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Historische Budenhäuser in der Marktstraße: Lawaetz–Stiftung und Denkmalschutzamt schließen Sanierung ab

Historische Budenhäuser in der Marktstraße: Lawaetz–Stiftung und Denkmalschutzamt schließen Sanierung ab

Die Sanierung der Budenhäuser im Hinterhof der Marktstraße 7 ist weitgehend abgeschlossen. Die Sanierungsmaßnahmen in Höhe von insgesamt 280.000,00 € wurden aus Geldern der Eigentümer und des Denkmalschutzamtes Hamburgs finanziert, wurden aber erst möglich gemacht durch einen hohen persönlichen Einsatz der Bewohner und durch den zusätzlichen Einsatz von Eigenleistung am Bau.

vergrößern Marktstraße 7 Marktstraße 7 (Bild: Lawaetz-Stiftung)

Die 16 Budenhäuser sind von besonderer historischer Bedeutung, da sie ca. 1842, nach dem Hamburger Brand, in einfacher Bauweise als Notunterkünfte erbaut wurden und damit anschaulich die Stadtentwicklung dokumentieren. Die schlichten Backsteingebäude sind einfach verputzt und gruppieren sich um einen langgestreckten Hof. Die einzelnen Buden haben eine Wohnfläche von 30 m² und werden von Bewohnern mit niedrigen Einkünften bewohnt.

Im Jahre 2003 wurde das denkmalwürdige, leer stehende Vorderhaus abgebrochen, weil sein Erhalt aus bauphysikalischen Gründen nicht wirtschaftlich zumutbar war. Die Mieter der Hinterhäuser befürchteten daraufhin, dass auch die von ihnen bewohnte Budenzeile vom Abbruch bedroht sei. Sie wendeten sich an die Lawaetz-Stiftung, um ein gemeinsames Erhaltungskonzept zu erarbeiten.

Das Konzept der Lawaetz-Stiftung sah eine Neubebauung des Vordergrundstückes mit Eigentumswohnungen vor. Diese wurden vorrangig für Bewohner des Karolinenviertels erbaut. Aus dem Verkaufserlös des Grundstücks an deren Baugemeinschaft konnte ein erster Finanzierungsbeitrag zur Deckung der Instandsetzungskosten in Höhe von 150.000,- € für die verfallene Budenzeile geleistet werden. Ein weiterer Beitrag war ein Zuschuss in Hohe von 50.000,00 € vom Denkmalschutzamt.

In einem städtebaulichen Vertrag mit den Bewohnern und der Freien und Hansestadt Hamburg wurden die ersten Sanierungsmaßnahmen verbindlich vereinbart. Die gesamte Instandsetzung wurde in enger Abstimmung mit den Bewohnern und dem Denkmalschutzamt Hamburg durchgeführt. Die architektonische Betreuung der Budenhäuser führte der Architekt Paul Grzelewski von der Lawaetz–Stiftung durch.

Da eine Vollsanierung aus Kostengründen nicht denkbar war, wurden zunächst als notwendigste Maßnahmen die Dächer und Versorgungsleitungen erneuert. Dank eines Zuschusses der Umweltbehörde werden die Budenhäuser über die Pellet-Zentralheizung vom Vorderhaus mit Wärme versorgt. Diese Umbaumaßnahmen wurden im Dezember 2007 fertig gestellt.