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Klimafolgenanpassung Simulation eines extremen Regenereignisses in Hamburg

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Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge bleiben eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe

Hamburg ist in der Vergangenheit von heftigen Niederschlagsereignissen und Binnenhochwasser mit bereichsweise auch größeren Sachschäden betroffen gewesen. Mehr als 180 Starkregenereignisse wurden in den letzten zehn Jahren in Hamburg verzeichnet. Es ist davon auszugehen, dass infolge des Klimawandels die Häufigkeit und Intensität dieser Extremwetterereignisse zunimmt. Um die Folgen auch von extremen Starkregenereignissen besser zu verstehen und zu einer vorausschauenden Stadtplanung im Sinne der Klimafolgenanpassung beizutragen, hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) in Abstimmung mit der Umweltbehörde eine modellbasierte Hochwassersimulation durchgeführt. Dabei wurden die Niederschlagsdaten des extremen Regenereignisses vom Juli 2021 im Ahrtal anhand von Computermodellen beispielhaft auf die Hamburger Gewässer Alster, Kollau und Wellingsbüttler Grenzgraben übertragen.

Starkregen in Bergedorf

Simulation eines extremen Regenereignisses in Hamburg

Die Ergebnisse der Simulation bestätigen die grundsätzlichen Aussagen des Hochwasserrisikomanagements zu den Auswirkungen seltener Hochwasserereignisse in Hamburg, welche in den Gefahren- und Risikokarten aus dem Jahr 2019 und den Karten der Überschwemmungsgebiete ab dem Jahr 2015 dargestellt werden. Sie zeigen aber auch, dass bei einem Extremereignis wie dem im Ahrtal im Juli 2021 die Hochwassergefahr infolge von Abflussmengen, Strömungsgeschwindigkeiten, Überschwemmung und Überflutung höher wäre. Trotz der großen Unterschiede bei den Randbedingungen hätte ein solches extremes Regenereignis auch in Hamburg erhebliche Auswirkungen.

Die Regenmengen des Starkregenereignisses aus dem Ahrtal sind grundsätzlich an jedem Ort in Deutschland möglich, so auch in Hamburg. Allerdings ist nicht vorhersagbar, wann und wo ein derartiger Niederschlag genau eintreten könnte. Gebäude- und Infrastrukturschäden sowie eine Gefahr für Menschen wären bei den errechneten Fließgeschwindigkeiten und Wassertiefen nicht auszuschließen. Verglichen mit den von der Flutkatastrophe im Ahrtal am stärksten betroffenen Region wäre in Hamburg wegen der unterschiedlichen Geländebeschaffenheit bei den untersuchten Einzugsgebieten jedoch eine weniger ausgeprägte Hochwasserdynamik mit geringeren Fließgeschwindigkeiten zu erwarten. Ein direkter Vergleich mit der Schadensbilanz im gesamten Ahrtal ist anhand der beispielhaften Berechnungen in Hamburg nicht möglich.

Die Hochwassersimulation des LSBG bestätigt, dass Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe bleibt. In Hamburg wurden schon frühzeitig mit dem RISA-Projekt (RegenInfraStrukturAnpassung) solide Grundlagen geschaffen und städtebauliche Möglichkeiten zur Starkregenvorsorge anhand von Pilotprojekten aufgezeigt. Mit dem Hamburger Klimaplan und dem Transformationspfad Klimaanpassung hat der Senat den Vollzug der Starkregenvorsorge beschlossen. Ein institutionsübergreifendes Kernteam Starkregenvorsorge aus Vertreter:innen der Umweltbehörde und Hamburg Wasser erarbeitet und aktualisiert unter Beteiligung der Bezirke, der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, der Behörde für Inneres und Sport sowie des LSBG laufend fachplanerische Grundlagen wie die Starkregenhinweiskarte und Informationsmaterial für Hamburger Dienststellen und die Öffentlichkeit. Hamburg Wasser erstellt derzeit im Auftrag der Umweltbehörde ein detailliertes, stadtweites Simulationsmodell zur Analyse der starkregenbedingten Überflutungsgefahren. Auf Grundlage des Modells können besonders risikobehaftete Siedlungsbereiche, auch unter Berücksichtigung des Sielnetzes, identifiziert und geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des Überflutungsrisikos entwickelt werden. Mit dem Warndienst Binnenhochwasser informiert der LSBG über mögliche Hochwassergefahren in Folge von Niederschlägen an den wichtigsten Hamburger Binnengewässern. Zu weiteren Instrumenten der Hochwasser- und Starkregenvorsorge gehören u.a. die Erstellung von Gefahren-, Risiko- und Starkregenhinweiskarten, die Ermittlung und Festsetzung von Überschwemmungsgebieten, Hochwasservorhersagen- und Warnungen, das Online-Anwendungstool der Starkregenindexkarte sowie Empfehlungen zur Eigenvorsorge- und Sicherung.


Weitere Informationen:

·        Fachbericht

·        Karte der Hamburger Überschwemmungsgebiete

·        Starkregenhinweiskarte

·        Broschüre „Hamburg schützt sich vor Starkregen“

·        FAQ Starkregenvorsorge der Freien und Hansestadt Hamburg

·        Klimaanpassungscheck durch die Hamburger Energielotsen

·        Das Projekt RISA - Regeninfrastrukturanpassung

 

Hintergrund: Der LSBG betreibt zahlreiche computerbasierte Gewässermodelle und hat auf dieser Grundlage das Ahrereignis für Hamburg beispielhaft ausgewertet. Die originalen Niederschläge aus dem Ahrtal wurden in die computerbasierten Gewässermodelle eingegeben. Mit diesem Verfahren wird der Wasserhaushalt mit Niederschlag, Verdunstung und Abfluss und mit seinen Überschwemmungen bzw. Überflutungen vollständig abgebildet. Die Übertragung der Ahrniederschläge wurde für die Einzugsgebiete der Kollau und der Alster und für den Wellingsbüttler Grenzgraben durchgeführt.

Rückfragen der Medien

 

Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft
David Kappenberg, stellv. Pressesprecher
040-42840-3065

david.kappenberg@bukea.hamburg.de

 

Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG)

Edda Teneyken

040 42826 2205

lsbgkommunikation@lsbg.hamburg.de

 

 

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