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Projekt "Schule mit Recht" Angebot für Kinder und Jugendliche wird erweitert

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Juristische Themen lebensnah und verständlich erklärt: Seit 2019 läuft in Hamburg das Projekt "Schule mit Recht". Fachleute aus der juristischen Praxis – aus Gerichten, Staatsanwaltschaften, Verwaltung und der Anwalt- und Notarschaft – vermitteln an Schulen Grundlagen des Rechts, klären über rechtliche Zusammenhänge auf und geben Einblicke in juristische Berufe. Infolge der Corona-Pandemie wurde das Projekt stark ausgebremst – jetzt gibt es einen Neustart mit einem erweiterten Angebot.

Eine junge Frau steht zwischen ihren sitzenden Mitschülern.

Projekt "Schule mit Recht": Angebot für Kinder und Jugendliche wird erweitert

Das Angebot wird auf Berufsschulen und private Schulen in Hamburg erweitert. Bisher richtete es sich an alle staatlichen Schulen ab Sekundarstufe I. Gleichzeitig soll das Angebot gleichmäßiger über die ganze Stadt verteilt werden. Während das größte Interesse bisher in Hamburg-Mitte und Wandsbek verzeichnet wurde, wurde das Angebot beispielsweise in Altona deutlich seltener in Anspruch genommen. Die Behörde für Schule und Berufsbildung wirbt deshalb verstärkt im schulischen Bereich für die Teilnahme, während die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz weitere Fachleute für das Projekt gewinnen möchte.

Inhaltlich gibt es weitere Schwerpunkte: Zum 75. Jahrestag des Grundgesetzes soll den Schüler:innen stärker die Bedeutung der Verfassung und der Grundrechte vermittelt werden. Angesichts der zunehmenden Hetze im Netz und des großen Einflusses von Influencern auf junge Menschen soll zudem die Medienkompetenz der Schüler:innen gestärkt werden – zum Beispiel durch Hilfestellung bei der Einordnung von Falschinformationen. Ein weiteres Themenangebot ist der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Daten im Netz. Ein anderes Modul befasst sich mit dem Vertragsrecht. Hier geht es unter anderem darum, zu vermitteln, wie zum Beispiel bei Online-Marktplätzen wie Ebay Verträge zustande kommen und welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind. Im Bereich des Strafrechts soll es außerdem zum Beispiel um das Risiko drogeninduzierter Psychosen und den Zusammenhang von Alkohol und Strafftaten gehen.

Justizsenatorin Anna Gallina: "Der Rechtsstaat ist die Voraussetzung dafür, dass wir friedlich und sicher zusammenleben. Genau das müssen wir immer wieder vermitteln, erst recht in Zeiten der weiter zunehmenden Polarisierung, Desinformation und Radikalisierung. Der beste Ort, junge Menschen über die Bedeutung des Rechts zu informieren, sie vor Gefahren zu warnen und sie für ihre Rechte und Pflichten zu sensibilisieren, ist die Schule. Der direkte Austausch mit juristischen Expertinnen und Experten soll ihnen wertvolles Wissen vermitteln, Orientierung geben und sie resilienter machen. Wir werben damit auch für Verständnis und Unterstützung für den Rechtsstaat. Nachdem Corona dem Projekt einen Dämpfer verpasst hat, erweitern wir jetzt das Angebot – auch pünktlich zum 75. Jahrestag des Grundgesetzes."

Schulsenatorin Ksenija Bekeris: "Ich finde es wichtig, dass Jugendliche schon in der Schule lernen, welche großartige Institution unser Rechtsstaat ist. Beim Projekt ‚Schule mit Recht‘ bekommen die Schülerinnen und Schüler zum einen ganz praktische Einblicke in ein spannendes und wichtiges Berufsfeld, zum anderen lernen sie eine wichtige Säule unserer Gesellschaft kennen, und verstehen so realitätsnah, wie unsere Demokratie überhaupt funktioniert. ‚Schule mit Recht‘ ist somit Berufsorientierung und Stärkung der Demokratie zugleich. Schließlich sind die Schülerinnen und Schüler von heute diejenigen, die morgen unseren Verfassungsstaat nicht nur gestalten, sondern auch verteidigen sollen. Deswegen kann ich nur jede Schule ermutigen, sich an diesem Projekt zu beteiligen und freue mich, dass es jetzt auch auf die beruflichen und die privaten Schulen ausgeweitet wird."

Die bisherigen Erfahrungen der Lehrkräfte zeigen ein hohes Interesse und eine hohe Motivation der Schüler:innen beim Kontakt mit Fachleuten zu allen Themen vom alltäglichen Verbraucherrecht bis hin zu Grundrechtsfragen des Verfassungsrechts. Die rechtliche Dimension der sozialwissenschaftlichen Bildung an allen weiterführenden Schulen ist unter anderem in den neuen Bildungsplänen der beiden Sekundarstufen verankert. Ein Kontakt zu Expertinnen und Experten aus der Rechtspraxis ist somit wünschenswert, damit Erkenntnisse vermittelt und Hemmschwellen abgebaut werden können. Das Projekt stärkt zudem das pädagogische Konzept der Arbeit an außerschulischen Lernorten, der Berufsorientierung im juristischen Feld sowie des Faches "Recht", das Hamburger Schulen als zusätzliches Wahlfach in beiden Sekundarstufen an zurzeit rund 30 Standorten anbieten.

Seit dem Start des Projekts gab es etwa 100 Vermittlungen zwischen Fachleuten und Schulklassen. Möglich sind der Besuch von Expertinnen und Experten in der Klasse, Diskussionsveranstaltungen, Projekte in der Schule, reflektierte Besuche einer Gerichtsverhandlung und Angebote zur Berufsorientierung. Zu den Themen zählen bereits seit Beginn des Projekts die Besonderheiten des Jugendstrafrechts, das geistige Eigentum an Musik und Filmen, Legenden und Irrtümer des Arbeitsrechts, die rechtliche Einordnung von Beleidigungen, Mobbing und Stalking, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit und die Vielfalt der juristischen Tätigkeits- und Berufsfelder.

"Schule mit Recht" war im Jahre 2019 von der damaligen Justizbehörde gemeinsam mit der Behörde für Schule und Berufsbildung, deren Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung und mit breiter Unterstützung der gesamten Hamburgischen Justiz ins Leben gerufen worden. Die Vermittlung zwischen Fachleuten und Schulen läuft über die Website des Projekts.

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