Straßenverkehrsbilanz 2014 Mehr Verkehrstote, weniger Unfälle mit Kindern

Während die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2014 nur geringfügig um 1,1 Prozent auf 65.703 gestiegen ist, konnte sich Hamburg mit 9.910 verunglückten Personen im Straßenverkehr (+4,6 Prozent) dem Bundestrend nicht entziehen. Besonders tragisch ist dabei die Zahl von 38 (Vorjahr: 26) Verkehrstoten.

Verkehrsunfälle 2014 in Hamburg - Innenbehörde Hamburg - FHH

Zerstörtes Unfallfahrzeug

Positive Tendenzen verzeichnete die Polizei bei den Unfällen mit Kindern (-10 Prozent). Auch bei der Risikogruppe der Jungen Erwachsenen (-2,8 Prozent) und den Fußgängern (-3,2 Prozent) gingen die Unfallzahlen zurück.

„Erfreulich ist, dass auch im Jahr 2014 erneut kein Kind unter den tödlich Verunglückten war“, sagte Hamburgs Innensenator Michael Neumann. „Dennoch muss uns der Anstieg insbesondere der Verkehrsunfalltoten mit Sorge erfüllen. Wir werden in unseren Anstrengungen deswegen nicht nachlassen und gezielt die Verkehrssicherheitsarbeit und -überwachung intensivieren.“

Die Eckdaten der polizeilichen Unfallstatistik für 2014:

Mit 1,1 Prozent gab es eine leichte Zunahme bei der Zahl aller von der Polizei registrierten Verkehrsunfälle (65.703 gegenüber 64.995 im Jahr 2013).

Die Zahl der Verunglückten stieg in Hamburg gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent, was im Wesentlichen auf die Zunahme bei der Zahl von Leichtverletzten zurückzuführen ist (9.060 gegenüber 8.642 im Vorjahr, eine Zunahme um 4,8 Prozent). Hingegen stieg die Zahl der Schwerverletzten nur leicht um 0,7 Prozent (812 gegenüber 806 im Jahr 2013).

Unter den 38 Verkehrstoten des vergangenen Jahres waren 21 Zweiradfahrer, darunter elf Radfahrer und zehn Motorradfahrer. Diese Entwicklung ist auch auf die besonders gute Witterung im vergangenen Jahr und den um 13,9 Prozent gestiegenen Radverkehrsanteil in Hamburg zurückzuführen. Innensenator Michael Neumann: „Gute Witterungsbedingungen alleine verursachen aber keine Verkehrsunfälle. Es sind die Verkehrsteilnehmer selber, die durch ihr Verhalten und die Missachtung von Verkehrsregeln Unfälle verschulden.“

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit aktiv am Straßenverkehr teilnehmenden Kindern (bis 14 Jahre) ist von 599 auf 539 zurückgegangen (-10,0%). Dies führt die Polizei trotz steigender Kinderzahlen in Hamburg auf die durchgängig begleitende Verkehrserziehung beginnend mit dem Polizeikasper bis hin zur Fahrradprüfung in den Schulen seit 2004 zurück.
Dagegen stieg die Anzahl der verunglückten Kinder insgesamt von 697 auf 709. Hintergrund für diese Steigerung ist, dass Kinder häufiger als Mitfahrer in Kraftfahrzeugen verunglückten. Hier sind die Erwachsenen in der Pflicht, umsichtig und defensiv zu fahren und für kindgerechte Rückhaltesysteme zu sorgen.

Auch bei den jungen Erwachsenen (18- bis 24-jährige) sinkt die Zahl der registrierten Unfälle weiter. 10.932 Unfälle wurden im Jahr 2014 registriert (Vorjahr 11.249). Die erweiterte Fahrschulausbildung, der Führerschein auf Probe, das Programm „Begleitetes Fahren mit 17“ und die polizeiliche Arbeit zeigen hier offensichtlich Wirkung. Die Zahl der verunglückten Jungen Erwachsenen ist dabei mit einem Anstieg um zwei Fälle auf 1.302 nahezu unverändert. Die Risikobereitschaft der Jungen Erwachsenen ist leicht gesunken, zeichnet sich aber weiterhin durch den mit 58,8% überdurchschnittlichen Hauptunfallverursacheranteil aus.

Bei der Altersgruppe der Senioren (ab 65 Jahren) registrierte die Polizei eine erhöhte Anzahl von Unfällen (11.439 gegenüber 11.078). Dies ist der erhöhten Mobilität der Senioren geschuldet. Erfreulich ist aber hierbei ein Rückgang der Zahl der Verunglückten von 996 auf 970. Dabei sind die Folgen oft schwerwiegend, unter den 38 Verkehrstoten befanden sich elf Senioren. Mit 61,3 Prozent stellen die Senioren unverändert die Altersgruppe mit dem höchsten Hauptunfallverursacheranteil.

Einen deutlichen Anstieg gab es bei der Anzahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung. Die Zahl der registrierten Unfälle erhöhte sich von 3.014 auf 3.274 (+8,6 Prozent), die Anzahl der dabei verunglückten Radfahrer stieg von 2.212 auf 2.420 Personen (+9,4 Prozent).

Bei den Unfällen mit Fußgängern ist der Trend wie im Jahr zuvor rückläufig. Die Zahl der Unfälle sank um 45 (-3,2 Prozent) von 1.406 auf 1.361. Die Zahl der Verunglückten erhöhte sich  hingegen leicht um sieben Personen (0,7 Prozent) von 1.059 auf 1.066. Im Jahr 2014 sind dabei fünf Fußgänger weniger getötet worden als im Vorjahr (Rückgang von 13 auf 8).

Positiv ist die Entwicklung bei den Alkoholunfällen. Die Zahlen sind um 4,4 Prozent rückläufig von 790 Unfällen im Jahr 2013 auf 755 im Jahr 2014. Auch die dabei immer noch überdurchschnittliche Anzahl verunglückter Personen ist von 326 auf 319 gesunken (-2,2 Prozent). Bei den Drogenunfällen stieg die Zahl von 120 auf 135 Unfälle. Bei den 135 registrierten Verkehrsunfällen verunglückten 82 Personen (Vorjahr: 63).

Hauptunfallursachen waren zu 27,4 Prozent Fehler beim Einfahren, Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. Nur knapp dahinter rangieren zu hohe Geschwindigkeit und mangelnder Sicherheitsabstand mit 27,1 Prozent. Gerade die beiden zuletzt genannten Ursachen sowie Abbiegefehler sind für die größte Anzahl von verunglückten Personen verantwortlich.

Innensenator Michael Neumann kündigte an, die Verkehrssicherheitsarbeit zu intensivieren: „Wir werden alles dafür tun, die Zahl von Verkehrsunfällen und Verunglückten zu reduzieren. Das geht nur mit einem Mix aus Präventionsarbeit und Ahndung von Verkehrsverstößen. Ein Schwerpunkt wird im Jahr 2015 auf den Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer gelegt, insbesondere auf die Präventionsarbeit bei Fahrradfahrern und Motorradfahrern. Raser und Rotlichtfahrer werden wir weiterhin konsequent verfolgen.“ Besonders wertvolle Arbeit leiste neben der Polizei auch das „Forum Verkehrssicherheit“, in dem sich mehr als 25 Organisationen intensiv für die Sicherheit auf Hamburgs Straßen einsetzen.

Anlage:

Freie und Hansestadt Hamburg

2014

2013

+ / -

Differenz in %

Verkehrsunfälle gesamt

65.703

64.995

708

1,1

Verunglückte im Straßenverkehr

9.910

9.474

436

4,6

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

9.060

8.642

418

4,8

Schwerverletzte

812

806

6

0,7

Getötete

38

26

12

 

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Kindern

539

599

-60

-10,0

Verunglückte Kinder

709

697

12

1,7

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

639

638

1

0,2

Schwerverletzte

70

59

11

18,6

Getötete

0

0

0

 

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Jungen Erwachsenen

10.932

11.249

-317

-2,8

Verunglückte Junge Erwachsene

1.302

1.300

2

0,2

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

1.209

1.195

14

1,2

Schwerverletzte

89

103

-14

-13,6

Getötete

4

2

2

 

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Senioren

11.439

11.078

361

3,3

Verunglückte Senioren

970

996

-26

-2,6

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

816

857

-41

-4,8

Schwerverletzte

143

129

14

10,9

Getötete

11

10

1

 

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Fußgängern

1.361

1.406

-45

-3,2

Verunglückte Fußgänger

1.066

1.059

7

0,7

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

848

828

20

2,4

Schwerverletzte

210

218

-8

-3,7

Getötete

8

13

-5

 

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit Radfahrern

3.274

3.014

260

8,6

Verunglückte Radfahrer

2.420

2.212

208

9,4

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

2.185

1.991

194

9,7

Schwerverletzte

224

219

5

2,3

Getötete

11

2

9

 

 

 

 

 

 

Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern (alle)

1.514

1.401

113

8,1

Verunglückte motorisierte Zweiradfahrer

843

765

78

10,2

Darunter:

 

 

 

 

Leichtverletzte

701

624

77

12,3

Schwerverletzte

132

133

-1

-0,8

Getötete

10

8

2

 

 

Ergänzende Downloads:

Rückfragen der Medien:

Die Behörde für Inneres und Sport im Internet: www.hamburg.de/innenbehoerde

Kontakt

Frank Reschreiter

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Inneres und Sport
Johanniswall 4
20095 Hamburg
Adresse speichern

Presseservice