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Schulstatistikdaten Mehr Schülerinnen und Schüler in Hamburg – Weniger Schulabbrecher ohne Abschluss

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Schulsenator Ties Rabe stellt aktuelle Schuljahresstatistik vor


Schulsenator Ties Rabe hat die aktuelle Schuljahresstatistik für das laufende Schuljahr 2014/15 vorgelegt. Demnach sind die Schülerzahlen in den allgemeinbildenden Hamburger Schulen erneut angestiegen, in diesem Jahr um 1.484 auf 188.818 Schülerinnen und Schüler. Dabei gibt es insbesondere in Klasse 1 und in den Klassen für Flüchtlingskinder starke Zuwächse. Senator Rabe: „Besonders erfreulich ist, dass es in den letzten 5 Jahren gelungen ist, den Anteil der Schulabbrecher auf einen Rekordwert von nur noch 4,8 Prozent deutlich zu reduzieren. Vor 10 Jahren lag ihr Anteil noch bei 11,3 Prozent. Ein erheblicher Anteil der Schulabbrecher schafft den Schulabschluss später im zweiten Anlauf im berufsbildenden System.“ Abgeschlossen ist mittlerweile der Ausbau der Ganztagsangebote. Ties Rabe: „Bis auf eine Nachzügler-Schule haben im laufenden Schuljahr wirklich alle 335 allgemeinbildenden staatlichen Schulen in Hamburg Ganztagsangebote. 77 Prozent der Grundschüler nehmen daran teil. Das ist einmalig in Deutschland. Der komplette Ausbau des Ganztags an Hamburger Schulen war eindeutig der richtige Weg.“

Landespressekonferenz Schulstatistik 2014 v.l.n.r.: Anja Fährmann (BSB - Schulorganistation); Dr. Jenny Tänkmann (IfBQ - Schulstatistik); Norbert Maritzen (Leiter des IfBQ); Ties Rabe (Schulsenator); Jürgen Heuer (Vorsitzender der LPK); Christoph Holstein (Senatspressesprecher)

Statistik, Schuldaten, Schülerzahlen, Abbrecher

Stabiles Schulsystem: 383 staatliche und 94 private Schulen

Das staatliche Schulwesen umfasst insgesamt 383 Schulen: 190 selbständige Grundschulen, 59 Stadtteilschulen (inkl. 12 Grundschulabteilungen), 60 Gymnasien, 13 Sonderschulen, 13 Regionale Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ), 44 Berufsbildende Schulen und vier Schulen der Erwachsenenbildung. Erstmals seit langer Zeit ist die Zahl der staatlichen Schulen unverändert geblieben – ein Zeichen dafür, dass die Schulstrukturreformen beendet und das Hamburger Schulsystem zur Ruhe gekommen ist.

Im nicht-staatlichen Bereich gibt es 94 Schulen: 31 Grundschulen, 27 Stadtteilschulen (einschließlich sechs Rudolf-Steiner-Schulen), elf Gymnasien, fünf Sonderschulen, 20 Berufsbildende Schulen und eine Schule der Erwachsenenbildung. Im Vergleich zum Schuljahr 2013/14 ist die Anzahl aller Schulen (staatlich und nicht-staatlich) um eine Privatschule gestiegen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler an nicht-staatlichen allgemeinbildenden Schulen beträgt 10,7 Prozent und ist damit stabil gegenüber den Vorjahren.

Schülerzahl steigt weiter an

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler an Hamburgs staatlichen Schulen nimmt weiter zu und beträgt im laufenden Schuljahr 188.818 Schülerinnen und Schüler, das sind  1.484 mehr als im Vorjahr und 8.366 mehr als 2010. Dabei gibt es insbesondere in Klasse 1 mehr Schülerinnen und Schüler (+ 434). Ein Grund dafür ist auch die Zunahme von Flüchtlingskindern und Kindern von Zuwanderern. Sie werden in so genannten Basisklassen und Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) ein Jahr lang auf den Besuch einer Hamburger Regelschulklasse vorbereitet. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in den Basisklassen und Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) ist weiter deutlich angestiegen, von 1.687 in 2012/13 und 1.991 in 2013/14 auf 2.378 Schüler (+ 41 Prozent). Die Zahl steigt täglich weiter an und beläuft sich zurzeit (Stichtag 11. März 2015) auf bereits 3.155 Kinder und Jugendliche.

Hamburg bleibt das Bundesland mit dem höchsten Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. So haben beispielsweise von den Grundschülerinnen und –schülern mindestens 44,9 Prozent einen Migrationshintergrund, das heißt, dass sie selbst oder mindestens ein Elternteil im Ausland geboren sind (Definition nach Mikrozensus). Schulsenator Ties Rabe: „Hier wird deutlich, wie erfolgreich unsere Schulen die Integration und das Zusammenleben in unserer Stadt voranbringen.“

99 Prozent Ganztagsschulen: Ausbau so gut wie abgeschlossen

Der Ausbau der Ganztagsschulen ist so gut wie abgeschlossen. 99 Prozent der staatlichen Grundschulen sowie 100 Prozent der Stadtteilschulen und Gymnasien haben jetzt Ganztagsangebote: 189 der 190 selbständigen Grundschulen, alle 59 Stadtteilschulen (inkl. 12 Grundschulabteilungen) und alle 60 Gymnasien, darunter 6 Gymnasien mit umfassenden Ganztagsangeboten.

Schulsenator Ties Rabe: „In den letzten vier Jahren wurden 169 Grund- und Stadtteilschulen zu Schulen mit Ganztagangebot erweitert, mehr als doppelt so viele wie in den gesamten 25 Jahren davor. In diesem Schuljahr haben sich die Eltern von über 46.000 Grundschulkindern für die neuen Ganztagsangebote entschieden. Die Teilnahmequote an den Ganztagsangeboten Grund- und Stadtteilschulen ist damit erneut auf nunmehr 77,4 Prozent (Vorjahr 70 Prozent) angestiegen. Diese hohe Anmeldequote zeigt, dass der Ausbau der Ganztagsangebote dringend notwendig war. Auch der deutliche Anstieg der Vorschüler ist darauf zurückzuführen, dass es jetzt in fast allen Vorschulen Ganztagsangebote gibt. Nach dem rasanten Ausbau geht es weiterhin darum die Angebotsqualität stetig zu verbessern.“

Schulqualität: Kleine Klassen, weniger Schulabbrecher, bessere Schulabschlüsse

Die Verkleinerung der Schulklassen ist mittlerweile durch das Schulsystem durchgewachsen. Hier hat es deshalb erstmals keine größeren Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gegeben. So beträgt die durchschnittlichen Klassenfrequenzen an den Grundschulen 20,2 Schülerinnen und Schüler pro Klasse (Vorjahr 20,3), 23,4 an Stadtteilschulen in Klasse 5-10 (23,2) und 26,0 an Gymnasien in Klasse 5-10 (26,1).

Die Qualität der Schulabschlüsse verbessert sich weiterhin. So liegt der Anteil der Schulentlassenen mit Abitur bei 54,5 Prozent. Aufgrund eines Sondereffekts ist der Anteil der Abiturienten unter allen Schulentlassenen zwar formal gesunken (Vorjahr 57,8 Prozent), tatsächlich aber hat die Zahl der Abiturienten wie in allen vorangegangenen Schuljahren noch einmal zugelegt von 8.195 (2013) auf jetzt 8.514 (2014). Der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Hauptschulabschluss liegt 2014 bei 16,0 Prozent bzw. 2.504 Schülerinnen und Schülern (letzter vergleichbarer Jahrgang 2012: 16,9 Prozent bzw. 2.546 Schüler) und mit Realschulabschluss bei 20,6 Prozent bzw. 3.218 Schülerinnen und Schülern (2012: 22,1 Prozent bzw. 3.318 Schülerinnen und Schülern). Der Anteil der Schulentlassenen ohne Schulabschluss sinkt weiter kontinuierlich auf nunmehr 4,8 Prozent (2008/9: 7,8 Prozent, 2003/4: 11,3 Prozent). Nur noch 755 Schülerinnen und Schüler schafften am Ende des allgemeinbildenden Schulsystems keinen Schulabschluss, darunter sehr viele Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen oder sonderpädagogischen Förderbedarf. Vielen von ihnen gelingt das allerdings im zweiten Anlauf. So holten 477 Schülerinnen und Schüler im Jahr 2014 ihren Hauptschulabschluss an den berufsbildenden Schulen nach.

Viele Schülerinnen und Schüler nutzen die Berufsschulen zur Verbesserung ihrer Schulabschlüsse. Im Schuljahr 2013/14 haben 18.239 Schülerinnen und Schüler die Bildungsgänge der berufsbildenden Schulen absolviert. Viele von ihnen haben dort und ein Abschlusszeugnis erworben, darunter 477 Schülerinnen und Schüler einen ersten allgemeinen Schulabschluss (ESA), 1.798 einen mittleren Schulabschluss (MSA), 393 zusätzlich den schulischen Teil der Fachhochschulreife, 1.407 zusätzlich eine Fachhochschulreife sowie 647 zusätzlich die allgemeine bzw. fachgebundene Hochschulreife. Auch im Rahmen ihrer Berufsausbildung oder Weiterbildung  erwarben Berufsschülerinnen und –schüler bessere Schulabschlüsse, darunter  131 mit einem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss, 1.122 mit einem mittleren Schulabschluss sowie 655 mit einer Fachhochschulreife.

Deutlicher Anstieg in Erziehungs- und Pflegeberufen

Die Zahl der Ausbildungsanfänger in der Pflege und im Erziehungs- und Kinderbetreuungsbereich ist abermals gestiegen. 1.110 zukünftige Erzieherinnen und Erzieher und 106 zukünftige Heilerzieherinnen und Heilerzieher beginnen ihre Ausbildung an den Hamburger Fachschulen. Gut angenommen wird insbesondere die berufsbegleitende Weiterbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher. Hier steigen die Anfängerzahlen um rund 40 auf jetzt 282. Unterstützt wird dies durch eine gemeinsame Initiative Sozialbehörde und Schulbehörde mit den Trägern der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen. Die Zahl der Ausbildungsanfänger für  Sozialpädagogische Assistenz ist um knapp 30 auf jetzt 714 gestiegen. In den Pflegeberufen (Altenpflege, Gesundheits- und Pflegeassistenz sowie Haus- und Familienpflege) steigt die Zahl der Ausbildungsanfänger deutlich um 36 Prozent auf jetzt 804 Anfängerinnen und Anfänger.

Alle Zahlen der Schuljahresstatistik werden unter www.hamburg.de/schulstatistiken im Internet veröffentlicht.

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Danke für Ihr Interesse!

Kontakt

Peter Albrecht

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Schule und Berufsbildung
Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
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