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Neue Leitung am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg

Neue Leitung am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg

Die Historikerin Dr. Miriam Rürup, 39, wird neue Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Sie hat heute die Nachfolge von Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, 50, angetreten, die bereits im April letzten Jahres die Leitung des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) an der Technischen Universität Berlin übernommen hat.

 

Das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) wurde als erste Forschungseinrichtung dieser Art in der Bundesrepublik Deutschland 1966 in Hamburg gegründet. Finanziert wird das Institut durch die Freie und Hansestadt Hamburg. Zu den Hauptaufgaben des Instituts zählen vor allem die Forschung, Veröffentlichungen eigener und fremder wissenschaftlicher Studien sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Darüber hinaus lehren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser außeruniversitären Forschungseinrichtung an der Universität Hamburg. Das Institut veranstaltet Konferenzen, Kolloquien und Gastvorträge in enger Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Forschungsinstitutionen. Wichtigster Forschungsauftrag des Instituts ist die Auswertung der reichen archivalischen Überlieferung zur Geschichte der Juden im Hamburger Raum von den Anfängen bis in die Gegenwart. Dies umfasst auch die Erforschung der dort ansässig gewordenen spanischen und portugiesischen Juden sowie die Erschließung der jüdischen Friedhöfe dieser Region. Darüber hinaus widmet sich das Institut generell der Geschichte, Kultur und Religion des deutschsprachigen Judentums von der frühen Neuzeit bis heute.

 

Dr. Miriam Rürup studierte in Göttingen, Tel Aviv (Israel) und Berlin Geschichte, Soziologie und Europäische Ethnologie. Sie promovierte 2007 mit einer Arbeit zum Thema „Ehrensache. Jüdische Studentenverbindungen an deutschen Universitäten (1886 - 1937)“. Zuletzt war Frau Dr. Rürup beim Deutschen Historischen Institut in Washington D.C. (USA) beschäftigt, wo sie zur Geschichte der Staatenlosigkeit geforscht hat. In ihrem Forschungsprojekt verbindet sie dabei jüdische Geschichte mit der Geschichte der Menschenrechte. Die Erfahrung der Staatenlosen war meist von einem Gefühl der Heimatlosigkeit geprägt. Frau Dr. Rürup verbindet in ihren Forschungen die Staatenlosigkeit zugleich mit Ideen von Weltbürgertum, die häufig im gleichen Kontext entstanden sind. Neben den akademischen Tätigkeiten ist Frau Dr. Rürup auch im Bereich der Gedenkstättenarbeit aktiv. Sie arbeitete von 1997 bis 2001 für die Stiftung Topographie des Terrors in Berlin und ist seit 2008 Mitglied der Fachkommission der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten.

 

Weitere Informationen im Internet unter:

http://www.igdj-hh.de/