Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung

Gewinner der Landesexzellenzinitiative ausgewählt

13 Hamburger Forschungsverbünde werden mit insgesamt 16,5 Mio. in den nächsten eineinhalb Jahren gefördert

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach, die Vorsitzende des Vorstandes der Joachim Herz Stiftung, Frau Petra Herz, und der Vorsitzende der Landeshochschulrektorenkonferenz, Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer, haben heute die siegreichen Wettbewerbsanträge der Hamburger Landesexzellenzinitiative vorgestellt.

Gewinner der Landesexzellenzinitiative ausgewählt

landesexzellenzinitiativeAus insgesamt 21 Wettbewerbsanträgen wurden acht interdisziplinäre Forschungsverbünde (Exzellenzcluster) sowie fünf Einrichtungen zur strukturierten Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern (Graduiertenschulen) als förderungswürdig ausgewählt. Die Forschungsthemen reichen von der Sprachenvielfalt in urbanen Systemen über Nanotechnologie und Infektionsforschung bis hin zu Medien und Kommunikation oder zur Verantwortung von Regierungen in der neuen Weltordnung.

Für die nächsten eineinhalb Jahre stehen 16,5 Mio. Euro Fördermittel zur Verfügung. Die Fördersummen belaufen sich auf rund 200.000 Euro pro Jahr für eine Graduiertenschule und bis zu 1,3 Mio. Euro pro Jahr für einen Exzellenzcluster. Die Joachim Herz Stiftung als Partner der Hamburger Landesexzellenzinitiative fördert dabei den Exzellenzcluster  „Frontiers in Quantum Photon Science“ der Universität Hamburg und des DESY mit eigenen Mitteln.

Nach Ablauf der ersten Förderphase sollen alle Projekte zwischenbewertet werden. Ziel ist es, die Projekte anschließend für weitere zwei Jahre, dann durch Stiftung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Hamburg - Wissenschaftsstiftung Hamburg - gegründet 2009, bis hin zur Entscheidung im Rahmen der Bundesexzellenzinitiative II zu fördern. Für die vorgesehene Gesamtdauer von dreieinhalb Jahre werden dann insgesamt rund 38,5 Mio. zur Verfügung stehen. Die Joachim Herz Stiftung wird sich zu gegebener Zeit damit befassen, ob sie ihr Engagement nach Ablauf der Anlaufphase von eineinhalb Jahren fortsetzt.

An den Projekten, die federführend von der Universität Hamburg und der Technischen Universität Hamburg-Harburg erarbeitet wurden, sind weitere Hochschulen aus Hamburg und der Metropolregion, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Vertreter der Industrie sowie internationale Kooperationspartner beteiligt. Alle Wettbewerbsbeiträge wurden zunächst durch externe Wissenschaftler begutachtet. Die endgültige Entscheidung über die Förderung hat dann ein siebenköpfiges Auswahlgremium getroffen.

Wissenschaftssenatorin Dr. Herlind Gundelach: „Den siegreichen Forschungskooperationen gratuliere ich sehr herzlich. Sie zeigen, dass in Hamburg schon heute exzellente Forschung betrieben wird. Mit den Mitteln der Landesexzellenzinitiative wollen wir die Projekte jetzt zügig fördern und sie so fit machen für die zweite Runde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern. Die Lücke zwischen der staatlichen Grundfinanzierung der Hochschulen und den Fördermitteln des Bundes kann so bestmöglich geschlossen werden. Den Mitgliedern des Vergabeausschusses danke ich für ihre großartige Unterstützung. Sie zeigt uns,  dass der Weg, den wir mit der Landesexzellenzinitiative beschreiten, der richtige ist.“

Petra Herz, Vorsitzende des Vorstandes der Joachim Herz Stiftung: „Mit der Förderung der Landesexzellenzinitiative will die Joachim Herz Stiftung einen Impuls für den Ausbau sowie die weitere Profilierung des Wissenschaftsstandorts Hamburg geben. Besonders gut hat der Joachim Herz Stiftung dabei die Einbindung eines internationalen Austauschs von Wissenschaftlern in dem Exzellenzcluster „Frontiers in Quantum Photon Science“ gefallen, was neben der wissenschaftlichen Qualität des Forschungsvorhabens zur Entscheidung für dieses Projekt beigetragen hat.“

Prof. Dr.-Ing. Edwin Kreuzer, Vorsitzende der Landeshochschulrektorenkonferenz: „Der heutige Tag ist für die Hamburger Hochschulen ein herausragender Tag. Die Ergebnisse der ersten Landesexzellenzinitiative sind erfreulich für die Hamburger Wissenschaft, sehr erfreulich für die beteiligten Institutionen und herausragend für die ausgewählten Forscher. Vor allem ist diese Entwicklung für die Grundlagenforschung in Hamburg ein ganz wichtiges Signal. Hamburg schließt damit auf zu den vorwiegend im Süden liegenden Bundesländern, die gezeigt haben, dass eine frühzeitige Förderung der Grundlagenforschung die Voraussetzung für eine erfolgreiche Beteiligung an der Bundesexzellenzinitiative ist.“

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Mitglied im Vergabeausschuss: „Mit der Landesexzellenzinitiative bekennt sich die Stadt Hamburg zur Grundlagenforschung. Dadurch stärkt sie den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hamburg und stellt die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft."

Hintergrund:

Im Januar 2009 hat die Stadt Hamburg eine eigene Landesexzellenzinitiative ins Leben gerufen, um Hamburger Forschungsverbünde unverzüglich und zielgerichtet zu fördern. Im Juni 2009 konnte die Joachim Herz Stiftung als Partner der Landesexzellenzinitiative gewonnen werden.

Auswahlverfahren und Vergabeausschuss

Das Auswahlverfahren im Rahmen der Landesexzellenzinitiative wurde als zweistufiges, wissenschaftsbasiertes Verfahren durchgeführt und entspricht den in der Wissenschaftsförderung üblichen Standards, wie sie beispielsweise bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder Stiftungen zum Einsatz kommen.

In der ersten Stufe erfolgte eine schriftliche Begutachtung der Anträge durch externe Gutachter – nationale und internationale Experten aus den jeweiligen Fachgebieten. Um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten, wurde allen Gutachtern ein einheitlicher, den Antragstellern bekannter, Kriterienkatalog für die Antragsbewertung zur Verfügung gestellt. Für die 21 Anträge liegen insgesamt 60 schriftliche Gutachten vor, das beutet in der Regel drei Expertenmeinungen pro Antrag. Mehr als 50% der Gutachter kommen dabei aus dem europäischen und außereuropäischen Ausland (31 internationale, 29 deutsche).

Ein siebenköpfiger Vergabeausschuss unter Vorsitz der Präses der Behörde für Wissenschaft und Forschung hat dann in einem zweiten Schritt die Anträge auf Grundlage der schriftlichen Gutachten bewertet und die abschließende Förderentscheidung getroffen. Grundlage für die Entscheidung war auch hier der bekannte Kriterienkatalog. Besonders wurde dabei neben der wissenschaftlichen Qualität der Projekte und der beteiligten Wissenschaftler auch das Potenzial für eine erfolgreiche Antragstellung in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder beachtet. Der Vergabeausschuss war mehrheitlich mit Wissenschaftlern besetzt, wobei alle Fächergruppen vertreten waren.

Graduiertenschule

Eine Graduiertenschule dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und ist ein befristetes, strukturiertes Studien- und Forschungsprogramm für Doktoranden. In einer Graduiertenschule lernen, arbeiten und forschen Doktoranden und Postdoktoranden gemeinsam themenzentriert in einem größeren Forschungszusammenhang. Moderne Graduiertenschulen sind immer interdisziplinär oder disziplinenübergreifend angelegt und beinhalten z.B. themenbezogene Doktorandenbetreuung durch einen oder mehrere erfahrene Wissenschaftler, gemeinsame wissenschaftliche Veranstaltungen und einen intensiven fachlichen Austausch mit Wissenschaftlern aus dem Fachgebiet. Häufig sind Graduiertenschulen Bestandteil von Forschungsclustern.

Exzellenzcluster

Forschungscluster sind regionale Forschungsverbünde, die die vorhandene Expertise zu einem (größeren) Forschungsthema bündeln. In den Clustern arbeiten alle für das Thema relevanten Einrichtungen und Wissenschaftler/innen aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen, um aktuelle und komplexe wissenschaftliche Fragestellungen zu untersuchen. Solche Themenstellungen erfordern in der Regel eine interdisziplinäre oder disziplinenübergreifende Zusammenarbeit von Spezialisten verschiedenen Fachrichtungen, z.T. auch eine Einbeziehung der Industrie. Die beteiligten Wissenschaftler müssen ausgewiesene Experten ihres Fachgebietes sein und das Cluster muss sich erfolgreich einer Begutachtung im Wettbewerb unterziehen, damit es als ein Exzellenzcluster anerkannt wird.

Informationen zu den ausgewählten Projekten, zum Auswahlverfahren und den Auswahlkriterien sowie zum Vergabeausschuss stehen auf den Internetseiten der Behörde für Wissenschaft und Forschung zum Download bereit: http://www.hamburg.de/bwf  

- Anlage Geförderte Projekte 
  
(PDF/32 KB)

- Anlage Stiftungsportrait - Joachim Herz Stiftung
  
(PDF/194 KB)

- Mitglieder des Vergabeausschuss
  
(PDF/18 KB)

- Ausschreibung Landesexzellenzinitiative
  
(PDF/24 KB)

- Kriterien zur Bewertung von Landesexzellenzclustern
  
(PDF/16 KB)

- Kriterien zur Bewertung von Landesgraduiertenschulen
  
(PDF/16 KB)

Für Rückfragen:

Behörde für Wissenschaft und Forschung, Timo Friedrichs,
Tel.: +49 (0)40 42863-2322, E-Mail: pressestelle@bwf.hamburg.de

Joachim Herz Stiftung, Nadine Mohr,
Tel.: +49 (0)40 53 32 95-43, E-Mail: nmohr@joachim-herz-stiftung.de