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Neue Straßennamen Hamburg ehrt Leonore Mau und Elisabeth Will mit Straßenbenennungen im Quartier Kolbenhöfe

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Senatskommission beschließt außerdem Umbenennung der Emmy-Püttjer-Straße in Dorothea-Buck-Straße


Hamburg ehrt Leonore Mau und Elisabeth Will mit Straßenbenennungen im Quartier Kolbenhöfe

Im neuen Quartier Kolbenhöfe in Ottensen wurden zwei weitere Straßen nach verdienten Frauen benannt – der Fotografin Leonore Mau sowie Elisabeth Will, langjähriges Mitglied der Bezirksversammlung Altona. In Farmsen-Berne wird zudem die bisherige Emmy-Püttjer-Straße nach Dorothea Buck umbenannt, Bildhauerin und Opfer des NS-Regimes. In Barmbek erinnern künftig Spohrstraße, Stockhausenstraße und Ruthsweg neben den ursprünglich namensgebenden Männern zusätzlich auch an bedeutende Frauen der Familien. 
Die aktuellen Beschlüsse sind im Amtlichen Anzeiger unter https://www.luewu.de/docs/anzeiger/docs/2904.pdf veröffentlicht worden.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit den aktuellen Benennungen werden Frauen geehrt, die Kreativität bewiesen und Haltung gezeigt haben. So haben sie unsere Stadt auf ganz unterschiedliche Weise geprägt und bereichert. Dass nun Straßen ihre Namen tragen werden, macht ihr Leben und Wirken präsent im Stadtbild und damit auch im Alltag der Hamburgerinnen und Hamburger. Ich begrüße ausdrücklich, dass der Bezirk Wandsbek die Umbenennung der Emmy-Püttjer-Straße in Dorothea-Buck-Straße beschlossen hat, die nun von der Senatskommission vollzogen wurde. Mit Dorothea Buck wird in unmittelbarer Nähe des Gedenkorts des ehemaligen Pflege- und Versorgungsheims Farmsen an eine starke Frau erinnert, die sich sehr für die Aufklärung und Anerkennung der Verbrechen an psychisch kranken und behinderten Menschen während des NS-Regimes eingesetzt hat.“

Leonore-Mau-Weg, Bezirk Altona

Der im Quartier Kolbenhöfe von der Antonia-Kozlova-Straße nach Westen abgehende und weiter nach Norden fortlaufende Weg wird nach der international renommierten deutschen Fotografin Leonore Maria Lucilla Mau, geborene Burckas (1916-2013) benannt. Leonore Mau studierte zunächst Bühnenbild an der Leipziger Kunstgewerbeschule und absolvierte eine Ausbildung zur Pressefotografin. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog sie nach Hamburg. Ab 1953 war sie dort als Fotografin für verschiedene Zeitschriften tätig und spezialisierte sich auf Architekturaufnahmen. Ab 1962 lebte und arbeitete sie mit dem Schriftsteller Hubert Fichte (1935–1986) zusammen. In den folgenden Jahren erforschten sie die afroamerikanischen Religionen in der Karibik, Lateinamerika und Afrika. Zum 100. Geburtstag der Künstlerin stellte das Jenisch-Haus von November 2016 bis April 2017 ihre Werke unter dem Titel „Hamburg in die Welt“ aus. Leonore Mau lebte zuletzt in Hamburg-Othmarschen. Sie wurde auf dem Nienstedtener Friedhof auf der Grabstelle Hubert Fichtes beigesetzt.

Elisabeth-Will-Straße, Bezirk Altona

Eine weitere der neu errichteten Wohnstraßen in den Kolbenhöfen, von der Friedensallee westlich des Hohenzollernrings nach Norden abzweigend, wird nach Elisabeth Will, geborene Oetzmann (1926-2017) benannt. Elisabeth Will engagierte sich über rund drei Jahrzehnte als Mitglied der Bezirksversammlung Altona für Bildung und Kultur. Zudem war sie Alterspräsidentin der Altonaer Bezirksversammlung.

Dorothea-Buck-Straße, Bezirk Wandsbek

Die derzeitige Emmy-Püttjer-Straße soll künftig den Namen Dorothea-Buck-Straße tragen. Die in Farmsen-Berne auf Höhe der Straße Feldschmiede nach Osten von der August-Krogmann-Straße abgehende und weiter nach Norden verlaufende Straße befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen sogenannten Pflege- und Versorgungsheims Farmsen und führt direkt zum sogenannten Arbeitshaus. Hier wurden in der NS-Zeit Menschen zwangsinterniert, zwangssterilisiert und zur Euthanasie deportiert.

Emmy Püttjer war zwischen 1940 und1947 in leitender Funktion im Turnverein Farmsen tätig. Sie war zwar nicht Mitglied der NSDAP, aber in mehreren dem Nationalsozialismus nahe stehenden Organisationen und kann daher als belastet angesehen werden. Wegen der räumlichen Nähe der nach Püttjer benannten Straße zu dem NS-Gedenkort beschloss der Bezirk eine Umbenennung.
Weitere Infos zu Emmy Püttjer: https://www.hamburg.de/clp/frauenbiografien-suche/clp1/hamburgde/onepage.php?BIOID=4377&qW=Sport&qR=P 

Dorothea Buck (1917-2019) war freiberufliche Bildhauerin und Lehrerin. Sie arbeitete von 1969 bis 1982 als Lehrerin für Kunst und Werken an der Fachschule für Sozialpädagogik in Hamburg. 1936 wurde sie im Alter von 19 Jahren mit der Diagnose Schizophrenie in die „von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel“ bei Bielefeld, eingewiesen. Die Erfahrungen, die sie dort machte, prägten sie ihr gesamtes Leben. Während des Aufenthalts in Bethel wurde sie auf Grundlage des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ zwangssterilisiert. Dorothea Buck verarbeitete ihr Schicksal mit Hilfe der Kunst. Außerdem setzte sie sich für die Aufklärung und die Anerkennung der Verbrechen an psychisch kranken und behinderten Menschen während des NS-Regimes ein und warb für eine „humanere Psychiatrie“. Zusammen mit anderen Betroffenen gründete sie im Jahr 1987 den „Bund der Euthanasie-Geschädigten und Zwangssterilisierten“, der sich für die Anerkennung der Zwangssterilisierten als NS-Verfolgte und gegen das Vergessen des erlittenen Unrechts einsetzte. Im Jahr 1992 war sie eine der Gründerinnen und Gründer des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener (BPE) e. V., deren Ehrenvorsitzende sie später wurde. Durch ihr Wirken hat Dorothea Buck einen großen Beitrag zur Entstigmatisierung psychisch erkrankter Menschen geleistet. Ihr wurde 1997 das Verdienstkreuz 1. Klasse und 2008 das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Im Jahr 2017 wurde sie zudem in Hamburg für ihr Lebenswerk mit der Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes und der Ehrenmedaille Portugaleser in Silber ausgezeichnet.
Vor kurzem wurde auf dem Autobahndeckel der A7 ein Park ebenfalls nach Dorothea Buck benannt. 

Mitbenennungen, Bezirk Nord

Weiterhin hat der Senat auf Vorschlag des Bezirks in Barmbek für mehreren Straßen eine Mitbenennung beschlossen, die in der Regel vom Bezirk mit einem Zusatzschild sichtbar gemacht wird. Der Straßenname ändert sich dabei nicht.
Drei Frauen, die ebenso wie ihre männlichen Verwandten künstlerisch Herausragendes geleistet haben, werden in die ehrende Erläuterung des Straßennamens aufgenommen. So werden mit der Spohrstraße künftig Komponist und Violinist Louis Spohr (1784-1859) und seine Ehefrau Dorette Spohr, geborene Scheidler (1787-1834), Harfenistin, geehrt. Die Stockhausenstraße, bisher benannt nach dem Sänger und Dirigenten Julius Christian Stockhausen (1826-1906), wird nun auch an seine Mutter, die Sopranistin Margarethe Stockhausen, geborene Schmuck (1803-1877) erinnern. Außerdem wird der Ruthsweg nicht mehr nur nach dem Landschaftsmaler Johann Georg Valentin Ruths (1825-1905) heißen, sondern auch nach seiner Nichte Marie Amelie Ruths (1871-1956), Malerin der Vierlande und der Halligen.

Senatsbeschlüsse zu Straßenbenennungen finden Sie unter www.hamburg.de/bkm/strassennamen/12437896/neue-strassennamen.



Kontakt

Enno Isermann

Pressesprecher

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Kultur und Medien
Hohe Bleichen 22
20354 Hamburg
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