Behörde für Schule und Berufsbildung

Volksinitiative Großes Maßnahmenpaket zur Weiterentwicklung von Ganztagsschulen

Einigung mit Volksinitiative “Guter Ganztag“: 25 Mio. Euro für Schulkantinen, 17 Mio. Euro für Personal

Bildungssenator Ties Rabe begrüßt die Einigung der Regierungsfraktionen mit der Volksinitiative „Guter Ganztag“ über ein großes Maßnahmenpaket zur Stärkung der Ganztagsangebote an Schulen: 

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Weiterentwicklung Ganztagsschulen, PMBildung

„Ich freue ich mich, dass es gelungen ist einen guten Kompromiss zu finden. 25 Millionen Euro zusätzlich werden für Schulkantinen und bauliche Verbesserungen im Ganztagsbereich zur Verfügung gestellt. Es liegt uns allen daran, möglichst zügig angenehme Aufenthaltssituationen sicherzustellen, Sport- und Ruhephasen zu ermöglichen, dafür kann man dieses Geld gut gebrauchen. Außerdem werden wir bis 2020 die Personalmittel um 17 Millionen Euro erhöhen. Das entspricht einem Zuwachs um 350 Vollzeit-Erzieherstellen und bedeutet bessere Betreuungssituationen in den Schulen, kleinere Gruppen und viele zusätzliche Angebote, zum Beispiel eine bessere Qualität bei der Hausaufgabenunterstützung.“ 

Rabe weiter: „Die Schulen mit ihrer Schulgemeinschaft sind die Träger des Erfolgs. Ihre Verantwortung wurde hier gestärkt, Arbeitsgruppen mit Lehrern, Eltern und Erziehern werden gegründet. Jede einzelne Schule sucht den für sie besten Weg, findet und stärkt ihr Ganztagskonzept. Schule in Hamburg hat sich in den letzten Jahren stark verändert, vor fünf Jahren hatte gerade mal jede fünfte Schule ein Ganztagsangebot, heute haben dies alle Hamburger Schulen. Wir werden die Qualität dieser Ganztagsangebote weiter stärken.“

Die Maßnahmen im Einzelnen:

17 Mio. Euro für zusätzliches Personal an Ganztagsschulen (GBS und GTS)

Sowohl an GBS- als auch an GTS-Schulen wird der Personalschlüssel von 1 Stelle pro Gruppe schrittweise auf erst 1,1 (ab 2017/18), dann 1,175 (2019/20) angehoben – im Ergebnis also um 17,5 Prozent. Dies kommt auch den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zugute. Im Rahmen des Haushaltsplanes 2019/2020 werden die Personalmittel für den Ganztag an den Stadtteilschulen für die Klassenstufen 5 und 6 auf 1,1 Stellen pro Lerngruppe aufgestockt, also um 10 Prozent. Diese Personalverstärkung kostet in der Endstufe ab 2020 rund 17 Millionen Euro pro Jahr.

25 Mio. Euro Sonderfonds für Schulkantinen

Zur ganztagsgerechten Ausstattung der Räume und Flächen an Schulen sowie zur Verbesserung der Küchen und Kantinenbereiche wird ein zunächst mit 25 Millionen Euro ausgestatteter Sonderfonds „Guter Ganztag“ aufgelegt, der später durch jährliche Mittel in Höhe von 1,3 Millionen Euro fortgeschrieben werden soll. Neu zu bauende Schulküchen sollen als sogenannte „Vitalküchen“ vorgerüstet und bei Vorlage eines Ernährungskonzeptes auch ausgerüstet werden können. Es wird außerdem sichergestellt, dass die Schülerinnen und Schüler beim Mittagessen durch pädagogische Fachkräfte begleitet werden.

Qualitätsmanagement an Schulen - Referenznetzwerk

Es werden Qualitätskriterien für den Ganztag an Schulen sowie ein wirksames Qualitätssicherungsverfahren entwickelt. An jeder Schule soll ein schuleigenes Qualitätsmanagement zur Verbesserung des Ganztagsangebots eingerichtet werden. Es wird ein Referenznetzwerk geschaffen, in dem Ganztagsschulen voneinander lernen und über ihre Qualitätsentwicklung gefördert werden.

Ganztagsausschuss zur Beteiligung von Eltern und Kooperationspartnern

Viele Aspekte des Ganztags werden nun unter Beteiligung aller in Schule Beteiligten – also auch der Eltern, Kinder und des pädagogischen Personals – definiert und überprüft. Dazu wird ein Ganztagsausschuss gebildet. Dieser kann nicht nur über die nötigen Baumaßnahmen und Raumkonzepte mitentscheiden, sondern auch über die Ernährungskonzepte.

Der neu zu gründende Ganztagsausschuss (nach entsprechender Anpassung des Schulgesetzes) einer jeden Schule entwickelt Raumkonzepte mit. Diese Raumkonzepte legen fest, wie nicht zwingend für den Unterricht benötigte Flächen an den Ganztagsbedürfnissen der Kinder von Bewegung, Spiel und Ruhe ausgerichtet werden können. Zukünftig wird die Schulkonferenz bei Neu-, An- und Umbauten ab der „Planungsphase Null“ beteiligt und dazu eine schulinterne Arbeitsgruppe gebildet. Eine reguläre Beratung und Fortbildung wird durch die Schulbehörde sichergestellt. An den Schwerpunkschulen wird es zusätzliche Räume geben (zum Beispiel für Therapie und Pflege). Bei Neubauten werden Flächen im Umfang von je einem Modul (24 Quadratmeter) pro Zug für Ruhe, Bewegung und Spiel genutzt werden können. Aus dem Sonderfonds „Guter Ganztag“ können auf Basis einer Kriterien gestützten Vergaberichtlinie auf Antrag mit einem Raumkonzept zweckgebunden Mittel beantragt werden. Wo noch nicht geschehen, soll es damit schon innerhalb eines Jahres in allen Schulen mit Ganztagsbetreuung zusätzlich Ruhe- und Toberäume geben.

Kooperationspauschale auch für GTS-Schulen

GTS-Schulen (Ganztagsschulen in schuleigener Verantwortung) werden GBS-Schulen (Ganztagsschule mit Kooperationspartner) bei der Kooperationspauschale gleichgestellt: Auch GTS-Schulen erhalten jetzt eine Pauschale in Höhe von 12.500 Euro.