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Stärkung des Hamburger Arbeitsmarktes Neue Strategie zur Sicherung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs vorgestellt

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Mit der „Hamburger Strategie zur Sicherung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs“ reagiert der Senat auf die großen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt und die sich wandelnde Arbeitswelt. Die Strategie wurde als wirtschafts- und sozialpartnerschaftliches Projekt in enger Zusammenarbeit mit allen Partnerinnen und Partnern des Hamburger Fachkräftenetzwerks entwickelt und schreibt die 2013 veröffentlichte „Hamburger Strategie zur Sicherung des Fachkräftebedarfs“ fort.

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Stärkung des Hamburger Arbeitsmarktes: Neue Strategie zur Sicherung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs vorgestellt

Mit der „Hamburger Strategie zur Sicherung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs“ reagiert der Senat auf die großen Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt und die sich wandelnde Arbeitswelt. Die Strategie wurde als wirtschafts- und sozialpartnerschaftliches Projekt in enger Zusammenarbeit mit allen Partnerinnen und Partnern des Hamburger Fachkräftenetzwerks entwickelt und schreibt die 2013 veröffentlichte „Hamburger Strategie zur Sicherung des Fachkräftebedarfs“ fort.

Zu den Partnerinnen und Partnern zählen die Agentur für Arbeit Hamburg, die Handelskammer Hamburg, die Handwerkskammer Hamburg, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Hamburg, der Unternehmensverband Nord (UVNord), das Jobcenter team.arbeit.hamburg, die Sozialbehörde, die Behörde für Schule und Berufsbildung mit dem Hamburger Institut für berufliche Bildung sowie die weiteren Fachbehörden des Senats. Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer stellte die Schwerpunkte der Strategie heute gemeinsam mit Tanja Chawla, Vorsitzende des DGB Hamburg, Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamburg, Michael-Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer UVNord, und Dirk Heyden, Geschäftsführer Jobcenter team.arbeit.hamburg, vor.

Ziele und Rolle als Dachstrategie

Das Hauptziel der Strategie ist es, die Rahmenbedingungen auf dem Hamburger Arbeitsmarkt so zu gestalten, dass die Hamburger Wirtschaft bestmöglich bei der Fachkräftesicherung und -gewinnung unterstützt wird. Dabei sind die Ansätze auch zur Sicherung und Gewinnung von Fachkräften in verschiedenen Berufen oder Branchen übertragbar. Die Strategie ist mit konkreten Angeboten und Maßnahmen hinterlegt, aber auch als Ausgangspunkt für weiterführende, insbesondere auch branchen- und berufsspezifische Initiativen zu verstehen. Die Umsetzung der Strategie wird maßgeblich durch die Mitglieder des Hamburger Fachkräftenetzwerks vorangetrieben. Die Partner haben mit den fünf Handlungsfeldern der Strategie konkrete und praktische Ansatzpunkte identifiziert, bei denen sich effektiv Fortschritte realisieren lassen.

Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer: „Die neu aufgestellte Strategie unterstützt die Hamburger Wirtschaft bei ihrer Suche nach geeigneten Fach- und Arbeitskräften. Gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern aus dem Fachkräftenetzwerk schaffen wir einen Rahmen und geben Antworten auf eine Arbeitsmarktlage, in der wir jede und jeden benötigen. Der Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen zehn Jahren gewandelt und steht vor großen Herausforderungen und strukturellen Veränderungen. Themen sind hier unter anderem der demografische Wandel, die Digitalisierung, Zuwanderung und auch die Bemühungen um Klimaneutralität. Diese werden im Zuge der Fach- und Arbeitskräftestrategie gemeinsam bearbeitet und die Herausforderungen angegangen.“

Tanja Chawla, Vorsitzende DGB Hamburg: „Die Arbeitswelt verändert sich aktuell in einem rasanten Tempo. Darauf reagiert die Fachkräftestrategie zeitgemäß, indem sie die duale Ausbildung stärkt und die berufliche Weiterbildung an den gegebenen Herausforderungen der neuen Klimaberufe und der zunehmenden Digitalisierung orientiert. Wir begrüßen die neuen Zugänge auf den ersten Arbeitsmarkt für bisher noch marginalisierte Personenkreise. Der entscheidende Standortfaktor wird aus Sicht des DGB Hamburg in Zukunft die erste Säule der neuen Strategie sein: die Absicherung von Guter Arbeit, die eine gute Bezahlung und sichere Perspektiven bietet. Dafür stehen wir mit unseren Gewerkschaften und dem Instrument der Tarifverträge weiterhin an der Seite des Fachkräftenetzwerkes in Hamburg.“

Michael-Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer UVNord: „Wenn es eines Beweises bedarf, zu welchen Anstrengungen die Verantwortungsträger dieser Stadt in der Lage sind, um Wirtschaft und Gesellschaft ein Fundament für ein zukunftsweisendes, respektvolles  und voller Chancen stehendes Leben in unserer Freien und Hansestadt geben zu können, dann ist es die heutige Vorstellung der gründlich er- und überarbeiteten Fachkräftestrategie, die allen Hamburgerinnen und Hamburgern, egal welchen Nachnamen sie tragen und wo sie aufgewachsen sind, eine echte Entwicklungsperspektive bietet. Eine Willkommenskultur, die selten so inhaltsstark ausgestaltet ist, sodass der Dank der Arbeitgeber dieser Stadt ausdrücklich an den Senat und die Gewerkschaften zu richten ist. Hamburg läuft arbeitsmarktpolitisch und in seiner Integrationskraft zur Hochform auf und widerlegt alle, die glauben, das Gegenteil behaupten zu können. Hamburgs Arbeitgeber stehen zu dieser Fachkräfteinitiative und zeigen Flagge für einen weltoffenen, einander wertschätzenden Arbeitsmarkt!"

Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamburg: „Die Überarbeitung der Fachkräftestrategie stellt nach elf Jahren nicht nur eine Aktualisierung unter veränderten Arbeitsmarktbedingungen dar, sondern stärkt auch das bestehende Fachkräftenetzwerk zur Sicherung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs – auch für die Zukunft der Metropolregion Hamburg. Bisher basierte die Grundlage der Netzwerkstrategie auf vier Säulen. Jetzt verknüpft die überarbeitete Fachkräftestrategie die vier Säulen in fünf Handlungsfeldern, dies ist besonders anschaulich in den Facetten des Themas Qualifizierung: Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen, von Arbeitslosen sowie von Zugewanderten, um den Fachkräftebedarf nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu decken. Das unterstützt den in Fahrt befindlichen Transformationsprozess durch KI, Digitalisierung, Automatisierung und erneuerbare Energien.“

Dirk Heyden, Geschäftsführer Jobcenter team.arbeit.hamburg: „Bei uns im Jobcenter hat aktuell insbesondere die Integration von Menschen mit Fluchthintergrund Priorität. Wir brauchen in Deutschland Arbeitskräfte quer durch alle Branchen und Qualifikationsstufen, helfende Hände genauso wie hochqualifizierte Fachexpertinnen und -experten. Die zu uns geflüchteten Menschen bieten dabei große Chancen, auch wenn sie am Anfang sicher oft intensivere Unterstützung benötigen. Aber es lohnt sich langfristig. Deshalb appelliere ich an die Arbeitgeber: Geben Sie den Menschen eine Chance. Wir unterstützen Sie dabei.“

Fünf strategische Handlungsfelder

Die Strategie umfasst fünf Handlungsfelder, die zentrale Ansätze und gemeinsame Ziele zur Sicherung des Arbeits- und Fachkräftebedarfes darstellen:

  • Attraktive Arbeitsbedingungen
  • Ausbildung
  • Berufliche Weiterbildung
  • Erwerbsbeteiligung erhöhen – alle Potenziale nutzen
  • Fachkräftezuwanderung und Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund

Attraktive Arbeitsbedingungen gewinnen insbesondere in Zeiten des Arbeits- und Fachkräftemangels an Bedeutung und sind ein wichtiger Standortfaktor für die Hamburger Wirtschaft, um Fachkräfte anzuziehen und in Hamburg zu halten. Dazu gehören zum Beispiel eine angemessene Bezahlung, faire Arbeitsverträge, eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine Unternehmenspolitik, die auf Antidiskriminierung und Vielfalt setzt.

Im Handlungsfeld Ausbildung geht es unter anderem um die Stärkung der dualen Ausbildung, die für Unternehmen und Betriebe eine Schlüsselrolle bei der Sicherung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit einnimmt. Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Ausbildung und Unterstützung junger Menschen beim Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf sollen dabei helfen, die Ausbildungsplätze zu besetzen und dort zu unterstützen, wo es nötig ist. Wichtigster Akteur ist dabei die Jugendberufsagentur, deren Angebot weiterentwickelt und breiter aufgestellt wird. Zudem soll die Jugendberufsagentur inklusiver werden und konsequent auch die Belange junger Menschen mit Behinderung berücksichtigen.

Berufliche Weiterbildung und passgenaue Qualifizierungsmaßnahmen werden immer wichtiger, um mit veränderten Arbeitsprozessen und komplexer werdenden Anforderungen Schritt zu halten. Ansätze zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von unterrepräsentierten Personengruppen sollen dazu beitragen, alle Erwerbspotentiale zu nutzen und den Menschen bessere Zugangs- und Teilhabechancen zu ermöglichen. Ein Beispiel ist hier das Hamburger Haus für Gesundheit und Arbeit. Es ist ein niedrigschwelliges Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen mit dem Ziel, sie frühzeitig beim Erhalt ihrer Beschäftigungsfähigkeit zu unterstützen.

Vorhaben zur Positionierung Hamburgs als attraktiver Arbeits- und Lebensort für ausländische Fachkräfte und die Unterstützung der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund bieten große Chancen für den Hamburger Arbeitsmarkt. Mit der Eröffnung des Hamburg Welcome Center wurde bereits ein großer Schritt beim Thema Fachkräftezuwanderung und Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Migrationshintergrund gemacht. Ein weiteres Projekt ist InLiQua – Internationale Lehrkräfte in Qualifizierung. Es richtet sich an Menschen, die im Ausland auf Lehramt studiert haben, aber wegen des Zuschnitts des Studiums in ihren Heimatländern keine Chance auf Anerkennung haben.

Die neue Strategie ist eine Fortschreibung der 2013 veröffentlichten „Hamburger Strategie zur Sicherung des Fachkräftebedarfs“ und reagiert auf aktuelle Herausforderungen und Megatrends auf dem Arbeitsmarkt. Angesichts des demografischen Wandels, der Dekarbonisierung und Digitalisierung sowie anhaltender Zuwanderung war eine Überarbeitung der bestehenden Fachkräftestrategie notwendig. Weitere Informationen gibt es im Internet: www.hamburg.de/fachkraefte.

Rückfragen der Medien

Sozialbehörde
Wolfgang Arnhold | Pressesprecher
Telefon: 040 42863 2889
E-Mail: pressestelle@soziales.hamburg.de
Internet: www.hamburg.de/sozialbehoerde

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