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Winternotprogramm 2016/17 Gleiche Platzzahl und intensivere Beratung

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Sozialbehörde reorganisiert soziale Beratung im Winternotprogramm

Als Schutz vor Erfrierung stellen die Sozialbehörde und weitere Partner von November 2016 bis März 2017 rund 900 zusätzliche Plätze für obdachlose Menschen im Winternotprogramm zur Verfügung. Durch eine enge Verzahnung von Anlaufstellen wird die Beratungsarbeit verstärkt. Ziel ist die Überwindung der Obdachlosigkeit.

Schlafsäcke und Liegen in einem Klassenraum Gemeinschaftsunterkunft im Rahmen des Winternotprogramms für Obdachlose am Schaarsteinweg.

Winternotprogramm für Obdachlose in Hamburg 2016/2017

Senatorin Melanie Leonhard: „Das Winternotprogramm hat in Hamburg eine lange Tradition, weil in dieser Stadt niemand auf der Straße erfrieren soll. Das gilt weiterhin so. Auch in den kommenden Monaten stellen wir zusätzliche Schlafplätze zur Verfügung. Außerdem investieren wir stärker als bisher in die Sozialberatung. Eine Perspektivklärung ist wichtig, um einen Weg aus der Obdachlosigkeit zu finden.“

Kapazität bleibt stabil

Insgesamt können 890 zusätzliche Schlafplätze bereitgestellt werden, die bedarfsgerecht angepasst werden können. In der Münzstraße 5-9 stehen rund 400 Schlafplätze, im Schaarsteinweg rund 360 Schlafplätze zur Verfügung. Rund 130 Schlafplätze sind in Wohncontainern über das Stadtgebiet bei Kirchengemeinden, bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und bei der Evangelischen Hochschule für Sozialpädagogik beim Rauhen Haus verteilt.

Wie in den vergangenen Jahren ist das Winternotprogramm zwischen 17.00 Uhr und 9.00 Uhr geöffnet. Eine zusätzliche Tagesaufenthaltsstätte in der Hinrichsenstraße 4 von fördern & wohnen AöR bietet mit rund 100 Plätzen eine Ergänzung zu bestehenden Aufenthaltsmöglichkeiten am Wochenende und an Feiertagen.

Die Kapazität des Winternotprogramms und das flankierende Angebot an Sozialberatung sind in den vergangenen sieben Jahren von rund 200 Plätzen im Jahr 2009 auf bis zu 1.000 Plätze im Jahr 2016 ausgebaut worden. Für das Winternotprogramm 2016/2017 stehen rund 2,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Verstärkung der Beratung

Nach bisherigen Erkenntnissen wird das Winternotprogramm auch von Personen genutzt, die in Hamburg offenbar einer Beschäftigung nachgehen sowie Personen, die sich zwar in Hamburg aufhalten, im Heimatland oder in anderen deutschen Städten jedoch über eigenen Wohnraum verfügen. Um den Fortbestand des Winternotprogramms als niedrigschwelliges Übernachtungsangebot für die ursprüngliche Zielgruppe im Winter weiter gewährleisten zu können, hat die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration mit dem Betreiber fördern & wohnen AöR sowie den Partnern der Beratungsarbeit ein Verfahren zur Intensivierung der Perspektivklärung vereinbart.

Ziel dieser Beratungsarbeit ist die Überwindung der Obdachlosigkeit in Hamburg. Personen mit Anspruch auf öffentliche Unterbringung sollen sukzessive in die dafür vorgesehenen Wohnunterkünfte ziehen. Personen ohne Anspruch auf öffentliche Unterbringung erhalten eine Rückkehrberatung.

Die Perspektivklärung findet in den Standorten des Winternotprogramms statt, die Beratungsarbeit übernehmen das Jobcenter team.arbeit.hamburg (Prüfung von Leistungsansprüchen), die Anlaufstelle für wohnungslose EU-Bürger / PLATA (Rückkehrberatung) sowie die Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit von Arbeit und Leben (beim Verdacht auf Ausbeutung der Arbeitskraft).

Senatorin Melanie Leonhard: „Wir verstärken die Beratung und helfen den Menschen, ihre Perspektive zu klären. Das ist ein wichtiger Schritt, um Obdachlosigkeit zu überwinden. Sie zu erreichen und ihnen zu helfen ist unser Ziel.“

Hintergrundinformationen

Das Winternotprogramm ist ein zeitlich befristetes Angebot der Stadt Hamburg zur Gefahrenabwehr bei kalten Tagen mit frostigen Nächten. Es richtet sich an obdachlose Menschen in Hamburg, die anonym und kostenlos eine Übernachtung finden. Tagsüber stehen außerhalb der Einrichtungen Aufenthaltsstätten zur Verfügung, auch am Wochenende.

Im vergangenen Winter kamen die Übernachtenden in beiden staatlichen Standorte Münzstraße und Schaarsteinweg zu rund 61 Prozent aus ost- und südosteuropäischen Staaten (darunter 55 Prozent aus Polen, Rumänien und Bulgarien), zu rund 30 Prozent aus anderen Ländern (Afrika) und zu rund neun Prozent aus Deutschland.

Ganzjährig stehen rund 400 Übernachtungsplätze in folgenden Einrichtungen zur Verfügung:

  • Pik As (Übernachtungsstätte für Männer, Neustädter Straße 31a, 330 Plätze),
  • Übernachtungsstätte für Frauen (Hinrichsenstraße 4a, 30 Plätze), weitere 30 Plätze sind in Vorbereitung
  • Haus Bethlehem der Schwestern der Mutter Theresa (Übernachtungsstätte für wohnungslose Frauen, Budapester Straße 23, 14 Plätze) sowie
  • Haus Jona (Übernachtungsheim der Bahnhofsmission, Repsoldstraße 46, 30 Plätze).

Darüber hinaus gibt es unter anderem Wohnprojekte für obdachlose Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, wie zum Beispiel drei Projekte der „Neue Wohnung“ gemeinnützige Wohnungslosenhilfe GmbH, sowie stationäre Einrichtungen für alleinstehende wohnungslose Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, wie zum Beispiel dem Jakob-Junker-Haus der Heilsarmee.

Tagesaufenthaltsmöglichkeiten gibt es ganzjährig an zehn Standorten: 

Kemenate – Tagestreff für wohnungslose Frauen, Tagesstätte Herz As, Tagesaufenthaltsstätte Bundesstraße, StützPunkt für obdachlose Menschen, Park-In Treffpunkt Billstedt, Obdachlosen-Tagesstätte „Mahlzeit“, CaFée mit Herz, Tagesstätte der Heilsarmee, Die Mission – Künstlerische Maßnahmen gegen die Kälte e.V. sowie Café Augenblicke des JesusCenters e.V.

Ausführliche Informationen über das soziale Hilfesystem für obdachlose und wohnungslose Menschen in Hamburg finden Sie unter www.hamburg.de/obdachlosigkeit.

 

Kontakt

Pressestelle der Sozialbehörde

Pressesprecher

Freie Hansestadt Hamburg
Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration
Pressestelle
Hamburger Straße 47
22083 Hamburg
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