Senatskanzlei

Digitale Medien für Flüchtlinge Geflüchtete Medienschaffende im Dialog mit Bürgermeister Scholz

Was können Medienschaffende mit Fluchthintergrund für Hamburg tun? Wie wird sich die Medienlandschaft durch die Neuankommenden verändern? In einem 45minütigen Gespräch berieten sich am Dienstagnachmittag Journalist*innen und Filmemacher*innen mit Fluchtgeschichte aus fünf Ländern mit dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz an der Hamburg Media School. 

Geflüchtete Medienschaffende im Dialog mit Bürgermeister Scholz

Als Teilnehmende des spendenfinanzierten Programms „Digitale Medien für Flüchtlinge“ (DMF) absolvieren die Journalistinnen, Kameraleute, AutorInnen und FilmemacherInnen seit dem 1. April eine sechsmonatige Weiterbildung mit anschließendem Praktikum in Medienunternehmen und Filmproduktionen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz:

„Die Hamburg Media School leistet mit dem Programm „Digitale Medien für Flüchtlinge“ einen wertvollen Beitrag zur Integration von jungen Leuten in den Arbeitsmarkt. Dreizehn Medienschaffende mit Zuwanderungsgeschichte erhalten nicht nur eine fundierte berufliche Weiterbildung, sondern können das Gelernte gleich im Anschluss in einem Hamburger Medienunternehmen in die Praxis umsetzen. Wir brauchen mehr von solchen Aktivitäten, die engagierten Zuwanderinnen und Zuwanderern neue Chancen eröffnen und ihnen helfen, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.“ 

Prof. Richard Reitinger, kommissarischer Geschäftsführer der HMs und Leiter der Weiterbildung "Digitale Medien für Flüchtlinge“:

„Die Gesellschaft wird sich mit den hierher Geflüchteten ändern, das ist nicht aufzuhalten. Wir als HMS wollen dazu beizutragen, dass die Neuangekommenen möglichst schnell Teil der Gesellschaft werden können. Sie sind wichtig als Übersetzer der verschiedenen Kulturen und wir müssen sicherstellen, dass sie in Deutschland einen Platz zum Leben und Arbeiten finden. Das große Ziel unseres Programms ist, gemeinsam die Werte von Freiheit, Gleichheit und Solidarität in eine Sprache - oder in viele Sprachen - zu übersetzen, die es uns ermöglichen, auch mit den Menschen darüber zu reden, die noch nicht daran glauben. Ich glaube, dass auf diese Art in Deutschland eine neue Generation von internationalen Künstlern, Wissenschaft-lern, Publizisten, Intellektuellen, einfach: geistig Verbündeten entsteht, wie es vorher noch keine gab. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Programms, werden für uns die ersten Stimmen und Gesichter dieser neuen Generation sein. Sie können viel für die sich verändernde Gesellschaft tun.“

Zahra Sadat, DMF-Teilnehmerin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin aus Afghanistan: 

„Wir - meine zwölf Kollegen und Kolleginnen aus fünf Ländern und ich – haben die große Hoffnung, dass wir wieder in unseren Medienberufen arbeiten können. Dazu wollen wir nicht nur die deutsche Sprache noch besser beherrschen, sondern brauchen auch aktuelle Informationen darüber, wie Medien in Deutschland funktionieren, welche Produktionsbedingungen und Medienmärkte es gibt und vieles mehr. Die HMS bietet uns genau dieses Wissen in einem intensiven Weiterbildungsprogramm mit anschließendem Praktikum. Das Programm hat ein hohes Niveau und ist ein gutes Vorbild. Für mich als Journalistin und Menschenrechtsaktivistin aus Afghanistan, die seit zweieinhalb Jahren hier ist und deren Asylverfahren noch läuft, bedeutet es sehr viel, an dem Programm teilnehmen zu können.“