Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Klimaschutz „Unternehmen für Ressourcenschutz“ gewinnt beim Bundeswettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2011“

Hamburg gehört zu den Gewinnern des Bundeswettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz 2011“ vom das Bundesumweltministerium und der „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz“. Hamburg erhielt die Auszeichnung für das Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“ der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), mit dem kleine und mittlere Betriebe bei der effektiven Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen unterstützt werden. 

„Unternehmen für Ressourcenschutz“ gewinnt beim Bundeswettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2011“

Cornelia Rösler, Deutsches Institut für Urbanistik , Michael Sachs, Dr. Norbert Röttgen; Martina Luther, Dr. Günter Tamm (beide BSU), Bertram Fleck, Deutscher LandkreistagStaatsrat Michael Sachs nahm heute in Berlin den Preis von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen entgegen. Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Sachs: „Mir gefällt dieser Preis doppelt: Erstens, weil wir ihn in diesen Jahr gewonnen haben, in dem Hamburg Umwelthauptstadt Europas ist, und zweitens, weil er vorbildlich verlangt, das Preisgeld wieder in den Klimaschutz zu investieren. Wir werden es in unserem neuen ‚Heizungs-Netzwerk‘ verwenden. In diesem Programm können auch private Vermieter von Gewerbe- und Mehrfamilienhäusern ihre Heizungsanlagen mit einem finanziell geförderten ‚WärmeCheckPlus‘ durch Experten auf Energieeffizienz durchchecken lassen. Dieses Angebot findet gerade besonders großen Zuspruch und erzeugt besonders viele Investitionen.“ 

In Hamburg tragen Industrie und Gewerbe zu mehr als 50 Prozent des Energieverbrauchs und damit erheblich zu den CO2-Emissionen bei. Hier liegt ein großes Klimaschutzpotenzial, das durch die Schonung von Ressourcen wie Trink- und Grundwasser, durch Abfallvermeidung sowie die Verringerung von Belastungen durch Chemikalien noch vergrößert wird. Im Jahr 2001 reagierte die BSU auf diese Situation und startete das Projekt „Unternehmen für Ressourcenschutz“ als Teil der „UmweltPartnerschaft Hamburg“, einer Vereinbarung zwischen Wirtschaft und Senat zur Unterstützung von umweltfreundlichem und ressourceneffizientem Wirtschaften. In Zusammenarbeit mit der Handelskammer, der Handwerkskammer, dem Industrieverband Hamburg und 20 weiteren Partnern aus Wirtschaft, Technik und Wissenschaft entwickelte die BSU ein Konzept mit differenzierten und umfangreichen Klimaschutz-Angeboten für Unternehmen. 

Im Fokus des Ressourcenschutz-Projektes stehen kleine und mittelständische Betriebe. Das Programm umfasst drei Bausteine, die aus einer Hand angeboten werden: Vor-Ort-Beratung, ein „Effizienz-Netzwerk“ und finanzielle Förderung. Ein 11-köpfiges BSU-Berater-Team stellt zunächst den Kontakt zu den Betrieben her. Beim so genannten „ErstCheck“ analysieren die Berater vor Ort die Gegebenheiten und ermitteln, welche weiteren Checks durch Fachbetriebe und Fachplaner sinnvoll sind. Der „EffizienzCheck“ eignet sich beispielsweise für besonders komplexe Anlagen. Den „Erst“- und „EffizienzCheck“ trägt die BSU finanziell entweder ganz oder zur Hälfte. Die Kosten der weiterführenden Überprüfung einzelner technischer Anlagen teilen sich die BSU und die jeweiligen Energieversorger. Zu diesen technikbezogenen Überprüfungen gehören der „Wärme“-, „Licht“-, „Kälte“-, „BHKW“- oder „ServerraumCheck“. Solche Vor-Ort-Beratungen nehmen pro Jahr etwa 160 Unternehmen in Anspruch. Die gründliche Auswertung der Ist-Situation bildet die Basis für die spätere neutrale Sanierungsberatung, für die Prüfung der geplanten Maßnahme und für die Bereitstellung von Fördermitteln. 

Ein weiterer wesentlicher Baustein des Ressourcenschutz-Programms ist das „Effizienz-Netzwerk“. Hier haben sich unter der Federführung der BSU über 2.200 Unternehmen und andere Akteure zusammen geschlossen, darunter Innungen, Hochschulen, Verbände, Fachbetriebe und Ingenieurbüros. Das Netzwerk informiert über eine eigene Internetplattform, Broschüren und Newsletter, entwickelt Branchenleitfäden und führt Technik-Workshops sowie Fachseminare durch. 

Finanzielle Förderung bietet die Stadt für die Installation von Techniken und Anlagen an, die über die bestehenden Ausrüstungsstandards hinausgehen und dadurch Klima- und Umweltentlastungen schaffen. Bisher setzten rund 820 Unternehmen 1.190 Klimaschutzmaßnahmen um, weitere 300 Maßnahmen bei rund 200 Unternehmen sind in der Umsetzungsphase. Insgesamt investieren sie dabei etwa 274 Millionen Euro. Der Hamburger Senat beteiligt sich mit rund 26 Millionen Euro Fördermitteln. Ein Euro staatliche Förderung bewirkt also im Feld hochwichtiger Zukunftstechnologie über 10 Euro private Investitionen. Dank einer genauen technischen Auswertung der geförderten Maßnahmen und einer wissenschaftlichen Evaluierung des Programms lassen sich konkrete Aussagen über die Verbesserung der Ökobilanz machen: Bisher werden durch das Hamburger Ressourcenschutz-Projekt jährlich 153.000 Tonnen CO2 vermieden und 707.200 Kubikmeter Trink- und Grundwasser sowie 26,4 Tonnen Abfall eingespart. Auch der Einsatz von Chemikalien konnte in den Betrieben deutlich verringert werden. Mehr zum Programm unter: www.hamburg.de/ressourcenschutz/ 

Beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2011“, den das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gemeinsam mit der beim Deutschen Institut für Urbanistik angesiedelten „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" durchgeführt hat, wurden insgesamt 237 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht. Hamburg hat sich mit seinem Programm „Unternehmen für Ressourcenschutz“ in der Kategorie „Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes“ beworben. In dieser Kategorie gab es 73 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden, die jeweils ein Preisgeld von 20.000 Euro erhalten. Weitere Informationen zum Wettbewerb sowie Fotos von der Veranstaltung und vom ausgezeichneten Projekt unter www.kommunaler-klimaschutz.de/wettbewerb.