Behörde für Schule und Berufsbildung

Akzeptanz von sexueller Vielfalt

Bildungsbehörde setzt erste Maßnahmen an Schulen um

Mit Beginn des nächsten Schuljahres (August 2010) setzt die Behörde für Schule und Berufsbildung erste Maßnahmen zur Stärkung und Akzeptanz von homosexuellen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrerinnen und Lehrern um.

Akzeptanz von sexueller Vielfalt

Dazu gehören unter anderem eine neu erstellte Materialien- und Methodenbox für den Unterricht und ein Fortbildungsangebot für Referendare. Am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) wird eine Fachkraft Schulen persönlich beraten. Sie bietet unter anderem Fortbildungen für Lehrkräfte an, stellt Kontakt zu Beratungseinrichtungen her und koordiniert die einzelnen Aktivitäten. Zudem hilft sie einzelnen Schulen, eine Schulkultur zu entwickeln, in der sich Schülerinnen und Schüler, Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Hausmeister gemeinsamen gegen Homophobie und für mehr Vielfalt einsetzen – z.B. indem sie das Thema im Unterricht besprechen, sensibler für Beleidigungen sind und Homosexuelle nicht ausgrenzen, sondern akzeptieren. Ab Herbst 2010 können sich Interessierte über aktuelle Themen und Beratungsangebote im Internet informieren. Zudem werden auf der website Unterrichtsmaterialien, Buchtipps und weiteres Infomaterial bereit stehen.

Trotz einer deutlichen Liberalisierung und zunehmender Akzeptanz durch die Medien, trauen sich viele Jugendliche nicht, sich vor ihren Mitschülerinnen und Mitschülern zu outen, also offen zu sagen, dass sie homosexuell sind. Die ständige Angst, abgelehnt oder entdeckt zu werden, kann zu gesundheitsschädigenden Bewältigungsstrategien, wie sozialem Rückzug, Depressionen, Drogenkonsum oder Suizidversuchen führen. Dabei sind schätzungsweise 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung homo- oder bisexuell – auch an den Schulen. Damit sich auch im Schulalltag jeder ohne Angst vor Mobbing zu seiner Lebensweise bekennen kann, hat die Bürgerschaft im Januar 2008 einstimmig ein Maßnahmenpaket zur Stärkung junger Menschen bei der Herausbildung ihrer sexuellen Identität beschlossen. Diese Initiative wird im Koalitionsvertrag zwischen CDU und GAL vom April 2008 aufgegriffen.