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Religiös begründeter Extremismus Ein Jahr Beratungsnetzwerk Prävention und Deradikalisierung

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Zwischenbilanz: Bundesweit anerkannte und erfolgreiche Arbeit

Das Hamburger Beratungsnetzwerk Prävention und Deradikalisierung, in dem staatliche Stellen und freie Träger unter Beteiligung der muslimischen und alevitischen Religionsgemeinschaften gemeinsam die präventiven Maßnahmen gegen religiös begründete Radikalisierung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen und gegen Muslimfeindlichkeit abstimmen und weiterentwickeln, arbeitet seit einem Jahr.

Ein Jahr Beratungsnetzwerk Prävention und Deradikalisierung

Puzzleteile , die von mehreren Händen zusammengesetzt werden

Im Beratungsnetzwerk sind gegenwärtig 19 Institutionen vertreten. Hierzu zählen Fachbehörden, Religionsgemeinschaften, Bezirksämter, Präventions- und Interventionsprojekte, Akteure der Jugendhilfe etc. In Arbeitsgruppen werden Themenpakete gemeinsam besprochen, Anforderungen an die jeweils individuelle Präventionsarbeit gemeinschaftlich erarbeitet und fortwährend weiterentwickelt.

Quartalsweise findet eine Netzwerkbesprechung statt, einmal jährlich zieht der Steuerungskreis mit Staatsrätin und Staatsräten sowie den Spitzen der alevitischen und muslimischen Religionsgemeinschaften ein Zwischenfazit. 

Die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Akteure ist die Basis dafür, dass wir nach einem Jahr Arbeit eine insgesamt positive Zwischenbilanz ziehen können", erklärt Staatsrat Jan Pörksen. "Es ist uns gemeinschaftlich gelungen, eine stabile Struktur aufzubauen, die einerseits eine schnelle Hilfe im Einzelfall gewährleistet. Andererseits trägt der stetige Erfahrungsaustausch zur Weiterentwicklung bestehender Hilfestrukturen bei. Durch die verlässliche Kooperation in der Fallarbeit können wir Familien besser helfen, die von einer religiös begründeten Radikalisierung betroffen sind. Mein Dank gilt insbesondere den muslimischen und alevitischen Religionsgemeinschaften, deren Mitarbeit im Netzwerk von großem Wert für die Hilfestrukturen insgesamt ist. Unsere positive Bilanz zur gemeinsamen Arbeit ist überschattet durch die tragischen Ereignisse in Paris. Diese Attentate haben uns mit aller Deutlichkeit unsere Verwundbarkeit vor Augen geführt. Ich möchte betonen, dass es schon deshalb keine Alternative zur gemeinsamen Präventions- und Deradikalisierungsarbeit gibt." 

Türkisch-Islamische Union (DITIB), Dr. Zekeriya Altug: "Die Gefahr und der Schaden, der von radikalisierten extremistischen Jugendlichen für ihr Umfeld und die Gesamtgesellschaftlich ausgeht, ist groß. Dabei haben Muslime am meisten unter den Folgen der Aktionen von Extremisten zu leiden und dieses nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland. Gleichzeitig stellen alle aktuellen Untersuchungen fest, dass der Anfang der Radikalisierung vielfach seine Wurzeln in sozialen Bereichen bzw. in Diskriminierungserfahrungen hat. Daher ist es dem Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung und gegen Islamfeindlichkeit hoch anzurechnen, dass es den Blick auf die ganzheitliche Betrachtung setzt und neben der Deradikalisierung auch die antimuslimische Diskriminierung angehen möchte. Damit schafft Hamburg den Brückenschlag zwischen Sicherheitsbedarf auf der einen und Respekt und Akzeptanz gegenüber der Mehrheit der Muslime auf der anderen Seite."

Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), Yilmaz Cevik: „Das Hamburger Beratungsnetzwerk ist auf einem guten Weg. Dies ist nicht zuletzt dem Vertrauen zu verdanken, welches sich die Beteiligten gegenseitig entgegenbringen, sondern vielmehr auch ihrer Bereitschaft, sich schon während der Konzeption auf die Beiträge der Teilnehmer einzulassen.“

SCHURA – Rat der Islamischen Gemeinschaften in Hamburg, Mustafa Yoldas: „Das Beratungsnetzwerk Prävention und Deradikalisierung ist ein Paradebeispiel von gedeihlicher Kooperation von Staat und Religionsgemeinschaften zum gesellschaftlichen Frieden. Die Radikalisierung von muslimischen Jugendlichen und die Islamfeindlichkeit in Teilen der Gesellschaft sind eine Bedrohung und Herausforderung für das gute gesellschaftliche Klima in unserer Hansestadt, die nur gemeinsam und gesamtgesellschaftlich bekämpft werden können.“

Alevitische Gemeinde, Baykal Arslanbuga: "Die einzige Waffe gegen den Fanatismus ist die Vernunft" (Voltaire) Mit seinem Präventionskonzept und mit seinen Projekten macht Hamburg sehr gute, vernünftige Arbeit gegen den religiösen Fanatismus.“

Während der bisherigen Laufzeit wurden zahlreiche Präventions- und Interventionsprojekte mit sich ergänzenden Ansätzen entwickelt. Hierzu zählt zum Beispiel die Beratungsstelle Legato. Ihre Aufgabe besteht darin, Familien zu beraten und zu betreuen, in denen Anzeichen für eine religiös begründete Radikalisierung bei den Kindern wahrgenommen werden. Die Beratungsstelle hat ihre Arbeit am 1. Juli 2015 aufgenommen. Für diese Betreuungsarbeit stehen jährlich rund 300.000 Euro zur Verfügung.

Darüber hinaus wurden - auch durch die erfolgreiche Einwerbung von Projektmitteln aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben" - zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht, die sich folgenden Aspekten der Präventionsarbeit widmen: 

  • Prävention gegen Werbung im Internet
  • mit Religionspädagogik gegen religiösen Extremismus
  • Prävention im Kindes- und im Jugendalter
  • Netzwerkkoordination für die Zusammenarbeit zwischen dem Beratungsnetzwerk und den muslimischen und alevitischen Gemeinden.

Insgesamt stehen für diese Projekte jährlich 540.000 Euro zusätzlich Euro zur Verfügung, davon kommen rund 390.000 Euro aus Bundesmitteln.

Weiterführende Hinweise finden sich auf der Homepage www.hamburg.de/religioeser-extremismus.

Kontakt

Marcel Schweitzer

Pressesprecher

Freie Hansestadt Hamburg
Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration
Pressestelle
Hamburger Straße 47
22083 Hamburg
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