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Spielerisch Natur erfahren Eröffnung des Naturerlebnisspielplatzes Dritte Meile in Neugraben-Fischbek

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Ab Montag, 25. April 2022 ist es soweit: Der neue Naturerlebnisspielplatz in Neugraben-Fischbek lädt dazu ein, sich die Natur spielerisch-kreativ anzueignen.

Mehrere Kinder stehen in einem Wald.

CLEVER Cities Projekt

In der Nähe des alten Dorfkerns von Fischbek, genauer in der Dritten Meile südlich der Bahngleise, wurde auf rund 2.800 m² ein außergewöhnlicher Spielplatz angelegt. Hier bestimmen nicht vorgefertigte Spielgeräte was gespielt wird. Stattdessen bietet der Naturerlebnisspielplatz vielfältige Möglichkeiten für Menschen jeden Alters, sich die Natur spielerisch anzueignen und auf diese Weise viel über sie zu lernen. Je nach Jahreszeit und Wetter verändert sich die Spielsituation durch die sich wandelnden natürlichen Materialien, Oberflächen und Gerüche.

Naturbasierte Lösungen: Der Spielplatz wurde behutsam in den alten Baumbestand eingebettet, welcher auf diese Weise erhalten werden konnte und wesentlicher Bestandteil der Gestaltung des Spielplatzes ist. Unterstützende Spielgeräte wie eine Kletterspinne sind zwischen den hohen Bäumen zu finden und ermöglichen ein naturnahes Spielerlebnis. Andere Spielgeräte wiederum, wie zum Beispiel das Tipi oder das Grundgerüst einer Blockhütte, laden zur Umgestaltung und kreativen Gestaltung mit Naturmaterialien ein. Es wurden vorwiegend natürliche Materialien wie Holz, recycelte Natursteinquader oder alte Äste für eine Benjes- oder Totholzhecke verwendet.

Partizipation der Anwohner:innen als wesentlicher Bestandteil: Eine weitere Besonderheit des Naturerlebnisspielplatzes ist, dass er in einem ko-kreativen Prozess entwickelt wurde. Zunächst fanden vor Ort ein Treffen mit ausgewählten Akteuren und eine gemeinsame Begehung statt. Anschließend gab es eine Mitmach-Aktion in den sozialen Medien sowie ein Online-Verfahren (Link: Beteiligungsverfahren CLEVER Cities -Naturerlebnisplatz Dritte Meile), deren Ergebnisse in der Gestaltung der Spielbereiche und im räumlichen Entwurf des Spielplatzes berücksichtigt wurden.

Weitere ko-kreativen Beteiligungen: In der Entwurf- und Umsetzungsphase konnten, unter der Leitung der Künstlerin Sigrid Gruber, in einem Kunstkurs der Ganztagsgrundschule Am Johannisland heimische Tiere als Zaunelemente gestaltet werden, die rund um den nördlichen Eingangsbereich des Naturerlebnisspielplatzes zu sehen sind. Weitere Zeichnungen und Motive der Kinder wurden zudem bei den Gravuren der Natursteinfindlinge verwendet. Außerdem konnte ein Wildblumen- und Schmetterlingssaum und weitere insektenfreundliche Pflanzen entlang der Straße Dritte Meile von einer Kindergruppe der Loki-Schmidt-Stiftung gepflanzt werden. Darüber hinaus wurden pünktlich zur Einweihung des neu geschaffenen Naturerlebnisspielplatzes temporäre „Land-Art“-Elemente auf der Fläche installiert. Diese sind über mehrere Wochen von der Kindergruppe am Montag der Cornelius-Kirche, unter der Leitung der Künstlerin Iris Albrecht, kreiert und gebastelt worden. Sie lenken den Fokus auf bestimmte Teilbereiche des Naturerlebnisspielplatzes und stimmten dazu ein, Natur neu, anders und vor allem kreativ zu erleben.

Historie sichtbar machen: Die Gestaltung des Spielplatzes macht ebenfalls Historisches sichtbar, so zum Beispiel den ehemaligen Verlauf der Fischbek, den Verlauf einer alten Wegeverbindung oder den Grundriss eines alten Gebäudes. Als Teil der neuen Spiellandschaft regen sie zu Naturerkundungen abseits der Wege an oder bilden einen neuen Treffpunkt für kleinere Gruppen. Zudem unterstreichen diese Elemente die besondere Lage des Spielplatzes entlang des alten Dorfkerns von Fischbek.

Der Naturerlebnisspielplatz ist ein vorbildhaftes Projekt, das zeigt, wie eine lokal zugeschnittene, naturbasierte Gestaltung von Spielplätzen möglich sein kann. Das Bauvorhaben gilt somit als ein Leuchtturmprojekt für das Zukunftsthema partizipativ entwickelter „Nature Based Solutions“. Ein projektbegleitendes Monitoring, das noch bis Ende 2023 läuft, ermöglicht außerdem, dass die aus dem Projekt gewonnenen Erfahrungen gesammelt und mit Erfahrungen aus den Projekten der beiden anderen CLEVER Cities Vorreiterstädte London und Mailand verglichen werden können. Daraus werden Handlungsleitfäden entwickelt, so dass nicht nur die sechs Mitstreiter-Städte des CLEVER Cities Projekt in Europa, Ecuador und China von diesen Erfahrungen profitieren. Ziel ist es, dass ähnliche partizipative NBS-Prozesse und Projekte zukünftig auch in anderen Stadtteilen Hamburgs oder weiteren deutschen Städten umgesetzt werden können.

Martina Zimpel, Projektleitung von CLEVER Cities im Bezirksamt Harburg: „Die Klimaanpassung ist ein wichtiger Bestandteil, auf dem Weg zur Erreichung der Klimaziele. Dazu gehört auch, dass bestehende Natur- und Stadträume neu gedacht und naturnah gestaltet beziehungsweise erhalten werden. NBS beschränken nicht, sondern bedienen sowohl die Bedürfnisse der Stadtbewohner als auch die Anforderungen der Natur. Der Naturerlebnisspielplatz ist ein gelungenes Beispiel dafür.“

Projekt CLEVER CitiesDie Neugestaltung der 2.800 m² großen Fläche wurde durch das EU-Projekt CLEVER Cities initiiert. In enger Zusammenarbeit mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) und dem Bezirksamt Harburg erforscht das Projekt, wie naturbasierte Lösungen (Nature Based Solutions) in einem bestehenden Stadtraum gemeinsam mit Anwohner:innen geplant und umgesetzt werden und so zu einer Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil beitragen können.

Folgende Projektbeteiligte haben den Naturerlebnisspielplatz Dritte Meile realisiert und ko-kreativ begleitet:

Weiterführende Informationen: 

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