Jahresbilanz Polizeiliche Kriminalstatistik 2013 vorgestellt

Rückgänge bei Wohnungseinbrüchen und Jugendkriminalität, mehr Internet-Delikte registriert

Hamburgs Innensenator Michael Neumann, Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch und der Leiter des Landeskriminalamtes, Leitender Kriminaldirektor Thomas Menzel, haben am heutigen Donnerstag die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2013 vorgestellt. Die Gesamtzahl der erfassten Delikte stieg gegenüber 2012 um 4,6 Prozent auf 238.019 Fälle an, was vor allem auf die Zunahme bei Diebstählen sowie Vermögens- und Fälschungsdelikten zurückzuführen ist. Die Aufklärungsquote erhöhte sich 2013 auf 43,7 Prozent (2012: 43,1 Prozent).

Polizeiliche Kriminalstatistik 2013 - Innenbehörde Hamburg - FHH

Entwicklung von Kriminalität und Aufklärungsquote in Hamburg 2013  

Weniger Wohnungseinbrüche und Autoaufbrüche

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging im Jahr 2013 um 2,4 Prozent bzw. 170 Taten zurück. Noch nie scheiterten so viele Einbrecher vor der Vollendung ihrer Tat. Bei insgesamt 6.924 registrierten Delikten gelang es den Tätern nur noch in 3.986 Fällen in die Wohnung einzudringen. Der Versuchsanteil ist damit auf 42,4 Prozent gestiegen und hat die höchste Quote seit 1971 erreicht. Hamburgs Innensenator Michael Neumann: „Wir steuern darauf zu, dass beinahe jeder zweite Einbrecher scheitert und den Betroffenen damit eine schlimme Erfahrung erspart bleibt – das ist erfreulich. Es zeigt sich: Eine gute Sicherung der eigenen vier Wände zahlt sich aus.“ Im vergangenen Jahr führte die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle 1.898 individuelle Sicherheitsberatungen zum Einbruchschutz durch. „Dieses kostenlose Angebot steht weiterhin allen Hamburgerinnen und Hamburgern zur Verfügung, bitte nutzen Sie es“, sagte Neumann. „Unabhängig davon hat die konsequente Bekämpfung des Wohnungseinbruchs für unsere Polizei hohe Priorität.“ Ebenfalls positiv: Die Zahl der Autoaufbrüche reduzierte sich um fast 1000 Fälle (- 5,8 Prozent) auf 15.837 Taten und liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als 40 Jahren.

Gewaltkriminalität weiter eingedämmt – Smartphones begehrtes Raubgut

Die Gewaltkriminalität ist 2013 um 0,2 Prozent auf insgesamt 8.665 Fälle leicht zurückgegangen. Positiv schlägt die weitere Abnahme von gefährlichen und schweren Körperverletzungen um 2,8 Prozent auf 5.406 Taten zu Buche. Dagegen nahmen die Raubdelikte um 169 auf 3.046 Fälle zu. Der Anstieg ist vor allem auf die Zunahme der Straßenraube zurückzuführen, allein für den Stadtteil St. Pauli wurden 87 Fälle mehr als 2012 registriert. Die Täter hatten es dabei vor allem auf Smartphones abgesehen. Im November 2013 gelang es der Polizei, eine Raubserie mit 20 Taten im Bereich Reeperbahn und Schanzenstraße aufzuklären. Bei den Tötungsdelikten war ein Rückgang um 19 auf 56 Taten zu verzeichnen, bei Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen gingen die Fallzahlen um 13 auf 156 zurück.

Herausforderung Internet-Kriminalität

Straftäter sind zunehmend im Internet aktiv. Durch Aufklärung und verstärkte Anzeigebereitschaft werden mehr Taten in diesem Bereich aufgedeckt. Die Zahl der Fälle, die über das Internet begangen wurden, stieg 2013 um 33,3 Prozent auf 7.253 Taten an – 1.812 Fälle mehr als im Jahr 2012. Verbreitet ist zum Beispiel der Einsatz von so genannter Ransomware, mit deren Hilfe die Täter Geld erpressen, indem mit Sperrung des betroffenen Computers gedroht wird. „Mit der Einrichtung des Fachkommissariats Cybercrime im Landeskriminalamt hat sich unsere Polizei organisatorisch und fachlich professionell auf diese Entwicklung eingestellt“, sagt Hamburgs Innensenator Michael Neumann. „In diesem Deliktsbereich sind auch in Zukunft Veränderungen und neue kriminelle Ansätze zu erwarten, so dass das Thema eine Herausforderung für die Polizei bleibt.“

Rückgang bei Jugendkriminalität ungebrochen

Im Bereich der Jugendkriminalität hält der rückläufige Trend der vergangenen Jahre ungebrochen an. 2013 wurden 13.784 Tatverdächtige unter 21 Jahren (TVu21) ermittelt, 205 weniger als im Jahr 2012. Im Zehn-Jahres-Vergleich sank die Zahl der TVu21 um mehr als ein Viertel. Bei der Jugendgewaltkriminalität sank die Zahl der TVu21 um 4,1 Prozent auf 2.146. Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen bei Gewaltdelikten reduzierte sich nochmals von 32,1 auf 31,7 Prozent und ging damit im sechsten Jahr in Folge zurück.

Hamburgs Innensenator Michael Neumann: „Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Polizei für ihre engagierte Arbeit im Sinne der Sicherheit der Menschen in Hamburg. Ich bin überzeugt, dass sich unsere Polizei auch künftig hochprofessionell auf neue Kriminalitätsphänomene einstellen wird und die Verbrechensbekämpfung weiter forcieren kann.“

 

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