Behörde für Inneres und Sport

Videoüberwachung der Reeperbahn: Wer genauer hinsieht, stellt auch mehr Taten fest!

Videoüberwachung ist und bleibt unverzichtbares Mittel der polizeilichen Arbeit

Nach dreijähriger Betriebszeit der Videoüberwachung im Hamburger Stadtteil St. Pauli hat die Innenbehörde jetzt einen Bericht vorgelegt, der über die Wirksamkeit der Videoüberwachung im öffentlichen Raum Auskunft gibt.

Bilanz nach drei Jahren Videoüberwachung in St. Pauli - Innenbehörde Hamburg - FHH

VideoüberwachungskameraIn der Analyse wurde herausgearbeitet, inwiefern die Videoüberwachung rund um die Reeperbahn im Zusammenwirken mit anderen polizeilichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Straftatenvorsorge beiträgt.

Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus: „Die Videoüberwachung rund um die Reeperbahn ist zu einem unverzichtbaren Mittel der polizeilichen Arbeit geworden. Es gibt zwar statistisch einen Anstieg von Körperverletzungsdelikten, das liegt aber vor allem daran, dass  wir genauer hinsehen. Nehmen wir nur das letzte Wochenende als Beispiel. Nach dem Sieg der Deutschen Fußballmannschaft strömten Zehntausende auf den Kiez. Wie an vielen anderen Wochenenden auch kam es dabei zu keinen nennenswerten Vorkommnissen. Das zeigt: Das Maßnahmenpaket aus Videoüberwachung, Polizeipräsenz, Waffenverbot und Glasflaschenverbotsgesetz gewährleistet die Sicherheit für die Besucher von St. Pauli.  Auch wenn sich jetzt wieder Kritiker zu Wort melden, ist und bleibt die Videoüberwachung mit ihren präventiven Aspekten ein wesentlicher Baustein im Kampf gegen die Kriminalität auf Hamburgs größter Amüsiermeile.“

Im Ergebnis ist festzustellen, dass die Videoüberwachung einen hohen präventiven Einfluss auf die Kriminalitätsentwicklung im Bereich der Reeperbahn hat. Die Befürchtung, dass es Kriminalitätsverschiebungen in die angrenzenden, nicht videoüberwachten Bereichen geben könnte, bestätigte sich nicht. In verschiedenen Deliktsbereichen gab es eine deutliche Reduzierung des Fallaufkommens. Für den Bereich der Körperverletzungsdelikte hat die Polizei einen Anstieg der Fallzahlen verzeichnet, der gerade auf die Videoüberwachung und die damit verbundenen polizeilichen Maßnahmen zurückzuführen ist.

Die vermehrte Feststellung von Körperverletzungsdelikten hat ihre wichtigste Ursache in der Möglichkeit des schnelleren Einschreitens aufgrund der Videoüberwachung und der gegenüber dem Jahr vor ihrer Einführung deutlich gestiegenen Polizeipräsenz im öffentlichen Raum. Durch das Zusammenspiel von Videoüberwachung und erhöhter Polizeipräsenz hat die Videoüberwachung mit zur Aufhellung des Dunkelfeldes im Bereich der Reeperbahn beigetragen.

Die Auswirkungen der erhöhten Polizeipräsenz, gekoppelt mit verbesserten Einsatzerkenntnissen aus der Videoüberwachung insbesondere durch die Beobachtung einsatzauslösender Situationen, gehen einher mit der wachsenden Anzeigebereitschaft der Bevölkerung als Ergebnis einer erhöhten öffentlichen Sensibilisierung gegenüber Gewaltkriminalität, insbesondere Körperverletzungen.

Rückgänge im Bereich der Betäubungsmitteldelikte, der Raubdelikte und der Sachbeschädigungen sind ein Indiz für die präventive Wirkung.

Die Bilder der Videoüberwachung konnten zudem von der Polizei vielfach in Ermittlungsverfahren genutzt werden.

Mit Urteil vom 22. Juni 2010 hat das Oberverwaltungsgericht Hamburg festgestellt, dass die Regelungen gemäß § 8 Absatz 3 PolDVG (Gesetz über die Datenverarbeitung der Polizei) verfassungsgemäß sind. Auch sei die Videoüberwachung verhältnismäßig und geeignet, zur Verhütung von Straftaten der Straßenkriminalität beizutragen.

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Die Innenbehörde im Internet: www.hamburg.de/innenbehoerde