Was kann hier entstehen? Rahmenplanung Diebsteich

Wie können die Sportflächen am Diebsteich attraktiver gemacht werden? Was kann mit dem ehemaligen Flächen von Post und ThyssenKrupp geschehen? Und wie komme ich besser zu Fuß oder mit dem Rad durchs Quartier?  Durch die Rahmenplanung der Stadt Hamburg sollen diese und viele andere Fragen zur Entwicklung des Gebiets rund um den künftigen Fern- und Regionalbahnhof beantwortet werden.

Rahmenplanung Diebsteich


Über die Rahmenplanung

Die Stadt Hamburg plant das Gebiet am Diebsteich zu einem modernen und urbanen Stadtquartier mit vielfältigen Nutzungsbausteinen entwickeln, das weiterhin durch Arbeitsstätten und produzierendes Gewerbe geprägt ist und dabei bestehende sowie künftige Nutzungen in Einklang bringt.  Gleichzeitig soll ein angemessenes Umfeld für den neuen Fern- und Regionalbahnhofs entstehen.

Durch die Rahmenplanung werden Ideen und Konzepte erarbeitet mit denen die gewünschte Entwicklung schrittweise bis zum Jahr 2040 umgesetzt werden kann. Der Planungsprozess eröffnet die Chance  sinnvolle Entwicklungsziele für Wohnen, Gewerbe, Dienstleistung, Sport, Kultur, Bildung und Grün zu erarbeiten und dabei die Öffentlichkeit und wichtige Akteure vor Ort mit einzubeziehen. 

Um die mögliche Neuordnung und Nachverdichtung der Strukturen vor Ort in einem größeren räumlichen Zusammenhang betrachten zu können, deckt die Rahmenplanung nicht nur das direkte Umfeld des künftigen Bahnhofs ab, sondern umfasst auch Bereiche wie den Eimsbütteler Marktplatz und Areale westlich der Bahngleise.

Das Rahmenplangebiet

Das Rahmenplangebiet liegt rund um den S-Bahnhof Diebsteich an der Nahtstelle zwischen den Bezirken Altona und Eimsbüttel und umfasst eine Fläche von rund 70 Hektar. Es liegt in direkter Nähe der Mitte Altona und des Holstenquartiers und ist rund 1,9 Kilometer vom Altonaer Zentrum (Große Bergstraße/Ottenser Hauptstraße) sowie 1,5 Kilometer vom Eimsbütteler Zentrum (Osterstraße) entfernt. Bereits heute finden sich viele unterschiedliche Nutzungen im Gebiet. Besonders prägnante Orte sind die weitläufigen Postflächen, die Industriegebäude des ThyssenKrupp-Areals und der Friedhof am Diebsteich.

Zeitlicher Ablauf

Durch die vorbereitenden Untersuchungen und die Beteiligung der Öffentlichkeit wurden seit dem Frühjahr 2018 Ideen und Hinweise gesammelt, die in die Rahmenplanung eingeflossen sind. Auf dieser Grundlage haben die Planerinnen und Planer der Stadt Hamburg  einen Rahmenplanentwurf erarbeitet. Der Entwurf ist ein erster Vorschlag für die künftige Entwicklung des Quartiers und wurde auf der Dialogwerkstatt am 22. Juni 2019 öffentlich vorgestellt und diskutiert.

Vorstellung des Rahmenplanentwurfs

Abbildung Rahmenplanentwurf 2040 Abbildung Rahmenplanentwurf 2040

Anknüpfend an die bestehende Mischung aus Gewerbe-, Sport-, Wohn- und Friedhofsnutzungen sehen die Planerinnen und Planer der Stadt neue Entwicklungsmöglichkeiten vor. Dabei soll das Viertel attraktiver werden und zugleich der vorhandene Charakter erhalten bleiben.  Das vertraute Neben- und Miteinander der unterschiedlichen Nutzungen am Diebsteich soll in Zukunft noch interessanter und lebendiger gestaltet werden. Ziel ist es den Ort behutsam und schrittweise weiterzuentwickeln.

Charme bewahren, neue Entwicklungen nutzen

Schon heute sind Entwicklungspotentiale auf den von der Stadt erworbenen Flächen, wie dem ThyssenKrupp-Areal, erkennbar. Auf dem Gelände an der Waidmannstraße sollen prägende Gebäude möglichst erhalten bleiben und neue hinzukommen. So ist z.B. eine Musikhalle für 4.000 - 5.000 Besucher und ein Regionalliga-Stadion für den Verein Altona 93 geplant. Das Stadion soll im Untergeschoss eine Quartiersgarage erhalten und mit Gebäudezeilen umbaut werden, die u.a.  Nahversorgungs- und Indoor-Sportangebote aufnehmen können.

Bisher von der Post genutzte Gebäude stehen - bis auf das Briefverteilzentrum - bereits heute weitgehend leer. Das imposante Paketpostamt wird in einen neuen Begegnungsort für den Stadtteil und ganz Hamburg mit kulturell-gewerblichem Charakter verwandelt. Hier entsteht eine bunte Mischung aus Handwerkerhof, Markthalle, neuen Spielorten für Theater und Probebühnen, einem Hotel sowie experimentellen Wohnformen.

Verkehr und Mobilität neu gedacht

Der Rahmenplanentwurf sieht eine Stärkung des Rad- und Fußverkehrs im Quartier vor. Neue und bessere Wege, wie z.B. eine neue Velo-Route zum Volkspark Altona,  sollen für eine bequemere Verbindung mit den umliegenden Stadtteilen sorgen. Außerdem sollen Fahrradparkhäuser und Stadtradstationen im Umfeld des Bahnhofs und des Sportparks entstehen.

Durch eine neue Straßenführung am nördlichen Rand des ThyssenKrupp-Areals wird der künftige Bahnhofsvorplatz und die „Wohninsel“ Isebekstraße verkehrlich entlastet. Auch für die Westseite des Bahnhofs sind Maßnahmen zur Reduzierung von Durchgangsverkehren vorgesehen. Perspektivisch soll auch der Eimsbütteler Marktplatz von einem Verkehrsknoten zu einem urbanen attraktiven Platz umgestaltet werden und damit eine Brücke zwischen Eimsbüttel und dem Quartier am Diebsteich schlagen.

Illustration Rahmenplanentwurf Diebsteich - neuer Lunapark, Blick auf die umgebaute Paketpost Illustration Rahmenplanentwurf Diebsteich - neuer Lunapark, Blick auf die umgebaute Paketpost

Ein neuer Park für Sport und Erholung
Inmitten des Quartiers wird durch die kompakte Neuordnung der vorhandenen Spielfelder an der Waidmannstraße ein neuer öffentlicher Park geschaffen, der als grüne Mitte ein Raum für Erholung, Austausch und Bewegung sein wird. Der neue Sportpark zeigt, dass die Sportangebote zusammen mit der Stadt wachsen. Mit fünf Großspielfeldern, davon eines in einem Regionalligastadion, und zahlreichen weiteren Flächen zum Beispiel für Beachvolleyball, Tennis oder Streetball entsteht ein modernes und starkes Zentrum des Sports für Altona.

Das bedeutende Gartendenkmal der Friedhof Am Diebsteich soll  auch künftig ein Ort der Erholung und Ruhe bleiben. Der Friedhof soll sich für die Menschen durch neue Zugänge öffnen, außerdem sollen neben den Grabfeldern auch offene Wiesenflächen zur Erholung angelegt werden.

Erhalt und Weiterentwicklung des Bestands
Die wichtigen innerstädtischen Gewerbestrukturen auf der West- und Ostseite der Bahntrasse sollen erhalten bleiben. Langfristiges Ziel ist Verdichtung im Sinne einer effektiveren und nachhaltigen Grundstücksausnutzung, um der starken Nachfrage nach zentral gelegenen Gewerbegrundstücken entgegenzukommen.

Die bestehenden Wohnbereiche in der Isebekstraße, Schleswiger Straße und rund um die Kieler Straße werden geschützt. Durch neue Grünflächen und neue Angebote profitieren die Bewohner langfristig von den neuen Entwicklungen.

Der Rahmenplan-Entwurf zeigt aufeinander abgestimmte übergeordnete Entwicklungslinien bis zum Jahr 2040 auf. Durch große und kleine Schritte soll sich das Quartier am Diebsteich bis dahin verändern. Die Konkretisierung der Projekte wird in den nächsten Planungsschritten erfolgen.


Unterlagen zum Rahmenplanentwurf

Unter „Downloads“ am Ende dieser Internetseite können der Rahmenplanentwurf und die ergänzenden Illustrationen heruntergeladen werden.


Wie geht‘s weiter?

Im Anschluss an die Dialogwerkstatt konnte der Rahmenplanentwurf vom 24. Juni 2019 bis 16. August 2019 in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und im Internet angesehen und über einen Fragebogen kommentiert werden. Die Rückmeldungen von  Dialogwerkstatt und Auslegung wurden ausgewertet, dokumentiert und bilden eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung des finalen Rahmenplans. 

Die Ergebnisse der Beteiligung zum Rahmenplanentwurf können auf der Seite zur Öffentlichkeitsbeteiligung heruntergeladen werden. Hier erhalten Sie auch einen Überblick über den gesamten Beteiligungsprozess am Diebsteich und die nächsten Schritte. 

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