Weichenstellung für den Innovationsstandort Hamburg: Senat beschließt weitreichenden Ausbau der Elektromobilität

Weichenstellung für den Innovationsstandort Hamburg: Senat beschließt weitreichenden Ausbau der Elektromobilität

Hamburgs Zukunft fährt elektrisch. Gemäß dem Grundsatz „Stärken stärken!“ hat der Senat heute beschlossen, auf Basis der in Hamburg erfolgreich umgesetzten ersten Phase der Elektromobilität die Aktivitäten bei der Marktvorbereitung für elektrische Antriebe konsequent fortzusetzen und nochmals erheblich auszuweiten. Bislang werden bei Wirtschaftsunternehmen und öffentlichen Institutionen in Hamburg rd. 350 Elektrofahrzeuge erprobt. 200 Ladeplätze für E-Autos, davon hundert im öffentlichen Straßenraum in allen sieben Hamburger Bezirken, sind mittlerweile installiert und in Betrieb genommen.

Vor diesem Hintergrund hat der Senat heute beschlossen, dass Hamburg sich für die Realisierung eines „Schaufensters Elektromobilität“ im Rahmen des vom Bund zwischenzeitlich gestarteten wettbewerblichen Verfahrens um Fördermittel bewerben wird. Es ist beabsichtigt, für die Umsetzung dieses ambitionierten Programms in den kommenden Jahren aus dem Hamburger Haushalt Komplementärmittel in Höhe von 10,4 Mio. Euro bereitzustellen. Das Gesamtprojektvolumen in Hamburg würde bei einer erfolgreichen Bewerbung als „Schaufenster“ mindestens 50 Mio. Euro betragen.

Bürgermeister Olaf Scholz: „Unsere heutige Entscheidung ist ein Signal an Industrie, Politik und Gesellschaft, dass der Innovationsstandort Hamburg seine Verantwortung bei der Etablierung schadstoffarmer Antriebe wahrnehmen wird. Hamburg verfügt über ein außerordentlich hohes Potenzial für den Einsatz dieser Technologien. Ich bin überzeugt, dass die auf Elektromobilität gerichteten Konzepte und Strategien wichtige Impulse für die Hamburger Wirtschaft, den Mittelstand und selbstverständlich auch für unsere gesamte Stadt- und Verkehrsentwicklung liefern werden.“

Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Elektromobilität kann zu einem sehr dynamischen Zukunftstreiber in einigen der für den Standort Hamburg besonders wichtigen Sektoren werden. Im Hafen, in der Logistik oder in der Verbindung neuartiger Mobilitätsangebote mit unserem ÖPNV-System bieten sich jede Menge Optionen, die wir konsequent nutzen werden. Hiermit fördern wir Innovation, entlasten die Umwelt, indem wir Luftqualität verbessern und Lärmemissionen reduzieren, und stärken die Position Hamburgs im internationalen Wettbewerb der Regionen. Mit der Bereitstellung von Haushaltsmitteln in zweistelliger Millionenhöhe ist ein klares Mandat verbunden, das Thema systematisch voranzubringen. Es ist zugleich eine Botschaft an die Bundesregierung: bei den Ausbauplänen zur Elektromobilität können Sie sich auf den Partner Hamburg in jeder Hinsicht verlassen.“

Hintergrund:

Der Bund beabsichtigt, in den kommenden drei Jahren in bis zu fünf ausgewählten Regionen die verstärkte Einführung und Akzeptanz von Elektroautos zu testen. In sogenannten „Schaufenstern“ soll ein besonders hoher und sichtbarer Anteil von Elektrofahrzeugen am Gesamtverkehr eine positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit bewirken. Neben der bedarfsgerechten Entwicklung der Ladeinfrastruktur sind auch neue Geschäftsmodelle und nachhaltige Konzepte für eine Mobilität der Zukunft - unter anderem im intermodalen Verkehr - gefragt. Insgesamt stellt die Bundesregierung hierfür bis Ende 2013 ein Volumen in Höhe von 180 Mio. Euro zur Verfügung, Bis 16.Januar 2012 können sich Zusammenschlüsse aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Städten bewerben; im kommenden Mai will die Bundesregierung festlegen, wer Schaufenster wird.

Hamburg hat bislang als eine von acht bundesdeutschen Modellregionen eine erste Ausbaustufe der Elektromobilität vor Ort realisiert. Mit einer anteiligen Förderung aus Mitteln des Konjunkturpakets II des Bundes in Höhe von rd. 8,5 Mio. Euro und einem Netzwerk sehr engagierter Industrie- und Mobilitätspartner (Daimler, Renault, Karabag, DB Rent, Hamburg Energie, Vattenfall, Hamburger Hochbahn, HVV) ist es gelungen, bis Jahresende 2011 einen Status von 350 Fahrzeugen (Klein-Pkw, kleine Lieferfahrzeuge, Transporter, Busse) und 200 Ladeplätzen (100 auf öffentlichen Flächen im Straßenraum oder P+R, weitere 100 auf Werks- oder Privatgelände) zu erreichen. Die Vorgaben des Senats, dass an den Ladesäulen im öffentlichen Raum ausschließlich Ladestrom aus regenerativer Energie eingesetzt wird, die Nutzung der Säulen für alle Stromvertriebe und deren Kunden frei zugänglich sein soll (diskriminierungsfreier Zugang) und eine Stadtbildverträglichkeit an den Ladestandorten sicherzustellen ist, wurden konsequent umgesetzt. P Aus Sicht des Senats liegen die Potenziale und Chancen der Elektromobilität in den Bereichen Umweltschutz, Stadtentwicklung, Wertschöpfung, internationale Wahrnehmung und Attraktivität für Hamburg. Mit der Koordinierung aller Maßnahmen hat der Senat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation sowie die hySOLUTIONS GmbH als die zentrale Koordinierungs- und Projektleitstelle beauftragt. Zugleich sind zahlreiche Fachbehörden in die Umsetzung von Prüfaufträgen eingebunden, die sich u.a. mit folgenden Handlungsfeldern befassen:

  • Erhöhung des Anteils von batterieelektrischen und mit Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeugen in den Fuhrparks der Behörden, der Polizei und Feuerwehr und der öffentlichen Unternehmen; Ausbau der Ladeplätze für E-Fahrzeuge an öffentlichen Gebäuden;
  • Einführung quartiersbezogener Fahrzeugpools mit batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen bei städtischen Wohnungsbaugesellschaften und bei der Projektentwicklung im Bereich freier Träger;
  • Überprüfung bauplanungsrechtlicher Regelungen zwecks Förderung der Errichtung von Ladeplätzen für E-Fahrzeuge im Gebäudezusammenhang; Einführung entsprechender Wertungskriterien bei der städtischen Grundstücksvergabe;- Kopplung der Fahrzeug-Kennzeichnung an den Einsatz Erneuerbarer Energien und Verbesserung der Zugänglichkeit zu Ladeplätzen im öffentlichen Straßenraum;- Stärkung und Ausbau wissenschaftlicher Ressourcen und Kompetenzen;
  • Einbeziehung und Erweiterung der Aktivitäten auf das Gebiet und die Partner der Metropolregion Hamburg;
  • Intermodale Konzepte in Verbindung mit dem ÖPNV sowie Konzepte für das Taxengewerbe. Das Hamburger Konzept für eine Schaufensterbewerbung wird derzeit mit Industriepartnern, wissenschaftlichen Institutionen und den maßgeblichen künftigen Fahrzeugnutzern unter Federführung von BWVI und hySOLUTIONS erarbeitet.

Kontakt

Susanne Meinecke

Pressesprecherin

Pressestelle der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Alter Steinweg 4
20459 Hamburg
Adresse speichern

Presseservice