Abschlussprüfungen Abiturientenquote steigt auf über 58 Prozent

9.768 Schülerinnen und Schüler schafften 2016 das Abitur

In diesem Jahr haben 9.768 Schülerinnen und Schüler an Hamburgs Schulen das Abitur bestanden – so viele wie noch nie zuvor (Vorjahr 9.451). Die meisten davon absolvierten das Abitur an den Gymnasien (5.894, Vorjahr 5.787) und Stadtteilschulen (3.128, Vorjahr 2.892). Damit erreichten hier 58,4 Prozent des ursprünglichen Jahrgangs den höchsten Schulabschluss (Vorjahr 56,7 Prozent), das ist ebenfalls ein neuer Spitzenwert. Die Durchschnittsnote liegt mit 2,44 seit Jahren stabil (Vorjahr 2,43). Besonders gute Noten erzielten Hamburgs Abiturientinnen und Abiturienten in Englisch, schwächer sind die Leistungen in Mathematik. Schulsenator Ties Rabe: „Zu diesem Erfolg kann man unseren Schülerinnen und Schülern und unseren Schulen nur gratulieren. Denn die Abiturbedingungen sind durch das Zentralabitur und Prüfungsaufgaben aus anderen Bundesländern keineswegs leichter geworden. Die Noten zeigen, wo Hamburg im Bundesvergleich steht: Gut bis sehr gut in Englisch, befriedigend in Deutsch, befriedigend bis ausreichend in Mathematik.“

Konferenz Abiturprüfungen

Abiturzahlen an Stadtteilschulen und Gymnasien steigend

Der Anstieg der Abiturienten wird im Vergleich der letzten fünf Jahre deutlich. 2012 schafften 8.238 Schüler das Abitur, in diesem Jahr waren es 1.530 mehr, das ist eine Steigerung um 19 Prozent. Der Anteil der Abiturienten stieg an den allgemeinbildenden Schulen damit von 49,2 Prozent (2012) auf 58,4 Prozent (2016) eines Jahrgangs. Die Zunahme ist vor allem auf die Stadtteilschulen zurückzuführen, die in den letzten Jahren kontinuierlich höhere Zahlen an Abiturienten verzeichneten (2014 2.709; 2016 3.128). Doch auch an den Gymnasien stieg die Zahl von 5.450 Abiturienten im Jahr 2014 auf 5.894 Abiturienten im Jahr 2016.

Die Abiturnote setzt sich zu einem Drittel aus den schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen und zu zwei Dritteln aus den Zensuren (Vornoten) der Oberstufenkurse (Semesterleistung) zusammen. Die Durchschnittsnote des Abiturs liegt seit Jahren stabil (2016: 2,44; 2015: 2,43; 2012: 2,46). Rund vier Prozent aller Kandidaten fallen bei den Prüfungen durch: 2016 waren es mit 479 Schülern 4,7 Prozent, im Vorjahr 3,9 Prozent, 2012 4,0 Prozent. Die Quote ist am Gymnasium mit 3,3 Prozent am niedrigsten, am höchsten an Berufsoberschulen, Abendgymnasien und am Hansa-Kolleg mit 8,0 Prozent, an den Stadtteilschulen liegt sie bei 6,8 Prozent. Die Quote ist in allen Schulformen leicht gestiegen.

In den Kernfächern finden die meisten Prüfungen in Deutsch statt (7.406 Prüfungen), gefolgt von Mathematik (6.242) und Englisch (6.085). Besonders häufig werden auch Prüfungen absolviert in den Fächern Biologie (4.415), Politik/Gesellschaft/Wirtschaft (2.884), Geschichte (2.578) und Geographie (2.691). Im Mittelfeld rangieren Fächer wie Religion (1.103), Kunst (1.009 Prüfungen), Physik (796) und Sport (723). Insgesamt wurden in den allgemeinen Schulen Prüfungen in 32 Fächern vorgenommen, darunter auch seltene Prüfungsfächer wie zum Beispiel Chinesisch, Griechisch, Türkisch, Theater oder Rechtskunde.

In den Kernfächern erzielten die Schülerinnen und Schüler in den Abiturprüfungen die besten Leistungen in Englisch (Notendurchschnitt schriftlich 2,69; mündlich 2,25; Vornote 2,52), gefolgt von Deutsch (schriftlich 3,05; mündlich 2,57; Vornote 2,69) und Mathematik (schriftlich 3,28; mündlich 2,98; Vornote 2,67). Unter den weiteren häufig gewählten Prüfungsfächern fallen die guten schriftlichen Leistungen in Kunst (schriftlich 2,31; mündlich 2,16) und Physik (schriftlich 2,48; mündlich 2,78) auf, schwächere schriftliche Leistungen wurden in Biologie (schriftlich 3,01; mündlich 2,68) und Politik/Gesellschaft/Wirtschaft (schriftlich 3,04; mündlich 2,46) erzielt. In den wenig angewählten Prüfungsfächern fallen die ungewöhnlich guten Noten in allen weiteren Fremdsprachen sowie in Musik (schriftlich 2,29; mündlich 1,83)  und Informatik (schriftlich 2,45; mündlich 1,99) auf.

Ergebnisse der mündlichen Abiturprüfungen

Die meisten Schülerinnen und Schüler bevorzugen das Format der mündlichen Präsentationsprüfung (82 Prozent) gegenüber der herkömmlichen mündlichen Prüfung (18 Prozent). In der Präsentationsprüfung müssen die Schüler einen grafikgestützten Vortrag über ein nicht im Unterricht behandeltes Thema halten und anschließend Fragen der Prüfungskommission beantworten. Auf die Noten hat das Format keinen Einfluss, in beiden Prüfungsformaten werden nahezu die gleichen Noten erzielt (2,58 Notendurchschnitt Präsentationsprüfung, 2,61 Notendurchschnitt herkömmliche Prüfung). Es lässt sich auch nicht die These bestätigen, dass leistungsschwächere Schüler das eine oder andere Format bevorzugen. Kandidaten, die die Präsentationsprüfungen wählten, hatten durchschnittlich die gleiche Vornote wie jene, die die herkömmliche Prüfung wählten.

Wie in den Vorjahren sind Hamburgs Schülerinnen und Schüler auch diesmal in der kontinuierlichen Kursarbeit (Notendurchschnitt Oberstufe 2,54) und in den mündlichen Prüfungen (Notendurchschnitt Abitur 2,59) durchgängig besser als in der schriftlichen Darstellung (Notendurchschnitt Abitur 2,93). Solche Unterschiede sind einerseits erwartbar, weil die verschiedenen Unterrichts- und Prüfungsformate unterschiedliche Anforderungen stellen und Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Stärken und Schwächen aufweisen. Die Abweichungen können aber auch auf unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe in bestimmten Fächern und Schulen hinweisen. Das gilt besonders stark für das Fach Mathematik. Besonders geringe Unterschiede weist dagegen das Fach Englisch auf.

So liegen die Abstände zwischen der Vornote aus der Semesterleistung und der schriftlichen Abiturprüfung je nach Schulfach und Schulform bei rund 0,40 Noten Unterschied. Besonders gering sind die Abstände in Englisch mit einer Abweichung von rund 0,15 Noten, besonders hoch in Mathematik (Abweichung 0,78 Noten). Die Differenzen sind am Gymnasium durchweg geringer (0,32 Noten Abweichung) als an der Stadtteilschule (0,56 Noten Abweichung). Extremfall ist auch hier wieder das Fach Mathematik, in dem Schüler an den Stadtteilschulen mit der Durchschnittsnote 2,67 vorzensiert waren (Gymnasium 2,46), die schriftlichen Arbeiten aber nur mit der Durchschnittsnote 4,14 (Gymnasium 3,07) bewältigten.

Abiturnoten nach Schulformen

Erwartungsgemäß fallen die Abiturnoten an den Stadtteilschulen schwächer aus als an den Gymnasien. Denn die Mehrzahl der Stadtteilschülerinnen und -schüler hat keine Gymnasialempfehlung und muss deshalb deutlich stärkere Lernfortschritte erzielen, um den Sprung in die Oberstufe und zum Abitur zu schaffen. Schulsenator Ties Rabe: „Beim Blick auf Durchschnittsnoten darf nicht vergessen werden, dass die Schüler ganz unterschiedliche Startbedingungen hatten. Oft sind die Leistungen an der Stadtteilschule deshalb sehr hoch einzuschätzen, auch wenn die Noten sich nicht an der Spitze befinden. Genauere Betrachtungen zeigen zudem, dass die Abiturnoten weniger von der Schulform, sondern viel stärker von der sozialen Lage des Elternhauses beeinflusst werden."

Durchschnittlichen Abiturnoten – beste Schulen 

Die durchschnittlichen Abiturnoten liegen am Gymnasium bei 2,34 (2,43 Vornote, 2,76 schriftliche Abiturprüfung, 2,45 mündliche Abiturprüfung), an der Stadtteilschule bei 2,61 (2,72 Vornote, 3,21 schriftliche Abiturprüfung, 2,82 mündliche Abiturprüfung).

Besonders gute Abiturprüfungen in den Kernfächern erzielten die Schülerinnen und Schüler an den Schulen Chistianeum (Othmarschen), Johanneum (Winterhude), Gymnasium Oberalster (Sasel), Gymnasium Buckhorn (Volksdorf) sowie der Max-Brauer-Schule (Stadtteilschule, Ottensen/Bahrenfeld).

Schulsenator Ties Rabe: „Ich freue mich, dass viele Schülerinnen und Schüler den höchsten Schulabschluss geschafft haben. Die deutlich gestiegenen Ansprüche in Studium und Beruf fordern eine sehr gute Schulbildung. Hamburgs im Bundesvergleich sehr gute Leistungen in Englisch zeigen sich auch im Abitur. Die Leistungen in Deutsch sind zufriedenstellend, die Leistungen in Mathematik können noch besser werden. Es dauert allerdings etwas Zeit, bis die bereits eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen wirken. Wir werden die Ergebnisse des Abiturs und die eingeleiteten Maßnahmen jetzt noch einmal sorgfältig analysieren.“

Hamburger Abitur darf nicht leichter werden

Senator Rabe: „Wir werden weiterhin sicherstellen, dass das Hamburger Abitur keinen Millimeter leichter wird, sondern auf Bundesniveau stattfindet. Mit dem Hamburger Zentralabitur haben wir bereits in allen Fächern innerhalb Hamburgs die Maßstäbe angeglichen. Schritt für Schritt setzen wir zudem Prüfungsaufgaben anderer Länder in den Hamburger Abiturprüfungen ein. Im nächsten Jahr werden wir erstmals die von der Kultusministerkonferenz bundesweit empfohlenen Aufgaben in Mathematik, Englisch und Deutsch ohne Abstriche einsetzen. Wir sind sicher, dass Hamburgs Schülerinnen und Schüler darauf gut vorbereitet sind.“

Link zu den Detailergebnissen: www.liq-projekte.de/abiturergebnisse_2015-16/

Kontakt

Peter Albrecht

Pressesprecher

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