Straßenverkehrsbilanz 2013 Zahl der Verunglückten sinkt auf zweitniedrigsten Stand seit 1953

Die Zahl der Verunglückten auf Hamburg Straßen ist 2013 gegenüber dem Vorjahr weiter gesunken. 9.474 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen zu Schaden und damit 451 weniger als 2012 (9.925). Dies bedeutet einen Rückgang von 4,5 Prozent, der deutlicher ausfällt als in der Bundesstatistik (- 2,7%). Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der verun­glückten Kinder um 111 von 808 auf 697 (13,7 Prozent) gesunken ist. Auch 2013 war kein Kind unter den tödlich Verunglückten.

Verunglückte bei Verkehrsunfällen 1990 - 2013 Verunglückte 1990 - 2013: Gesamtzahl in rot, Getötete und Schwerverletzte in blau.

Verkehrsunfälle 2013 in Hamburg - Innenbehörde Hamburg - FHH

Bei Verkehrsunfällen in Hamburg starben im vergangenen Jahr 26 Menschen, dies ist der zweitniedrigste Wert seit Beginn der polizeilichen Statistik im Jahr 1953.  Relativ konstant blieb mit 64.995 die Zahl der insgesamt von der Polizei registrierten Verkehrsunfälle. Sie sank gegenüber 2012 (65.727) leicht um 1,1 Prozent. Bei der weit überwiegenden Zahl von Unfällen blieb es bei Blechschäden (88,5%), der Anteil der Personenschadensunfälle betrug 2013 nur noch 11,5% (Vorjahr: 11,8%).

„Ich freue mich über den insgesamt positiven Trend und vor allem über die Tatsache, dass die Zahl der Unfälle mit Kindern deutlich gesunken ist “, sagte Hamburgs Innensenator Michael Neumann. „Auch die Tatsache, dass die Zahl der Verkehrstoten wesentlich unter der des Vorjahres lag, ist grundsätzlich positiv. Bei 26 Getöteten von einem Erfolg zu sprechen, wäre jedoch nicht nur pietätlos, sondern auch falsch. Wir dürfen unsere Anstrengungen bei der Verkehrssicherheitsarbeit deshalb nicht verringern, weder bei der Verkehrsüberwachung, noch bei der Unfallprävention“, so Neumann weiter.

Der Innensenator verwies in diesem Zusammenhang auf die aktuell laufende Verkehrssi­cherheitsaktion „Rücksicht auf Kinder“ und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement, nicht nur der Polizei, sondern auch den Partnern wie der Unfallkasse Nord.

 „Verkehrsunfälle sind keine Zufälle und auch keine Erscheinung, die nur bestimmte Zielgrup­pen betrifft. Die weit überwiegende Anzahl von schweren Unfällen ist auf ein eindeutiges Fehlver­halten der Verursacher zurückzuführen, die praktisch aus allen Altersgruppen kom­men. Auch wenn junge Fahrer und mittlerweile auch Senioren überdurchschnittlich oft unter den Unfallver­ursachern zu finden sind, macht es keinen Sinn, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Unser Appell für mehr Rücksicht im Straßenverkehr richtet sich bewusst an alle Ver­kehrsteilnehmer“ so Innensenator Neumann.

 

Die Eckdaten der polizeilichen Unfallstatistik für 2013:

Mit – 1,1% gab es eine leichte Abnahme bei der Zahl aller von der Polizei registrierten Verkehrsunfälle (64.995 gegenüber 65.727).

Die Zahl der Verunglückten ging in Hamburg gegenüber dem Vorjahr um 4,5% zurück, was im Wesentlichen auf einen Rückgang bei der Zahl von Leichtverletzten zurückzuführen ist (8.642 gegenüber 9.105 im Vorjahr, dies bedeutet -5,1 %.) Hingegen stieg die Zahl der Schwer­verletzten leicht um 2,4% (806 gegenüber 787).

Unter den 26 Verkehrstoten des vergangenen Jahres befanden sich 13 Fußgänger, zwei Rad­fahrer und acht Motorradfahrer. Insgesamt also 23 Verkehrsteilnehmer, die zur Gruppe der „schwächeren Verkehrsteilnehmer“ zu zählen sind, die nur über eine geringere passive Sicher­heit verfügen. Allerdings verursachten 13 von 26 Getöteten den Unfall selbst.

Mit dem Rückgang der Zahl der verunglückten Kinder (bis 14 Jahre) von 808 auf 697 (ein Minus von 13,7%) setzt sich der langfristig positive Trend fort, der ab 2011 zwischenzeitlich  unterbrochen wurde. Seit die Polizei im Jahr 2004 ihre Verkehrssicherheitsarbeit für diese Zielgruppe intensiviert hat, ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung um 21,4% zurückgegangen, die Zahl der verun­glückten Kinder sogar um – 28,3%. Dies, obwohl die Zahl der Kinder in Hamburg in den vergangenen Jahren gestiegen ist und über der von 2004 liegt.

Auch bei den jungen Erwachsenen (18- bis 24-jährige) sinkt die Zahl der registrierten Unfälle stetig, wenn auch langsamer. 11.249 Unfälle wurden im Jahr 2013 registriert (Vorjahr 11.581), die Zahl der Verunglückten sank von 1.404 auf 1.300. Die jungen Erwachsenen stellten jedoch zu 59,8% den Hauptunfallverursacher bei den 11.249 Unfällen, bei denen Menschen ihrer Altersgruppe beteiligt waren.

Bei der Altersgruppe der Senioren (ab 65 Jahren) registrierte die Polizei bei einer nahezu gleichbleibenden Anzahl von Unfällen (11.078 gegenüber 10.953) mit + 12,7% einen deutli­chen Anstieg der Zahl der Verunglückten (996 gegenüber 884). Unter den 26 Verkehrstoten befan­den sich 10 Senioren. Von allen Altersgruppen stellten Senioren zu 61,2% am häu­figsten den Hauptunfallverursacher.

Fast keine Veränderungen gab es 2013 bei den Radfahrunfällen. Die Zahl der registrierten Unfälle fiel geringfügig von 3.024 auf 3.014. Auch die Zahl der Verunglückten blieb mit 2.212 gegenüber 2.204  im Vorjahr nahezu konstant.

Bei den Unfällen mit Fußgängern ist der Trend leicht rückläufig.  Die Zahl der Unfälle sank  um 22 (-1,5%) von 1.428 auf 1.406. Die Zahl der Verunglückten ging um 69 (-6,1%) von 1.128 auf 1.059 zurück. Darunter befindet sich allerdings die hohe Zahl von 13 getöteten Fußgängern.

Bei den Hauptunfallursachen standen Geschwindigkeit und mangelnder Sicherheitsabstand mit 28,8 % erneut an erster Stelle, gefolgt von den großstadttypischen Ursachen „Fehler beim Einfahren, Abbiegen, Wen­den oder Rückwärtsfahren“, die zusammengefasst bei 25,3% der Personenschadensunfälle als Hauptunfallursache festgestellt wurden.

Positiv war die Entwicklung bei den Alkoholunfällen, die von 863 Unfällen im Jahr 2012 auf 790 in 2013 zurückgingen (-8,5%). Allerdings führten 32,4% der Alkoholunfälle zu Personen­schä­den, bei allen Unfällen liegt diese Quote nur bei 11,5%. Auffällig: 77,1% der alkoholi­sierten Unfallverursacher kamen aus der Altersgruppe der 25- bis 64-Jährigen und gehörten somit nicht etwa einer besonderen Risikogruppe an.

Bei den Drogenunfällen blieben die Zahlen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. 120 Unfälle wurden registriert (Vorjahr: 117) bei denen 63 Verkehrsteilnehmer verunglückten (Vor­jahr: 60).

Laut Innensenator Michael Neumann sieht die Behörde für Inneres und Sport den Schwerpunkt ihrer Aufgabe weiterhin darin, im Rahmen der Unfallprävention Beratung und Hilfe vor allem für schwä­chere Verkehrsteilnehmer zu leisten, gleichzeitig aber durch eine gezielte Verkehrs­überwa­chung all denjenigen Grenzen aufzuzeigen, die durch ihr Verhalten nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Die positive Resonanz, die es anläss­lich des „Blitzermarathons“ im vergangen Jahr gegeben hat, sieht der Innensenator als Indiz dafür, dass die Toleranz in der Stadt gegenüber rücksichtslosem Verhalten im Straßen­verkehr sinkt. Die Hamburger Polizei wird sich auch 2014 am „Blitzermarathon“ beteiligen, vor allem aber kontinuierlich und täglich zur Verhinderung von Unfällen den Straßenverkehr überwa­chen.

Anlage:

Freie und Hansestadt Hamburg

2013

2012

+ / -

Differenz in %

Verkehrsunfälle gesamt

64.995

65.727

-732

-1,1

Verunglückte im Straßenverkehr

9.474

9.925

-451

-4,5

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

8.642

9.105

-463

-5,1

Schwerverletzte

806

787

19

2,4

Getötete

26

33

-7

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Kindern

599

607

-8

-1,3

Verunglückte Kinder

697

808

-111

-13,7

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

638

723

-85

-11,8

Schwerverletzte

59

85

-26

-30,6

Getötete

0

0

0

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Jungen Erwachsenen

11.249

11.581

-332

-2,9

Verunglückte Junge Erwachsene

1.300

1.404

-104

-7,4

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

1.195

1.312

-117

-8,9

Schwerverletzte

103

90

13

14,4

Getötete

2

2

0

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Senioren

11.078

10.953

125

1,1

Verunglückte Senioren

996

884

112

12,7

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

857

753

104

13,8

Schwerverletzte

129

118

11

9,3

Getötete

10

13

-3

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Fußgängern

1.406

1.428

-22

-1,5

Verunglückte Fußgänger

1.059

1.128

-69

-6,1

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

828

895

-67

-7,5

Schwerverletzte

218

215

3

1,4

Getötete

13

18

-5

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Radfahrern

3.014

3.024

-10

-0,3

Verunglückte Radfahrer

2.212

2.204

8

0,4

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

1.991

2.000

-9

-0,5

Schwerverletzte

219

200

19

9,5

Getötete

2

4

-2

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern (alle)

1.401

1.461

-60

-4,1

Verunglückte motorisierte Zweiradfahrer

765

799

-34

-4,3

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

624

645

-21

-3,3

Schwerverletzte

133

151

-18

-11,9

Getötete

8

3

5

 

 

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Die Behörde für Inneres und Sport im Internet: www.hamburg.de/innenbehoerde

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