Kulturbehörde

Wilhelmsburger Wasserturm geschützt

Wilhelmsburger Wasserturm geschützt

vergrößern Unter Denkmalschutz: Der Wasserturm in Hamburg-Wilhelmsburg (Foto: Denkmalschutz) Unter Denkmalschutz: Der Wasserturm in Hamburg-Wilhelmsburg (Foto: Denkmalschutz) (Bild: Denkmalschutzamt)

Der Wasserturm Groß Sand 4 ist jetzt unter Denkmalschutz gestellt worden, weil er anschaulich den Ausbau der Wilhelmsburger Infrastruktur Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentiert und zugleich eine wichtige städtebauliche Position einnimmt.

Als Ende des 19. Jahrhunderts der Freihafen ausgewiesen wurde, siedelten sich viele Arbeiter in Wilhelmsburg an und die Bevölkerungszahl auf der Elbinsel stieg sprunghaft an. 1902 kam es durch die schlechten hygienischen Verhältnisse zu einer Typhusepidemie, und es wurde deutlich, wie dringend eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser war. Ab 1910 wurden daher ein Wasserwerk und dieser Wasserturm errichtet.

Der Turm besaß eine für damalige Zeiten hochmoderne Gebäudetechnik. Ein Wasserbehälter mit halbkugelförmigem Boden in Hängebodenbauweise hat ihm dabei eine besonders schlanke Silhouette verliehen. Mit einer Gesamthöhe von 46 Metern und einer Wasserstandshöhe von rund 40 Metern überragte der Turm die zur Bauzeit gültige Höchstlage von Obergeschossetagen um 17 Meter und sicherte damit einen ausreichenden Wasserdruck.

Die architektonisch aufwändige Gestaltung der Fassade ist von der zeitgenössischen Heimatschutzbewegung geprägt und zeigt sich an den rautenartigen Schmuckformen und rustikalen Mauerwerksquadern. Der Wasserbehälter zeichnet sich nach außen deutlich über einen Ring geschwungener Balkone ab. 1958 wurde der Turm außer Betrieb genommen und ist heute zu Wohnungen umgenutzt.