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Ohlsdorf Verändern heißt Bewahren

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Friedhof Ohlsdorf als Ort der Gedenkkultur und Naturraum entwickeln – Beteiligung von Anwohnern und Angehörigen.

Friedhof Ohlsdorf Besuch auf dem Friedhof Ohlsdorf im Juli 2014.

Verändern heißt Bewahren

Vor dem Hintergrund rückläufiger Belegungszahlen und einer veränderten Bestattungskultur plant die Behörde für Umwelt und Energie zusammen mit den Hamburger Friedhöfen für den Ohlsdorfer Friedhof eine langfristige und umfassende Entwicklungsstrategie. Ziel ist es, den Friedhof als nationales und internationales bedeutendes Kultur- und Gartendenkmal zu bewahren, wiederherzustellen und zu entwickeln.

Schwerpunkt bei den Planungen sind breit angelegte Beteiligungsverfahren gemeinsam mit Anwohnern und Angehörigen. Maßgebend ist, dass die zu entwerfenden Modelle die Aspekte des Denkmalschutzes, der Naturentwicklung und des Bestattungs- und Friedhofswesens in Einklang bringen sowie die Wirtschaftssituation des Friedhofs als Betrieb langfristig sichern.

Die Planungen erfordern einen sensiblen Umgang mit dem größten Parkfriedhof der Welt als

  • Gedächtnis der Stadt und Spiegel der Geschichte
  • Naturraum und Raum der Naturerlebnisse für alle
  • Ort der Gedenkkultur mit Trauerfeiern und kulturelle Veranstaltungen
  • Friedhof mit attraktiven Grabstätten und ansprechenden Feierräumen

Die vergangenen Generationen haben Hamburg mit dem Ohlsdorfer Friedhof nicht nur eine abwechslungsreich gestaltete Bestattungsfläche geschaffen, darüber hinaus entstand ein Juwel der Gartenkunst. Seine Ausdehnung von fast 400 Hektar und die Vielzahl seiner Ein­richtungen beruhen auf historischen und demographischen Bedingungen, die heute weit­gehend überholt sind: Die Beisetzungen haben sich in der Hansestadt seit 1995 als Folge zurück­gehender Sterbefälle um 22 Prozent verringert, der Anteil der Sargbeisetzungen ist dabei von 40 auf fast 25 Prozent zurückgegangen. Es gibt kaum noch Großfamilien. Hamburger Haushalte bestehen zu über 50 Prozent aus einer Person.

Auch die Ansprüche an die Grabstätten haben sich gravierend geändert: Es werden immer weniger Wahlgräber verlängert, bestehende verkleinert und große Familiengrabstätten kaum noch nachgefragt. Beisetzungen außerhalb der Friedhöfe nehmen zu (Seebeisetzungen, Friedwälder), ebenso die Zahl der Urnen- gegenüber den Sargbeisetzungen. Mehr Urnen werden auf weniger Fläche beigesetzt. Darüber hinaus gibt es immer weniger Abschiede mit einer Trauerfeier, Kapellen bleiben entsprechend ungenutzt.

Schon seit mehr als zehn Jahren werden nicht mehr auf der gesamten Fläche des Ohlsdorfer Friedhofs Grabstätten neu vergeben, vier Kapellen stehen nicht mehr für Trauerfeiern zur Verfügung.

Erste Überlegungen sehen vor, dass die Beisetzungen sich zukünftig auf eine Friedhofsfläche von rund 100 ha konzentrieren und neue Grab­stätten nur noch auf diesen Flächen vergeben werden. Wer heute ein Grab auf dieser Fläche hat, kann sein Nutzungsrecht auch in Zukunft verlängern und dort beisetzen.

Daneben wird es auf Natur- und Parkflächen weiterhin möglich sein, auf bestehenden Grabstätten beizusetzen und diese zu verlängern. Auf diesen Flächen sollen jedoch künftig keine neuen Grabstätten mehr vergeben werden. So werden sie im Laufe der Jahrzehnte eine geringere Grabdichte aufweisen.

Der Park wird nach Gesichtspunkten der Gartendenkmalpflege sowie des Naturschutzes erhalten und gepflegt. Naturschutzmaßnahmen sowie für einen Park mit Friedhof angemessene künst­lerische und kulturelle Projekte können sich dort etablieren. Orte des Austauschs, der Meditation sowie der Besinnung und Erholung stehen im Vordergrund. Gleichzeitig erfolgt eine Konzentration der Trauerfeiern auf die acht Kapellen, die auf der Fried­hofsfläche liegen, sowie auf die drei Feierhallen im Bestattungsforum. Für die Friedhofs­kapellen im Parkbereich werden alternative, friedhofsgerechte Nutzungen gesucht.

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof wird weiterhin eine große und attraktive Auswahl an Feierräumen und Grabstätten geboten, von baumbezogenen Gräbern über die beliebte Paar-Anlage bis hin zu Kolum­barien. Grabstätten von Prominenten, denkmalgeschützte Grabmonumente, Skulpturen und Mausoleen bleiben erhalten. Wie die Entstehung des Friedhofs zeigt, verlaufen Friedhofs­entwicklungen naturgemäß lang­sam. Die Ergebnisse dieser Planung  werden daher wahrscheinlich erst in Jahrzehnten sichtbar wer­den.

Ein Beteiligungsverfahren ist ebenso Teil des Projektes wie ein internationaler wissenschaftlicher Austausch und die gemeinsame Suche nach neuen Nutzungsformen, die auf dem Friedhof denkbar sind. Für 2016 ist ein erster Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern geplant.

Großzügige Unterstützung erhält die Behörde für Umwelt und Energie vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit. Im Rahmen des „Bundesprogramms Nationale Projekte des Städtebaus“ fördert das Bundes­ministerium die „nachhaltige Sicherung und Entwicklung des weltgrößten Parkfriedhofs als bedeutende denkmalgeschützte Gartenanlage“ bis 2018 mit zwei Millionen Euro. Hamburg beteiligt sich mit einer weiteren Million Euro an diesem Projekt.

 

Rückfragen der Medien:

Behörde für Umwelt und Energie, Pressestelle, Telefon: 040 / 428 40 – 3065

oder

Hamburger Friedhöfe -AöR- Lutz Rehkopf, Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 040 / 593 88 -830

 

Kontakt

Renate Pinzke

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft

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