Pilot-Schulbibliotheken sollen mit Budgets der Schulen fortgeführt werden

Pilot-Schulbibliotheken sollen mit Budgets der Schulen fortgeführt werden

Schulsenator Ties Rabe hat heute deutlich gemacht, dass die 9 Pilot-Schulbibliotheken, die ab 2009 in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen erfolgreich aufgebaut wurden, mit Budgets der Schulen fortgeführt werden sollen. Senator Rabe zeigte sich zuversichtlich: „Ich habe den Auftrag erteilt, dass gemeinsam mit den Schulleitungen Lösungen entwickelt werden, wie mit den keineswegs knappen „Bordmitteln“ der Schulen der Betrieb der Bibliotheken fortgesetzt werden kann. Dass das klappen kann, zeigen andere Schulen mit gut funktionierenden Bibliotheken.“ 

Senator Rabe zeigte gleichwohl Verständnis für die Sorgen der betroffenen Schulen: „Ich kann verstehen, dass die Schülerinnen und Schüler sich die ungeschmälerte Fortsetzung ihrer besonderen Bibliothek wünschen. Genauso ist aber zu bedenken, dass die Schülerinnen und Schüler in den anderen Hamburger Schulen ebenfalls ein Recht auf eine gut ausgestattete Schule und ordentlichen Unterricht haben. 

Dieses Recht sollten wir gemeinsam sehr ernst nehmen. In der Vergangenheit ist darauf nicht immer sorgfältig geachtet worden. Mal bekam eine Schule besonders großzügige Räume, eine andere zusätzliche Lehrer (oder Bibliothekare), eine dritte beides und eine vierte gar nichts. Das ist schlicht unvernünftig und ungerecht. Schließlich sollen Hamburgs Schülerinnen und Schüler in allen Hamburger Schulen gut lernen können. Deshalb setze ich mich für eine Schulpolitik ein, die alle Schulen fair und bedarfsgerecht fördert und nicht willkürlich die eine Schule auf Kosten der anderen besser stellt.“ 

Im Jahr 2009 hatte die Vorgängerregierung beschlossen, in neun der über 300 allgemeinen Hamburger Schulen im Rahmen eines Projekts je eine Schulbibliothek einzurichten und diese mit einem multimedialen Angebot, Lesezonen, Schülerarbeitsplätzen und Fachpersonal auszustatten. Dieses Projekt war auf drei Jahre befristet. Ab dem Schuljahr 2012/13 hat die Vorgängerregierung für dieses Projekt aber kein Geld mehr zur Verfügung gestellt und auch für die einmal angedachte Ausweitung war keine Vorsorge getroffen worden.  

Bis heute bekamen nur diese neun Schulen für ihre Bibliotheken rund zwei Millionen Euro: rund 1,2 Millionen Euro für Bücher und Einrichtung und rund 800.000 Euro, um drei Jahre lang eine eigene Bibliothekarin bzw. einen eigenen Bibliothekar zu beschäftigen. Rabe: „Alle anderen Schulen haben diese Ausstattung nicht bekommen. Dabei bieten andere Schulen ebenfalls Bibliotheken und Leseförderung an – betreiben sie phantasievoll, mit großem Einsatz und mit den „Bordmitteln“ der Schule.“

 

Hintergrund 

1. Das Vorhaben zur Einrichtung von 9 Schulbibliotheken in sozial belasteten Stadtteilen war von Anfang an nur auf drei Jahre befristet. Denn der Hamburger Haushalt verfügt nicht über die Mittel, um ein solches Projekt dauerhaft zu betreiben. Bereits die alte Regierung hatte deshalb ab dem Sommer 2012 kein weiteres Geld zur Fortsetzung der Maßnahme zur Verfügung gestellt. 

2. Wenn diese neun sehr teuren Bibliotheken tatsächlich unverändert fortgeführt werden, muss an anderer Stelle bei den übrigen Schulen Geld gestrichen werden. Denn das nötige Geld müsste an anderer Stelle eingespart werden. Es wäre aber den anderen Schulen gegenüber nicht fair, wenn sie die weitere Besserstellung von neun Schulen mit eigenen Nachteilen auch noch finanzieren müssten. 

3. Auch viele der anderen allgemeinen Schulen hätten gern eine solche außerordentlich gut ausgestattete Schulbibliothek inklusive einer Bibliothekskraft. Für alle allgemeinen Hamburger Schulen würde das jedes Jahr rund 23 Millionen Euro kosten. So viel Geld könnte nur durch die Streichung von über 350 Lehrerstellen finanziert werden, das entspricht 13 kompletten Grundschulen. Das kann niemand ernsthaft wollen. 

Auf Basis dieser Ausgangslage entschied Senator Rabe, dass über das vereinbarte Projektende hinaus keine zusätzlichen Gelder für diese neun Bibliotheken bereitgestellt werden. Ab dem Sommer 2012 werden die neun Schulen wieder genau so gefördert und ausgestattet wie alle anderen Schulen. Allerdings mit dem Unterschied, dass diese neun Schulen anders als alle anderen eine perfekt eingerichtete Bibliothek bekommen haben und natürlich behalten dürfen. Derzeit finden Gespräche mit den betroffenen Schulleitungen statt, mit dem Ziel die Fortführung der Bibliotheken sicherzustellen. 

 

Für Rückfragen der Medien: 

Behörde für Schule und Berufsbildung
Peter Albrecht, Pressesprecher
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