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Forschung Verleihung des 1. Hamburger Forschungspreises zur Erforschung von Alternativen zum Tierversuch

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Gesundheits- und Wissenschaftssenatorin vergeben Preisgeld von insgesamt 20.000 Euro an zwei Preisträger

Hamburg setzt sich dafür ein, die Zahl und die Belastung der in Lehre und Forschung eingesetzten Versuchstiere so weit wie möglich zu verringern. Um die Entwicklung von Alternativmethoden zum Tierversuch voranzutreiben, haben die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) und die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) einen Förderpreis in Höhe von 20.000 Euro ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden zwei Forschungsprojekte, die bedeutsame Ansätze zur Vermeidung, Verringerung oder Verbesserung von Tierversuchen aufzeigen.

Gesundheits- und Wissenschaftssenatorin vergeben Preisgeld von insgesamt 20.000 Euro an zwei Preisträger

„Tierversuche dürfen nur durchgeführt werden, wenn keine anderen Methoden zur Verfügung stehen. Daran mangelt es aber häufig. Wir wollten mit dem Forschungspreis deshalb Anreize setzen, Alternativen zum Tierversuch in der Forschung zu entwickeln und damit einen Beitrag zur Stärkung des Tierschutzes leisten. Dass dies gelungen ist, zeigen die beiden ausgezeichneten Arbeiten. In beiden wird deutlich, dass Verbesserungen im Sinne des Tierschutzes möglich sind“, so Gesundheits- und Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks.

„Mit der Verleihung des Preises wollen wir den Fortschritt in der Medizin und gleichzeitig den Tierschutz aktiv vorantreiben. Das Ziel ist, so wenig wie möglich mit Tieren zu forschen. Die eingereichten Arbeiten machen Mut: Sie bieten interessante Ideen und Lösungsansätze, wie man schwere und unheilbare Krankheiten behandeln und gleichzeitig den Tierschutz verbessern kann“, sagt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank.

Tierversuche liefern nach wie vor wichtige Informationen darüber, ob Medikamente wirken oder ob einzelne Stoffe für den Menschen schädlich sind. Bei diesen Versuchen werden Tieren allerdings immer wieder Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt. Jedoch ist im Deutschen Grundgesetz eine Verantwortung für das Tier als Mitgeschöpf verankert, und das Leben und Wohlbefinden von Tieren ist zu schützen. Vor diesem Hintergrund sind Tierversuche in Deutschland bundeseinheitlich rechtlich streng geregelt und auf das unerlässliche Maß zu beschränken. Nach dem Tierschutzgesetz dürfen Tierversuche nur durchgeführt werden, wenn zur Beantwortung der Fragestellung keine anderen Methoden oder Verfahren angewendet werden können. Trotz deutlicher Fortschritte im Bereich der Entwicklung wissenschaftlicher Alternativmethoden zu Tierversuchen besteht ein großer Bedarf nach weiteren Verfahren. Dieser Bedarf wird durch die für den Hamburger Forschungspreis nun etwas kleiner. Aufgrund der besonders herausragenden, aber doch sehr unterschiedlichen Ansätze zweier Projekte, wird der Preis geteilt, um beide Arbeiten zu würdigen.

Eines der beiden Verfahren hat eine bessere Untersuchung der schädigenden (toxischen) Wirkung auf Nervenzellen bzw. Nervengewebe des peripheren Nervensystems zum Inhalt. Es bedient sich dazu eines Zellkulturverfahrens, in dem an menschlichen Zellen im Laborversuch Untersuchungen der giftigen Eigenschaften von Substanzen durchgeführt werden können. Der beschriebene Test kann als ein Baustein eingesetzt werden, um längerfristig die Toxizitätsuntersuchungen am Tier zu ersetzen. Eingereicht wurde dieser Vorschlag von Professor Dr. Marcel Leist von der Universität Konstanz

Die zweite ausgezeichnete Arbeit beschreibt ein Verfahren, um geplante Tierversuche wesentlich zu optimieren und dadurch zu reduzieren. Es geht um die vorherige genaue Analyse, ob Daten aus einem geplanten Tierversuch überhaupt aussagekräftig und auf den Menschen übertragbar sind. Dies geschieht durch eine umfangreiche Datenanalyse und einen Abgleich übereinstimmender Parameter zwischen dem Versuchsmodell und dem Menschen. Das Verfahren kann dadurch helfen, die Tierversuche zu verhindern, bei denen eine nicht optimal angepasste Versuchsreihe eingesetzt wird. Diese Arbeit wurde von Dr. Christopher Weidner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundesinstituts für Risikobewertung, eingereicht.

Insgesamt gingen im Rahmen der Ausschreibung neun wissenschaftliche Projekte mit Ansätzen für Ersatz- oder Ergänzungsmethoden zum Tierversuch ein. Der Preis, über dessen Vergabe eine unabhängige Jury entschieden hat, wird für herausragende, innovative wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die einen Beitrag dazu leisten, Tierversuche zu ersetzen oder zu minimieren. 

Weitere Details zum 1. Hamburger Forschungspreis zur Erforschung von Alternativen zum Tierversuch stehen unter der Adresse http://www.hamburg.de/tierschutz-tiergesundheit/ zur Verfügung.

Kontakt

Dennis Krämer

Pressesprecher

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Pressestelle
Alter Steinweg 4
20459 Hamburg
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