Hamburger Elbe Borghorster Elbwiesen werden der Tide ausgesetzt - Baubeginn noch im Herbst

Ein Stück der Hamburger Elbe bald wieder im Urzustand

Nach Rücknahme zuvor erhobener Klagen steht inzwischen dem Beginn der Ausgleichsmaßnahme „Borghorster Elbwiesen“ nichts mehr im Wege.

Borghorster Elblandschaft Borghorster Elblandschaft

Borghorster Elbwiesen werden der Tide ausgesetzt - Baubeginn noch im Herbst

Demnach kann das 69 Hektar große Naturschutzgebiet in Hamburg-Altengamme und Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) durch die Öffnung des Deiches wieder dem Tideeinfluss ausgesetzt werden und die Elbwiesen, die Teil des Naturschutzgebietes „Borghorster Elblandschaft“ sind, naturschutzfachlich erheblich aufgewertet werden.

Was bedeutet die Öffnung Leitdammes für Mensch, Tiere und Pflanzen?

Für die Anwohner werden nachteilige Auswirkungen des Tidegeschehens durch den Bau des Sielbauwerks mit Schöpfwerk, Randdrainage und Sickerwasserdrainage vermieden und Beeinträchtigungen der Häuser und Wohnungen ausgeschlossen. Für die Natur bedeutet die Maßnahme im Sinne des Europäischen Netzes Natura 2000 eine immense Aufwertung und die Bildung wertvoller Biotope. Süßwasserwatten, Tideröhrichte und Tideauwald bieten auf 69 Hektar gefährdeten Vogelarten wie Blaukelchen, Rohrschwirl, Schilf- und Drosselrohrsänger, Rohrweihe und Eisvogel attraktive Flächen. Die Ansiedlung seltener Pflanzenarten wie dem Schierlingswasserfenchel wird gefördert. Und durch die neuen Flachwasserzonen entstehen für Flussfischarten wie den Rapfen, die Finte und andere Kleinfischarten neue Lebensräume.

Die Maßnahme in den Borghorster Elbwiesen ist Teil des Ausgleichs für die Erweiterung des Airbus-Werks in Finkenwerder, was wiederrum die Voraussetzung war für die für Hamburg bedeutsame Produktion und Auslieferung des Airbus A380. In enger Abstimmung mit der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung, der EU-Kommission sowie den Anwohnern und den Umweltbehörden wurde die naturschutzwertvolle Maßnahme vorbereitet.

So ließ die mit dem Projekt beauftragte ReGe Hamburg von der auf Hydrologie und Wasserbau spezialisierten Firma BWS mehr als zwei Jahre lang in aufwändigen hydrologischen Verfahren sämtliche Daten tatsächlicher Tideereignisse zusammentragen und auswerten. Dadurch konnten die wasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgebildet sowie fundierte Prognosen für alle hydraulischen Szenarien entwickelt werden. Insbesondere was die Grundwasser-Entwicklungen betrifft, wurde äußerste Sorgfalt gewahrt. Künftig wird ein Zwei-Kammer-Sperrwerk bei zu erwartenden extrem hohen Einzeltiden von über +4,50m üNN und sehr lang anhaltenden Hochwassern von Oberstrom bei einem Wasserstand von +2,00m üNN den Zu- und Ablauf unterbrechen. Zusätzlich wird ein Schöpfwerk den durch Sicker- und Qualmwasser ansteigenden Wasserspiegel auf +2,70m üNN begrenzen. Das bedeutet eine enorme Verbesserung zur bisherigen Situation, da das Frühjahrshochwasser 2006 beispielsweise +3,50m üNN auf den Borghorster Wiesen stand.

Wie geht es weiter?Ab Mai 2014 starten die Bauarbeiten zur Wattflächengestaltung und Leitdammverbreiterung sowie des Sperr- und Schöpfwerks. Um den Bau der Straße auf der Leitdammkrone zu ermöglichen, werden noch im Herbst wenige behindernde Bäume gefällt. Die Gesamtbauzeit beträgt circa zwei Jahre.

Für Rückfragen auch:

Björn Marzahn, Pressestelle
ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft mbH
Tel: (040) 380 880 - 72

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