Behörde für Kultur und Medien

Kraftwerk Bille unter Denkmalschutz

Anton-Rée-Weg 50, Bullerdeich 12, 14 in Hammerbrook

Hamburgs ältestes erhaltenes Kraftwerk ist im Einvernehmen mit der Eigentümerin, Vattenfall Europe Wärme AG, unter Denkmalschutz gestellt worden.

Kraftwerk Bille unter Denkmalschutz

Das Ensemble Anton-Rée-Weg 50 und Bullerdeich 12, 14 bildet ein anschauliches Zeugnis der Hamburger Industriegeschichte sowie der baugeschichtlichen Entwicklung im Industriebau von ca. 1900 bis in die 1930er Jahre. Es ist darüber hinaus als ortsbildprägende Anlage markanter Bestandteil des Ortsteils Hammerbrook. Wegen einer Bodenkontamination hatte die Eigentümerin im vergangenen September zunächst geplant, einen Teil des Kraftwerks abzureißen. Nun sucht Vattenfall im Rahmen eines offenen Ideen-Wettbewerbs mit Investoren ein nachhaltiges Nutzungskonzept für die gesamte Anlage (http://www.vattenfall.de/de/kraftwerkbille.htm). Der Wettbewerb läuft bis Mai, Interessenbekundungen von möglichen Nachnutzer Investoren können bis zum 25. März 2011 abgegeben werden.

Dr. Nikolas Hill, Staatsrat für Kultur und Medien: „Ich freue mich ganz besonders darüber, dass die Unterschutzstellung des Kraftwerk-Ensembles im Einvernehmen mit der Eigentümerin möglich geworden ist und man hier gemeinsam ein wichtiges Stück Hamburger Baugeschichte bewahrt.“

„Bis Sommer 2011 suchen wir ein ökologisch, technisch und wirtschaftlich realisierbares Nutzungskonzept für das historische Gebäudeensemble mit der Vision, durch eine vielfältige Nutzung einen Ort der Impulse mit besonderer Ausstrahlung für ganz Hamburg zu schaffen" so Dr. Frank May, Vorstandvorsitzender der Vattenfall Europe Wärme AG und Projektschirmherr.

Das ehemalige Kraftwerk Bille wurde ab 1899 am Nordufer der Bille errichtet. In einem ersten Bauabschnitt entstand hier zwischen 1899 und 1901 eine Kraftwerksanlage, bestehend aus einem Verwaltungsgebäude an der Ecke Bullerdeich/Anton-Ree-Weg, einem Maschinenhaus, einem Kesselhaus, einem Kohlenlagergebäude und etlichen Nebengebäuden. Diese Anlage wurde in den folgenden Jahren durch Um- und Neubauten immer wieder erweitert und modernisiert. Der heutige Komplex aus Backsteinbaukörpern gliedert sich in einige Hallen der Ursprungszeit in historischen Formen, einen mächtigen Baukörper von 1929/30 und eine Erweiterung von 1938.

1953 bis 2008 war die gesamte Anlage an eine Großwäscherei verpachtet, die in einem Gebäudeabschnitt eine Boden- und Grundwasserkontamination hinterließ. Der belastete Boden wird bereits seit Jahren durch Vattenfall saniert.

Noch heute wird hier für die Fernwärmeversorgung Hamburgs der im Heizkraftwerk Tiefstack erzeugte Hochdruckdampf auf ein niedrigeres Druckniveau reduziert und dabei in einer Turbine Strom erzeugt. Aktuell sind in Teilen der Gebäude eine Medienagentur, ein Tonstudio und mehrere Künstlerateliers ansässig. 

Für Rückfragen und Bildmaterial:

Kristina Sassenscheidt, Denkmalschutzamt
Tel.: 040/42863-35 36
kristina.sassenscheidt@bkm.hamburg.de


Stefan Kleimeier, Vattenfall Europe AG
Tel.: 040/63 96-27 32
stefankleimeier@vattenfall.de