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Förderperiode 2021-2027 Hamburg investiert europäische Fördermittel in Energieunabhängigkeit

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Hamburg erhält für die Förderperiode 2021-2027 rund 65 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, kurz EFRE. Zusammen mit REACT-EU-Fördermitteln in Höhe von rund 32 Mio. Euro stehen Hamburg nun bis 2027 fast 100 Mio. Euro zur Verfügung.

Hamburg investiert europäische Fördermittel in Energieunabhängigkeit

Wirtschaftssenator Michael Westhagemann: „Wir investieren die EFRE-Mittel, um den zentralen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen. Ein wesentlicher Schwerpunkt des Förderprogramms 2021-2027 ist die Abkehr von fossilen Energieträgern. Sie hat nun nicht mehr nur das Ziel, den Klimawandel zu begrenzen. Sie dient auch der Energieunabhängigkeit angesichts russischer Geopolitik“.

Kennzeichnend für das Förderprogramm 2021-2027 ist die Verzahnung von Digitalisierung, Innovation und Klimaschutz. So trägt nicht nur die kluge Nutzung digitaler Technologien z.B. in der Logistikbranche und im Gebäudesektor dazu bei, den Verbrauch fossiler Energieträger zu senken. Auch hochinnovative Technologien, die auf den Ersatz fossiler Energie zielen, werden gefördert. Zentrale Vorhaben sind das Wasserstoffprojekt „Demonstrationszentrum Sektorkopplung“ und das Energieeffizienzvorhaben „Intelligente Gebäudeautomation in Schulen“. Daneben werden bewährte Instrumente fortgesetzt wie der insbesondere auf kleine und mittlere Unternehmen zielende Innovationsfonds PROFI Transfer Plus, die Startup-Förderung über den Innovationsstarterfonds und der Cross Innovation Hub, bei dem Kreativwirtschaft und klassische Wirtschaft miteinander vernetzt werden. Maßgeblich bei der Programmentwicklung war die Verknüpfung der Ziele der neuen Hamburger Regionalen Innovationsstrategie III und des Hamburger Klimaplans mit dem europäischen Green Deal. Die EFRE-Fördermittel werden durch öffentliche oder private Mittel ergänzt, so dass insgesamt ein Investitionsvolumen von über 160 Mio. Euro zur Verfügung steht.

Ergänzt wird dieses noch bis 2023 durch Fördermittel aus REACT-EU, einer europäischen Initiative zur Bewältigung der Pandemiefolgen. Hier liegt der Schwerpunkt auf Investitionen in den Bereichen Life Sciences und Digitalisierung. Beispielhaft stehen dafür das Vorhaben INTERFACER, mit dem innovative Lösungen für die urbane Kreislaufwirtschaft forciert werden, und die Entwicklung einer KI-basierten Plattform zur beschleunigten Entwicklung von Medikamenten und personalisierten Krebstherapien.

Zentrale Vorhaben der neuen Förderperiode sind das „Demonstrationszentrum Sektorkopplung“ und die „Intelligente Gebäudeautomation in Schulen“. Beide Vorhaben haben die Reduzierung fossilen Energieeinsatzes zum Ziel.

Das Demonstrationszentrum Sektorkopplung ist eingebettet in das Großprojekt Norddeutsches Reallabor. Konkret geht es um die Errichtung eines neuen Forschungsgebäudes, das speziell auf die Erforschung der Systemintegration von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien ausgerichtet ist. Das Demonstrationszentrum wird ein Impulsgeber für exzellente Forschung mit raschem Wissenstransfer zu Industriepartnern sein. Es wird auch einen Modellraum für Besuchende geben. Die Gesamtkosten des Projekts sind derzeit mit ca. 15 Mio. EUR veranschlagt; hiervon stammen knapp 6 Mio. EUR aus dem EFRE. Ein Realisierungszeitpunkt kann aktuell noch nicht angegeben werden.

Das Vorhaben Intelligente Gebäudeautomation in Schulen hat das Ziel, durch digital gesteuerte Beheizung, Warmwasserbereitstellung und Raumbelüftung den Energieverbrauch der Gebäude zu reduzieren. Maßgeblich ist bei diesem Ansatz die Orientierung an Wetterdaten, wie z.B. Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit, und der tatsächlichen Nutzung des Gebäudes. Ziel ist es, mehr als 10.000 t CO2 pro Jahr einzusparen. Aus dem EFRE werden für Maßnahmen, die primär der Energieeinsparung dienen, insgesamt 20 Mio. EUR bereitgestellt. Hiervon wird der wesentliche Teil in die Intelligente Gebäudeautomation in Schulen fließen, ein kleinerer Teil in weitere Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz wie die Förderung der technischen Gebäudeausrüstung oder die Nutzung von erneuerbaren Energien.

Ein kleineres Vorhaben, dass beispielhaft für die städtische Innovationskultur Hamburgs steht, ist der Cross Innovation Hub. In verschiedenen Formaten, von kurzfristigen Tischgesprächen bis hin zu mehrmonatigen Teamarbeiten, öffnen sich Unternehmen verschiedener Branchen, um gemeinsam mit Expertinnen und Experten der Kreativwirtschaft an Ideen für innovative Produkte, Services oder Prozesse zu arbeiten. Das Vorhaben hat sich bereits in der Förderperiode 2014-2020 bewährt und wird in vergleichbarer Form fortgesetzt; aus dem EFRE ist eine Finanzierung von rd. 2 Mio. EUR vorgesehen.

Im Rahmen von REACT-EU investiert die Stadt z.B. im Vorhaben INTERFACER in sogenannte FabLabs. Dabei geht es um verteilte Produktion in einer urbanen Kreislaufwirtschaft nach dem Fab(rication) City-Konzept. In den FabLabs kommen autonome Akteure problem- und bedarfsorientiert zusammen, um in einem wenig formalisierten Prozess ein Produkt zu erstellen und über dessen Lebenszyklus hinaus Materialien zu recyceln und einem neuen Produktlebenszyklus zuzuführen. Ziel des FabLab-Ansatzes ist es, mittels global vernetzter digitaler Fertigung die Stoffkreisläufe  einer Stadt möglichst umfassend zu schließen. Der Gesamtbedarf des Vorhabens beträgt 5 Mio. EUR. Da REACT-EU in rechtlich zulässigen Fällen eine Finanzierung von bis zu 100 Prozent aus europäischen Mitteln erlaubt, ist eine vollständige europäische Finanzierung vorgesehen.

In einem weiteren REACT-EU-Vorhaben fördert Hamburg die Entwicklung einer KI-basierten Plattform zur beschleunigten Entwicklung von Medikamenten und personalisierten Krebstherapie. Ziel ist es, therapeutische Targets durch die bioinformatische Auswertung einer weltweit einzigartigen Krebsdatenbank schnell und hocheffizient zu identifizieren und zu validieren. Hierfür stellt der EFRE mit gut 4 Mio. EUR die Hälfte der Investitionssumme zur Verfügung..

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