Kriminalstatistik 2014 Deutlicher Rückgang bei Raubtaten, mehr Einbrüche registriert

Hamburgs Innensenator Michael Neumann, Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und der Leiter des Landeskriminalamtes, Leitender Kriminaldirektor Thomas Menzel, haben am heutigen Donnerstag die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2014 vorgestellt. Während die Gesamtzahl der erfassten Delikte mit 239.998 (+0,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr annähernd gleich blieb, konnten über 1.300 Fälle mehr aufgeklärt werden als 2013. Die Aufklärungsquote erhöhte sich im zweiten Jahr in Folge auf nunmehr 43,9 Prozent.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2014 - Innenbehörde Hamburg - FHH

Entwicklung von Kriminalität und Aufklärungsquote in Hamburg 2014 Zunahme bei Wohnungseinbrüchen

Nach einem Rückgang im Jahr zuvor ist die Zahl der Einbrüche und versuchten Einbrüche in Häuser und Wohnungen im Jahr 2014 wieder angewachsen. Die Statistik weist einen Anstieg um 566 Fälle (8,2 Prozent) auf 7.490 Taten aus. Gleichzeitig scheiterten immer mehr Einbrecher an gut gesicherten Fenstern und Türen. In 3.183 Fällen gelangten sie gar nicht erst in die Wohnung. Das entspricht einem Versuchsanteil von 42,5 Prozent – der höchste Wert seit 44 Jahren. Auf die Zunahme der Taten reagierte die Polizei kurzfristig mit zwei mehrmonatigen Einsatzoffensiven zur Bekämpfung des besonders schweren Diebstahls. Mit Erfolg: Die Aufklärungsquote stieg, im Vergleich zum Vorjahr konnten 123 Wohnungseinbrüche mehr aufgeklärt werden. Hamburgs Innensenator Michael Neumann: „Unsere Polizei hat mit ihrer Offensive gegen Einbrecher im Laufe des Jahres erste Erfolge erzielen können. Hier gilt es konsequent dranzubleiben, ebenso wie bei den nachweislich wirksamen Präventionsangeboten.“ An die Hamburgerinnen und Hamburger appellierte Neumann, die Polizei beim Kampf gegen Einbrecher zu unterstützen: „Melden Sie Verdächtiges sofort der Polizei und wählen Sie im Zweifel lieber einmal mehr die 110!“

Weniger Raubtaten

Bei den Raubdelikten hat es im vergangenen Jahr einen starken Rückgang im zweistelligen Prozentbereich gegeben. Insgesamt wurden 2.729 Taten registriert, 317 Fälle bzw. 10,4 Prozent weniger als 2013. Erfreulich entwickelte sich in diesem Bereich auch die Aufklärungsquote, die von 39,5 Prozent auf 43,0 Prozent kletterte. Unter anderem gelang es der Polizei zwei Raubserien aufzuklären. Insbesondere die Straßenraube gingen um 250 Fälle (-13,4 Prozent) spürbar zurück. Allein im Stadtteil St. Pauli fielen die Taten um 113 auf 305, was einem Rückgang von 27 Prozent entspricht.

Die Gewaltkriminalität ist 2014 mit insgesamt 8.727 Taten (+0,7 Prozent) auf nahezu gleichem Niveau geblieben. Die Anzahl der Tötungsdelikte (einschließlich Versuche) ist weiter von 56 auf 47 Fälle zurückgegangen. Bei Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen stiegen die Fallzahlen um elf auf 167. Hier erhöhten sich insbesondere die Versuche (+14 Fälle), während die Vollendungen (-3 Fälle) rückläufig waren. Mehr als zwei Drittel der angezeigten Delikte wurden aufgeklärt.

Jugendkriminalität erstmals seit 2009 wieder angestiegen

Der langjährige Rückgang bei der Jugendkriminalität hat sich im vergangenen Jahr nicht fortgesetzt. Erstmals seit 2009 stieg die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren (TVu21) wieder an und zwar auf 16.002 (Vorjahr: 13.784). Trotz des aktuellen Anstiegs schrumpfte die Anzahl der TVu21 in den vergangenen zehn Jahren um 11,9 Prozent. Dieser Rückgang betrifft beide Geschlechter, der Anteil der weiblichen TVu21 liegt derzeit bei 24,4 Prozent. Mehr als 95 Prozent der unter 21-Jährigen in Hamburg sind kriminalpolizeilich nicht in Erscheinung getreten. Bei der Jugendgewaltkriminalität stieg die Zahl der TVu21 um 4,7 Prozent auf 2.246. Unter allen Gewalttätern ist der Anteil der unter 21-Jährigen Tatverdächtigen weiter auf nunmehr 31,1 Prozent zurückgegangen. Dieser positive Trend hält damit seit sieben Jahren an.

Hamburgs Innensenator Michael Neumann: „Unsere Polizei wird auch in diesem Jahr weiter den Schwerpunkt darauf setzen, Taten zu verhindern und aufzuklären, die von den Menschen in Hamburg als besonders belastend empfunden werden - wie Gewaltdelikte und Wohnungseinbrüche. Hier gilt es, deutlich gegenzuhalten. Unser Anspruch muss es sein, die Kriminalität einzudämmen und gleichzeitig die Aufklärungsquote weiter zu steigern. Ich bin sicher, dass unsere Polizei engagiert Ihren Teil dazu beitragen wird. Mein Dank gebührt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Polizei, die jeden Tag rund um die Uhr für die Sicherheit in unserer Stadt sorgen.“

 

Ergänzende Downloads:

Rückfragen der Medien:

Die Behörde für Inneres und Sport im Internet: www.hamburg.de/innenbehoerde

Presseservice