Behörde für Schule und Berufsbildung

Kostenlose Lernförderung für alle Schüler/innen ab Schuljahr 2011/12

Kostenlose Lernförderung für alle Schüler/innen ab Schuljahr 2011/12

Alle Hamburger Schülerinnen und Schüler, die im Unterricht sehr schwache Leistungen zeigen, werden vom kommenden Schuljahr an in der Schule eine kostenlose ergänzende Lernförderung („Nachhilfe“) erhalten. Dazu wird das bestehende Programm „Fördern statt Wiederholen“ von bisher rund 1,2 Millionen auf bis zu 7,8 Millionen Euro erheblich ausgeweitet. Schulsenator Ties Rabe: „Wir wollen allen Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 1-13, die das Lernziel nicht erreichen, kostenlos an allen Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien Nachhilfe anbieten. Der Förder- und Nachhilfeunterricht kann durch die enge Bindung an die Schule passgenau auf den Unterricht und die Lernprobleme abgestimmt werden, er findet zudem in vertrauter Umgebung statt, und die Teilnahme ist ohne großen Aufwand möglich. So wollen wir gerade leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern neue Chancen eröffnen.“ 

Aus vielen Studien ist bekannt, dass Klassenwiederholungen wenig helfen und Lernschwächen durch Sitzenbleiben fast nie beseitigt werde. Vielmehr führt das Sitzenbleiben dazu, dass viel Lernzeit vergeudet werde. Die Schülerinnen und Schüler würden zudem aus ihrer Klasse gerissen und psychisch oft erheblich belastet. „Gezielte Förderungen für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler sind der bessere Weg“, stellt Rabe fest. 

Diese Erkenntnis soll nun flächendeckend in die Praxis umgesetzt werden: Das bereits vom Vorgängersenat gestartete Programm „Fördern statt Wiederholen“ wird auf alle Jahrgangsstufen der Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien ausgeweitet. Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung und Umschichtungen im Schulhaushalt machen die erhebliche Aufstockung möglich. Ties Rabe: „Statt Geld mit der Gießkanne im Schulsystem zu verteilen, wollen wir die Mittel auf die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler konzentrieren. 

Die Mittel können von den Schulen abgefordert werden, um beispielsweise Studentinnen und Studenten, leistungsstarke Schülerinnen und Schüler, Eltern, pensionierte oder verrentete Lehrkräfte als Honorarkräfte zum schulüblichen Satz von 15,97 Euro pro Stunde für Nachhilfeunterricht an der Schule einzusetzen. Bis zu 40 Prozent der Mittel können aber auch für Förderangebote durch zusätzliche Lehrerstellen eingesetzt werden. Für Gruppen mit mehr als vier Schülerinnen und Schülern können im Rahmen einer Zusammenarbeit mit einem Nachhilfeinstitut auch höhere Honorarsätze gezahlt werden. 

Die Mittel sind so berechnet, dass im Durchschnitt je Klasse über ganzes Schuljahr bis zu zwei Wochenstunden Förderunterricht zum o.a. Honorarsatz organisiert werden können. Eine Schule mit vier Parallelklassen könnte so ein Jahr lang jede Woche acht Wochenstunden Förder- und Nachhilfeunterricht pro Jahrgang durchführen. Die Gruppengröße kann dabei von der Schule flexibel gehandhabt werden. 

Das Verfahren ist durch § 45 des Hamburgischen Schulgesetzes bestimmt. Danach entscheidet die Zeugniskonferenz zwei Mal im Schuljahr, bei Bedarf auch öfter, über den Förderbedarf eines Schülers oder einer Schülerin. In einer schriftlichen Lernvereinbarung der Schule mit Schülerinnen und Schülern und Erziehungsberechtigten werden Art, Umfang, Beginn und Ende des Förderunterrichts festgelegt. Dieser Beschluss ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Lernförderung. 

Senator Rabe: „An vielen Schulen sind bereits erste Fördersysteme im Aufbau. Die Schulen können deshalb an Erfahrungen anknüpfen, die beim Aufbau eigener Förderangebote bereits gemacht wurden. Diese Erfahrungen können zugleich Vorbild sein für die jetzt startende Organisation des Förder- und Nachhilfeangebots an allen Schulen. Um den Schulen die Organisation des Förder- und Nachhilfeunterrichts zu erleichtern, wird die Schulbehörde unter anderem die Jobbörse des Studierendenwerks der Universität Hamburg nutzen, über die sich Studierende für die Lehrtätigkeiten bewerben können. Darüber hinaus wird die Schulbehörde Lehramtsstudentinnen und –studenten gezielt auf das neue Angebot hinweisen. Im Internet wird zudem eine offene und unverbindliche Adressliste von Nachhilfeanbietern veröffentlicht.“  

 

Für Rückfragen der Medien:
Peter Albrecht, Pressesprecher
Behörde für Schule und Berufsbildung;
Tel: (040) 4 28 63 – 2003
E-Mail: Peter.Albrecht@bsb.hamburg.de,
Internet: www.hamburg.de/bsb