Stadtmodell Stadtmodell zur Flächenfindung für Flüchtlingsunterkünfte in Hamburg

CitySciencelab an der HafenCity Universität Hamburg


CityScienceLab at HafenCity Universität Hamburg_Modelltisch mit CSL Mitarbeiter CityScienceLab at HafenCity Universität Hamburg_Modelltisch mit CSL Mitarbeiter

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Aktuelle Ausgangslage

Die weitgehend gleichmäßige Verteilung von Schutzsuchenden auf dem Hamburger Stadtgebiet stellt die gesamte Stadtgesellschaft vor große Herausforderungen. Wie kann eine möglichst dezentrale und realisierbare Unterbringung der Menschen geschehen, die anschließend zu sinnvoller Integration führen kann? So lautet die Hauptfrage, mit dem sich das CityScienceLab@HCU, eine Kooperation mit dem MIT Media Lab in Boston, beschäftigt.

Um dieses Thema zu bearbeiten, werden Stadtmodelle gebaut, sog. City Scopes, an denen verschiedene Akteur_innen zusammenkommen können, um ihre Perspektiven und Vorschläge mit Blick auf die ganze Stadt Hamburg gemeinsam zu diskutieren. Wissenschaftlich fundiert, wird mit diesem Projekt versucht, eine objektive und sachliche Diskussion aufgrund von Daten und Möglichkeiten der Flächennutzungen in ganz Hamburg zu befördern. Hamburg bietet bereits ca. 39.000 Plätze für Schutzsuchende. Ziel des City Scopes ist es, Hilfestellung bei der Suche nach geeigneten Flächen für weitere 40 000 Unterkunftsplätze zu finden. 

Das City Scope

Das City Scope ist ein Datenmodell, an dem interaktiv gearbeitet werden kann. Es besteht aus zwei 2 x 2 Meter großen Modelltischen: Auf einem Tisch ist ein Modell von Hamburg in Gesamtansicht zu sehen mit allen bisherigen Unterkünften. Erfasst sind bestehende und geplante Einrichtungen der Zentralen Erstaufnahme und der Folgeunterbringung  sowie Planungsgrundlagen (z.B. die Planausweisung eines Gebietes). Projiziert wird ein Plan von Hamburg, auf dem als wichtige Orientierungsmerkmale Elbe, Alster und Bille, sowie alle Bezirks- und Stadtteilgrenzen zu sehen sind.

Der Maßstab des Hamburg-Modells lässt nur eine grobe Verortung pro Stadtteil zu. Daher gibt es einen zweiten Modelltisch, an dem flurscharf auf Stadtteilebene gezoomt werden kann. Erkennbar sind Straßen, bestehende Bebauung und Parzellen. Die HCU entwickelt Kartengrundlagen, auf denen potentielle öffentliche Freiflächen, aber auch harte und weiche Ausschlusskriterien für jede Parzelle hinterlegt sind. So kann bei der Suche nach einem weiteren Standort  zügig eine erste Einschätzung über eine mögliche Realisierbarkeit vorgenommen werden. Gemeinsam mit verschiedenen Akteur_innen kann so für jedes Flurstück geprüft werden, ob es als Standort in Frage kommt.

Im City Scope wird es möglich sein, durch Auswechseln unterschiedlicher Datenblöcke die Anzahl der Plätze für unterzubringende Schutzsuchende an einzelnen Standorten zu erhöhen oder zu reduzieren. Jede Bewegung, welche die Akteur_innen am Modell eigenständig initiieren können, hat direkte Auswirkungen auf unterschiedliche Parameter, wie z.B. die Anzahl der Unterzubringenden auf dem gesamten Stadtgebiet oder die Anzahl der Schutzsuchenden pro Bezirk oder Stadtteil.

Stadtmodelle, urbane Simulationslabore für Rapid-Prototyping, stehen dem CityScienceLab der HCU durch die Kooperation mit dem MIT Media Lab für die Untersuchung von Forschungsfragen zur Verfügung. Sie dienen der Begleitung städtischer Planungsprozesse durch die Visualisierung ortsbezogener Daten und ermöglichen damit sowohl (Echtzeit-) Simulationen als auch die Evaluation städtischer Szenarien. Das Stadtmodell besteht aus unterschiedlichen Komponenten: der Modelltisch, auf dem aus Lego gebaute Datenblöcke platziert werden; Projektoren, die unterschiedlichste Daten auf das Modell projizieren und ein Bildschirm auf dem zusätzliche Informationen und ein Gesamtüberblick dargestellt werden.

Ziel ist es, einen stadtweiten Dialog zu fördern, der sich mit der Frage beschäftigt, wie die bereits Angekommenen und die im Jahr 2016 erwarteten Geflüchteten untergebracht werden können. Dabei soll nicht nur über einzelne Standorte diskutiert, sondern diese im Kontext unterschiedlicher Nutzungsinteressen (Wohnungsbau/Gewerbe/Naturschutz) und planungsrechtlicher Vorgaben im Kontext betrachtet werden. Somit können auch Stadtbewohner_innen ihre Expertise einbringen, um über potentielle Flächen mit allen Vor- und Nachteilen für weitere Unterkünfte zu diskutieren. 

Veranstaltungen

Ab Mitte April 2016 werden in regelmäßigen Abständen offene Diskussionsveranstaltungen mit professioneller Moderation durch die Stadtentwicklungsgesellschaft (steg) an der HafenCity Universität stattfinden. Diese finden in enger Kooperation mit dem Koordinierungsstab Flüchtlinge und der Senatskanzlei der Stadt Hamburg statt. Veranstaltungen können sowohl die Bezirks- als auch die Stadtteilebene in den Blick nehmen. Entscheidend ist dabei, dass immer der Gesamtkontext Hamburg in Relation zum Detailbild im Blick gehalten werden muss. Da das Modell nur aufwendig zu transportieren ist, lädt die HCU die Gäste jeweils in ihre Räume in der HafenCity ein. Es können sich maximal 50 Personen pro Veranstaltung um die Modelle versammeln, damit interaktiv ageriert und in angemessenem Rahmen diskutiert werden kann. 

Über das CityScienceLab@HCU

Unterstützt durch die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) wurde im Sommer 2015 an der HafenCity Universität Hamburg unter der Leitung von Prof. Dr. Gesa Ziemer das CityScienceLab, eine Kooperation mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) als Forschungseinheit zur Untersuchung von Städten in der digitalen Zeit eingerichtet. Das CityScienceLab arbeitet mit Akteur_innen aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, um Veränderungen von Städten nicht nur zu erforschen, sondern auch konstruktiv mit zu gestalten. Dazu sollen vor allem in Hamburg urbane Veränderungsprozesse untersucht und wissenschaftlich ausgewertet werden. Um komplexe Fragen gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren zu diskutieren werden Stadtmodelle entwickelt, die der anschaulichen Darstellung städtischer Zusammenhänge und deren Vermittlung auch für Nicht-Fachleute dienen.

Weitere Informationen zum CityScienceLab: www.hcu-hamburg.de/research/citysciencelab/ 

Über die HafenCity Universität Hamburg (HCU)

Die HCU wurde 2006 als Zusammenschluss von drei Hamburger Hochschulen gegründet und ist als Universität für Baukunst und Metropolentwicklung einzigartig in der Hamburger Hochschullandschaft. Die HCU vereint alle Aspekte des Bauens in Gestaltung und Entwurf, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften unter einem Dach. Alle Fachgebiete werden konsequent fachübergreifend und integriert gedacht. Im Jahr 2014 hat die HCU ihren Neubau in der HafenCity in Betrieb genommen und damit die Grundlagen für die interdisziplinäre Forschung und Lehre mit hohem Praxisbezug geschaffen. Rund 2.400 Studierende und 450 Mitarbeiter arbeiten hier heute zusammen. Die HafenCity als größtes innerstädtisches Stadtentwicklungsprojekt Europas bietet den Wissenschaftlern dabei den besonderen Reiz eines Stadtlabors vor der eigenen Haustür.

Kontakt:

Marina Brink, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0)40 42827 2733
marina.brink@hcu-hamburg.de
HafenCity Universität
CityScienceLab
Überseeallee 16, EG
D- 20457 Hamburg

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Julia Offen

Pressesprecherin

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Pressestelle der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung
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22083 Hamburg
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