Universität Hamburg entwickelt neue Software für Feuerwehr und Polizei in Hamburg

Experiment zur Überprüfung findet am Sonnabendmorgen am Hafen statt

Am frühen Morgen des kommenden Sonnabend (16. April) werden die Behörde für Inneres und Sport und die Universität Hamburg im Hafen eine neue Software testen, mit der Feuerwehr und Polizei in Fällen der Freisetzung giftiger Gase künftig deutlich schneller und präziser die Ausbreitung einer Schadstoffwolke in der Stadt vorhersagen und die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und zur Bekämpfung der Gefahr koordinieren können.

Software der Universität Hamburg errechnet Ausbreitung giftiger Gase - Innenbehörde Hamburg - FHH

Blaulicht vor Qualm Seit einem Jahr wird am Großrechner des Forschungslabors der amerikanischen Marine und im Windkanal des Geomatikums der Universität Hamburg an dem Computerprogramm CT-Analyst gearbeitet, dessen Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit am kommenden Sonnabend mit einem praktischen Versuch getestet wird. Ein weiterer Feldversuch wird in wenigen Wochen folgen.

Am Sonnabendmorgen (ca. 6 Uhr) wird die Feuerwehr Hamburg dazu von Bord eines Löschbootes in der Nähe der Elbphilharmonie auf der Elbe ein ungiftiges Messgas freisetzen. Die Freisetzung wird von der Polizei und der Feuerwehr gesichert, um den Hafenverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Experten der Hamburger Feuerwehr, der Technischen Universität Hamburg-Harburg und des Forschungszentrums Jülich messen in den folgenden Stunden (ca. 6 Uhr bis 8 Uhr) die Ausbreitung des Messgases im Stadtgebiet. Prof. Bernd Leitl und Prof. Michael Schatzmann vom KlimaCampus der Universität Hamburg werden die praktischen Ergebnisse danach mit den Vorhersagen des neuen Computerprogramms abgleichen und damit dessen Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit prüfen.

Das Medienzentrum der Polizei Hamburg dreht einen Dokumentarfilm, der künftig bei der Ausbildung von Experten der Sicherheitsbehörden verwendet wird. Im Anschluss an die Freisetzung des nicht sichtbaren Messgases wird daher für die Filmaufnahmen ein gut sichtbarer, ebenfalls ungiftiger Nebel freigesetzt, um die Ausbreitung einer Wolke zu zeigen.

Peer Rechenbach, Abteilungsleiter Katastrophen-, Brand- und Bevölkerungsschutz in der Behörde für Inneres und Sport: „Die Software CT-Analyst ist eine technische Neuerung mit großem Potenzial, kurz, ein enormer Gewinn für die Bekämpfung von Schadstoffunfällen und damit für Hamburg. Deshalb sind wir Herrn Prof. Schatzmann von der Universität sehr dankbar für die Idee, das von den amerikanischen Kollegen entwickelte Programm für Hamburg zu erschließen, und wir danken dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie der Hamburgischen Bürgerschaft für die Finanzierung des Projekts.“

Prof. Michael Schatzmann, KlimaCampus, Universität Hamburg: „Computerprogramme zur Berechnung von Schadstoffwolken waren bisher wegen langer Rechenzeiten für den praktischen Einsatz nur eingeschränkt tauglich. CT-Analyst hingegen greift auf eine existierende Datenbank zu und ist damit sehr schnell und extrem zuverlässig. Als Universität haben wir seit Projektbeginn eng mit der Behörde für Inneres und Sport sowie dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz zusammengearbeitet. Wir freuen uns, dass wir jetzt den Schritt in die Praxis machen können und drei Jahre Arbeit Früchte tragen. Mit diesem Projekt werden wir bei der Verbesserung des Bevölkerungsschutzes einen großen Schritt nach vorn machen.“

 

Ergänzende Informationen:

Beteiligte Institutionen:

           Universität Hamburg, KlimaCampus

           Behörde für Inneres und Sport mit Feuerwehr Hamburg und Polizei Hamburg

           Forschungszentrum Jülich

           Technische Universität Hamburg-Harburg

 

Lage des Löschbootes: Elbe, voraussichtlich im Bereich Elbphilharmonie

Voraussichtliche Gesamtdauer des Versuchs: ca. 4 Uhr bis 8 Uhr

Dauer der Freisetzung von Messgas und Nebel: mehrmals 15 bis 45  Minuten im Zeitraum zwischen 6 Uhr und 8 Uhr

Zeitraum der Messungen im Stadtgebiet: 6 Uhr bis 8:30 Uhr

 

Das verwendete Messgas, Schwefelhexafluorid (SF6), ist ein bewährtes, in der Freisetzung vielfach erprobtes, ungiftiges Messgas. Es ist in den zu erwartenden Konzentrationen gesundheitlich unbedenklich/ungefährlich, zugleich chemisch nicht reaktiv und mit verschiedenen Nachweisverfahren zuverlässig detektierbar.

SF6 ist

           farb- und geruchlos, chemisch neutral, träge und nicht entzündlich

           nicht ökotoxisch, nicht ozonschädigend, aber klimaschädlich

           mit Ausnahme höchster Konzentrationen, die im Feldversuch nicht erreicht werden, medizinisch unbedenklich für Mensch und Tier.

 

Das für die Filmaufnahmen verwendete Universal-Nebelpulver ist gefahrlos auch in Innenräumen einsetzbar. Es ist reizarm, umweltverträglich und besteht ausschließlich aus ungiftigen, teilweise pflanzlichen Rohstoffen.

 

 

Für Rückfragen:

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Die Behörde für Inneres und Sport im Internet: www.hamburg.de/innenbehoerde

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Presseservice