Umweltsenator Jens Kerstan erklärt dazu: „Das Grün und die Bäume prägen unsere Stadt. Das soll auch so bleiben. Hamburg ist nach Berlin die grünste Stadt in Deutschland und hat rund elfmal mehr Straßenbäume als beispielsweise Kopenhagen. Durch den Bauboom, neue Straßen und Radwege müssen immer wieder Bäume gefällt werden. Unser Ziel ist es, trotz der Nachverdichtung der Stadt den Verlust an Straßenbäumen zu verringern. Wir wollen deshalb schon in diesem Jahr rund dreimal mehr Geld für Nachpflanzungen bereitstellen als bisher im Haushalt vorgesehen. Mehr als 600 Bäume kommen noch in diesem Frühjahr in die Erde. Auch für die kommenden Jahre bis 2019 ist die Finanzierung zusätzlicher Bäume gesichert. Mit dem neuen Baumkataster im Internet gibt es mit wenigen Klicks Infos zu den einzelnen Straßenbäumen, etwa der Linde vor dem eigenen Fenster oder der alten Eiche an der nächsten Bushaltestelle. In den kommenden Jahren wollen wir vor allem den Blick auf die alten Bäume lenken, sie haben die größte Wirkung als Schattenspender, Feinstaubfänger und Kohlenstoffspeicher – und sind deshalb besonders schützenswert.“
Hintergrund
- In Hamburg gibt es rund 240.000 Straßenbäume, davon sind 225.000 Einzelbäume in unserer Datenbank erfasst. Die Zahl der Parkbäume ist statistisch nicht erfasst. Seriöse und belastbare Schätzungen zur Zahl der Bäume in Parks und Wäldern in Hamburg liegen nicht vor, das gleiche gilt für Bäume auf privaten Flächen.
- Das Baumkataster hat die Umweltbehörde in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) erstellt. In der kartenbasierten Anwendung werden die Ergebnisse der Baumprüfungen erfasst und dargestellt, man kann nach Straßen, Baumarten, Gattung, Pflanzjahr, Stammumfang oder Kronendurchmesser filtern und bis zum einzelnen Baum heranzoomen.
- An Hamburgs Straßen wachsen mehr als 300 verschiedene Baumarten. Hamburgs nach unserer Kenntnis ältester Baum steht in Harburg (Am Neulander Elbdeich) und ist eine 850 Jahre alte Eibe. Wahrscheinlich stammt der Baum aus der Zeit der ersten Eindeichung im 12. Jahrhundert. Der Älteste dokumentierte Straßenbaum steht an am Albertiweg in Altona: Die dortige Eiche (Quercus robur) stammt von 1720. Sie ist mit einem Stammumfang von 5,72 Meter einer der mächtigsten Straßenbäume Hamburgs.
- Die häufigsten Baumarten sind: Linden, Eichen, Ahorn, Hainbuchen und Platanen. Es gibt allein an den Hamburger Straßen rund 250 Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume, dazu noch einmal 325 Walnussbäume. Im Ranking der baumreichsten Bezirke hat Wandsbek mit fast 60.000 Straßenbäumen die Nase vorn.
- Ein hundertjähriger Baum, etwa 20 Meter hoch, 12 Meter Kronendurchmesser verarbeitet an einem Sonnentag 18 Kilogramm Kohlendioxid. Für eine Tonne Holz entzieht er der Atmosphäre rund 1,85 Tonnen Kohlendioxid und speichert dabei rund 500 Kilogramm Kohlenstoff im Holz.
- Im März 2015 startete das interdisziplinäre Forschungsvorhaben „Stadtbäume im Klimawandel“ (SiK). Ziel sind neue Kenntnisse zum Stellenwert von Stadtbäumen für die Freiraumplanung und die Bedeutung der Lebensansprüche und Pflege von Bäumen für ihre nachhaltige Verwendung.
- Seit den 50er Jahren sind in Hamburg 150.000 Straßenbäume neu gepflanzt worden. Neu- und Nachpflanzungen sind heute allerdings aufwändiger und auch im Verhältnis deutlich teurer als in der Nachkriegszeit. Das liegt daran, dass der Wurzelraum durch Versiegelung und Versorgungsleitungen geringer ist und die Konkurrenz und Verschattung durch bereits vorhandene Bäume größer. Die Kosten für liegen in der Regel bei rund 1.000 Euro, können aber je nach Standort auch bis zu 5.000 Euro betragen – für den Baum, die Pflanzung, die Herrichtung und die Betreuung beim Anwachsen.
- Mein Baum – Meine Stadt: Die Spendenaktion geht weiter. Unter www.hamburg.de/mein-baum-meine-stadt können Bürgerinnen und Bürger, Firmen oder Vereine auf einer interaktiven Karte freie Pflanz-Standorte wählen und „ihren“ Baum pflanzen lassen. Betreut wird die Aktion weiterhin von der Loki-Schmidt-Stiftung.
- Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Klimawandel-Folgen für Hamburg bis 2050 berechnet. Demnach ist mit deutlich mehr Starkregen zu rechnen, mit doppelt so vielen Hitzetagen über 30 Grad, mit mehr Stürmen und insgesamt mehr Regen. Diese Veränderungen haben direkte Auswirkungen auf den Baumbestand und die Widerstandskraft und Lebenserwartung unserer Bäume. Das erforscht Hamburg derzeit genauer und erprobt in umfangreichen Baumtests die Stadtklimatauglichkeit neuer Arten und Sorten.
Weitere Informationen unter www.hamburg.de/baeume
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