Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration

Ingrid Körner folgt Antje Blumenthal als Senatskoordinatorin nach

Senatsempfang im Rathaus mit 175 Gästen und regem Austausch über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Ingrid Körner folgt Antje Blumenthal als Senatskoordinatorin nach

vergrößern Senatsempfang 31. August 2011 Antje Blumenthal (li.) und Ingrid Körner (Bild: Tanja Mühle (SK)) Im feierlichen Rahmen eines Senatsempfangs hat Sozialsenator Detlef Scheele heute der ehemaligen Senatskoordinatorin Antje Blumenthal für die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit gedankt und gleichzeitig der neuen Senatskoordinatorin Ingrid Körner viel Erfolg für die weitere Tätigkeit im Sinne der Gleichstellung behinderter Menschen gewünscht.

Als Festredner sprach Dr. Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, unter anderem über die Aufgaben, die noch vor Hamburg liegen, damit die Gedanken der Konvention tatsächlich zur vollen und gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen führen.

Unter dem Titel „Der volle und gleichberechtigte Genuss der Menschenrechte durch alle Menschen mit Behinderungen. Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Hamburg“ sprach Valentin Aichele auch über die Gefahr der Aushöhlung des Begriffs Inklusion: „Der Begriff Inklusion ist zentral für die Konvention. Das gesamte Programm der Konvention jedoch auf den einen Begriff der Inklusion zu reduzieren, bedeutet das Anliegen der Konvention wesentlich zu verkürzen. Die Konvention will den vollen und gleichberechtigten Genuss aller Menschenrechte durch alle Menschen mit Behinderungen. Damit will die Konvention mehr als das, was derzeit als Inklusion von behinderten Menschen diskutiert wird.“

Ingrid Körner hatte sich Valentin Aichele als Festredner für den Senatsempfang gewünscht. Die 64-Jährige hat das Amt der Senatskoordinatorin am 6. Juli 2011 angetreten und ist damit auf Antje Blumenthal gefolgt, die seit September 2009 für die Gleichstellung behinderter Menschen zuständig war.

„Mit Ingrid Körner konnten wir eine auch international gut vernetzte Expertin auf dem Gebiet der Inklusion gewinnen. Ich bin dankbar, dass sie sich dieser neuen Aufgabe stellt und in den kommenden vier Jahren die Interessen der Hamburgerinnen und Hamburger mit Behinderung vertreten wird“, so Sozialsenator Detlef Scheele. „Sie wird wichtige Impulse in der Hamburger Politik für Menschen mit Behinderung setzen.“

Den Kern ihrer neuen Aufgabe sieht Ingrid Körner darin, den Leitgedanken der Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verankern. „Ob bei der Weiterentwicklung zentraler Aufgaben der Verwaltung, in der Gesetzgebung der Bürgerschaft oder im Handeln von Unternehmen, Sportvereinen, Nachbarschaften oder in der Kultur – immer müssen die Interessen und Rechte von Menschen mit Behinderung gleichberechtigt von Anfang an mitgedacht werden“, so Körner. „Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist keine sozialpolitische Fachangelegenheit von SGB IX oder XII. Inklusion bezieht sich auf alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, auf die gesamte Zivilgesellschaft. Nur wenn wir dies akzeptieren, kommen wir der inklusiven Gemeinschaft ein Stück näher.“

Den Blick für ein barrierefreies Miteinander zu schärfen, bei dem sich alle Menschen ungehindert und frei bewegen, entfalten und entwickeln können, war auch die Richtschnur der Arbeit der ehemaligen Senatskoordinatorin Antje Blumenthal. „Der Beginn der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Hamburg hat mein Handeln im Amt der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen stark geprägt“, sagt sie rückblickend auf ihre Zeit im Amt.

Senator Scheele: „Ich danke Antje Blumenthal für die Arbeit in der vergangenen Legislaturperiode. Sie hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass Hamburg bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf einem guten Weg ist.“

Hintergrund

Ingrid Körner war bis 1981 als Studienrätin im Hamburger Schuldienst tätig. Aufgrund ihrer persönlichen Erfahrung als Mutter einer Tochter mit Down Syndrom engagiert sie sich seit rund 30 Jahren für Menschen mit Behinderungen. So hat sie 1986 die Landesarbeitsgemeinschaft Eltern für Integration e.V. in Hamburg mitbegründet.

Mehr als 20 Jahre arbeitet sie im Bundesvorstand eines bundesweit aktiven Selbsthilfeverbandes und Trägers von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, davon zwölf Jahre als stellvertretende Bundesvorsitzende. Auch auf internationaler Ebene setzt sich Ingrid Körner für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen ein. So ist sie seit 1990 Vorstandsmitglied bei Inclusion Europe, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für Menschen mit geistiger Behinderung einsetzt.

Seit 2009 ist Körner auch Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des Europäischen Behindertenforums (European Disability Forum – EDF), einer unabhängigen Selbsthilfeorganisation, die sich europaweit für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen engagiert, auch für ihre Einbeziehung in die politischen Prozesse.

Antje Blumenthal ist in Hamburg aufgewachsen, hat ihre Ausbildung und Verwaltungslaufbahn in der Steuerverwaltung absolviert und sich schon früh gesellschaftlich engagiert. Sie war viele Jahre Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, dort von 1994 bis 1997 Vorsitzende des Sozialausschusses. In dieser Zeit hat sie unter anderem mit ihrem Antrag die Einführung von Wahlschablonen für blinde Menschen bei allen Hamburger Wahlen durchgesetzt. Von 2001 bis 2009 war Antje Blumenthal Abgeordnete im Deutschen Bundestag, ihre politischen Schwerpunkte lagen unter anderem in der Behindertenpolitik und den Herausforderungen des demographischen Wandels. Sie hatte die ehrenamtliche Aufgabe der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen in Hamburg zum 1. September 2009 angetreten.

Für Rückfragen der Medien

Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Frauke Prenzler
Tel.: 040 - 42863-5723
E-Mail: frauke.prenzler@basfi.hamburg.de

Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
Pressestelle, Nicole Serocka
Tel.: 040 - 42863-2889
E-Mail: pressestelle@basfi.hamburg.de