Jahresbilanz für 2012 Hohe Resonanz auf Einbürgerungsinitiative

Sprunghafter Anstieg bei Anträgen und Beratungsgesprächen

Das Interesse am Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit hat im Jahr 2012 nochmals deutlich zugenommen. Die  Antragszahlen sind gegenüber dem Vorjahr um 36,5 Prozent gestiegen, die Zahl der Beratungsgespräche um 29 Prozent. Im vorigen Jahr haben insgesamt 5.736 Ausländer einen deutschen Pass erhalten – rund 100 Personen mehr als 2011.

Einbürgerungsinitiative führt zum sprunghaften Anstieg bei Anträgen und Beratungsgesprächen - Innenbehörde Hamburg - FHH

Eine Frau und ein Mann informieren sich über das Thema Einbürgerung. Infostand der Einbürgerungslotsen auf der Altonale am 18.6.2011
Hamburgs Innensenator Michael Neumann: „Der erwartete Schub bei den Einbürgerungen ist eingetreten. Es ist überaus erfreulich, dass die vor einem Jahr gestartete Initiative des Senats auf ein so großes Interesse stößt.“

Seit Dezember 2011 wirbt der Senat durch ein persönliches Anschreiben des Ersten Bürgermeisters für die deutsche Staatsbürgerschaft. Von den rund 137.000 Hamburgerinnen und Hamburgern ohne deutschen Pass, die die zeitlichen und aufenthaltsrechtlichen Mindestvoraussetzungen erfüllen, wurden bis Ende des vergangenen Jahres 52.241 Bürgerinnen und Bürgerinnen in alphabetischer Reihenfolge angeschrieben und zu einem Beratungsgespräch ermutigt. Mittlerweile ist der Buchstabe „K“ erreicht. Im Rahmen der Beratungsgespräche wird geklärt, ob die übrigen vom Bundesgesetzgeber geforderten Einbürgerungsvoraussetzungen vorliegen.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre sieht in absoluten Zahlen wie folgt aus: 

Jahr

Einbürgerung

Beratungs­gespräche

erfolgt

beantragt

2008

2.800

4.391

7.609

2009

3.706

4.474

7.799

2010

5.295

5.082

8.307

2011

5.639

5.249

9.420

2012

5.736

7.164

12.154

 

Dass die Zahl der Einbürgerungen in 2008 und 2009 vergleichsweise niedrig war, hing ursächlich mit den in 2007 erfolgten bundeseinheitlichen Rechtsänderungen zusammen, mit denen höhere Einbürgerungsstandards - teilweise auch rückwirkend - eingeführt wurden, wie z.B. der Einbürgerungs- und Sprachtest. Die Einbürgerungsverfahren mussten ausgesetzt werden, dauerten damit länger und wirkten sich erst in den Folgejahren auf die Einbürgerungszahlen aus. 

Durch die deutliche Steigerung bei den Einbürgerungsanträgen und den Vorgesprächen werden erhebliche personelle Ressourcen gebunden, so dass die Zahl der Einbürgerungen im Jahr 2012 nicht proportional zu den Anträgen steigen konnte. Der Senat hat sich daher entschlossen, sieben weitere Stellen zu schaffen. Nach Zustimmung der Bürgerschaft konnten sie zum 01.10.2012 mit Nachwuchskräften besetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass damit künftig viele Verfahren schneller abgeschlossen werden können.

Daneben ist zu berücksichtigen, dass die Einbürgerungsbehörde nur teilweise Einfluss auf die Verfahrensdauer hat. Grundsätzlich muss die angestammte Staatsangehörigkeit aufgegeben werden, bevor man die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben kann. Die Dauer dieses Verfahrens ist vom jeweiligen Heimatrecht abhängig.

 

Die Zahl der Einbürgerungen nach Hauptherkunftsländern ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

Herkunftsland

erfolgte Einbürgerungen nach Jahren

2008

2009

2010

2011

2012

Türkei

691

747

1.196

1.447

1.345

Afghanistan

278

624

1.009

759

894

Iran

275

353

505

429

390

Russische Föderation

78

65

115

185

283

Polen

114

185

223

245

256

 

Großer Beliebtheit erfreuten sich in 2012 die Einbürgerungsfeiern, die seit Ende 2006 regelmäßig im Großen Festsaal des Rathauses abgehalten werden. Im vergangenen Jahr haben im Februar, Mai, August und November insgesamt 3.200 Gäste an den vier Veranstaltungen teilgenommen.

 

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