Person und eine Person des öffentlichen Lebens, in diesem Jahr die Hamburgerin Zamarin Wahdat. Die deutsch-afghanische Kamerafrau und Regisseurin gewann beim Sundance Film Festival den Preis für den besten internationalen Kurzfilm und den Oscar als Bester Dokumentar-Kurzfilm. 2021 haben sich 37 Projekte und Stiftungen um den Preis beworben. Der Hamburger Stiftungspreis ist insgesamt mit 15.000 Euro dotiert und ehrt alle zwei Jahre in Hamburg ansässige Stiftungen, die zum Wohl der Gesellschaft beitragen und sich um Belange des Gemeinwohls verdient machen.

Stiftungshochburg Hamburg

Kein anderes Bundesland hat so viele Stiftungen pro Einwohner wie Hamburg. Die Gründung der ältesten Stiftung Hamburgs liegt fast 800 Jahre zurück. Heute sind etwa 1460 Stiftungen in Hamburg ansässig und jährlich kommen neue hinzu: 2020 wurden 19 neue Stiftungen anerkannt, davon 17 gemeinnützige, die rund 32 Millionen Euro zum Hamburger Stiftungsvermögen beigetragen haben. Das Gesamtvermögen der Hamburger Stiftungen liegt bei mehr als 10 Milliarden Euro. Die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz ist in Hamburg zentral für die rechtliche Anerkennung der Stiftungen zuständig, die bei gemeinnützigen Stiftungen gebührenfrei ist. Das Referat für Stiftungsangelegenheiten unterstützt die Stifter:innen mit Informationen und persönlicher unentgeltlicher Beratung während des Gründungsverfahrens und im laufenden Betrieb der Stiftung.


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