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3. Mai 2023 78. Jahrestag Kriegsende und Befreiung KZ Neuengamme 

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Rede des Ersten Bürgermeisters Dr. Peter Tschentscher. Es gilt das gesprochene Wort.

78. Jahrestag Kriegsende und Befreiung KZ Neuengamme 

Sehr geehrter Herr Professor von Wrochem,
sehr geehrte Damen und Herren,

am 3. Mai 1945 wurde Hamburg an die britischen Truppen übergeben. Schon vor dem Kriegsende und der offiziellen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai begann die SS damit, die Spuren der nationalsozialistischen Verbechen in unserer Stadt zu beseitigen. 

Das Konzentrationslager Neuengamme wurde geräumt und die Häftlinge auf sogenannte Todesmärsche geschickt. Tausende kamen dabei ums Leben oder sind später, als sie auf Schiffen in der Lübecker Bucht waren, dem Bombardement der Allierten zum Opfer gefallen.

Viele andere KZ-Häftlinge aus den Außenlagern von Neuengamme – Kriegsgefangene, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter – wurden nach dem 3. Mai befreit und mussten sich – durch die Haft oft schwer krank und traumatisiert – unter schwierigen Bedingungen ein neues Leben aufbauen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir begehen heute gemeinsam mit Überlebenden und Nachkommen ehemaliger Häftlinge den 78. Jahrestag der Befreiung des KZ Neuengamme. 

Besonders begrüßen möchte ich die diejenigen, die zum Teil aus weiter Entfernung angereist sind.

  • Frau Livia Fränkel [Schweden], 
  • Frau Dita Kraus [Israel],
  • Frau Elisabeth Masur-Kischinowski [Schweden],
  • Herrn Natan Grossmann [D],
  • Frau Barbara Piotrowska [Polen], die gleich zu uns sprechen wird.

Als Kinder und Jugendliche haben sie im KZ Neuengamme größtes Leid erfahren, viele haben ihre nächsten Angehörigen verloren.  

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach Kriegsende hatte zunächst kaum jemand den Mut, sich mit den nationalsozialistischen Verbrechen auseinanderzusetzen. Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers wurde eine Justizvollzugsanstalt gebaut, die erst 2006 geschlossen wurde. 

Über viele Jahrzehnte haben sich ehemalige Häftlinge zusammen mit der Vereinigung „Amicale Internationale de Neuengamme“ dafür eingesetzt, dass hier eine würdige Erinnerungsstätte errichtet wird. Heute ist das ehemalige KZ Neuengamme ein Ort des Gedenkens, des Lernens und der Begegnung, der von vielen jungen Menschen besucht wird. 

Die Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte setzt sich für die Weiterführung der historischen Forschung, der Interviews mit Zeitzeugen und der Archivierung von Erinnerungsberichten ehemaliger KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter ein. Die Hamburger Gedenkstätten leisten damit einen wichtigen Beitrag, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten – als ehrendes Andenken an die Opfer und als Mahnung für die kommenden Generationen. Denn die Demokratie kann nicht allein durch die Verfassung, durch Sicherheitsorgane  und Gerichte geschützt werden. 

Wir selbst müssen sie jeden Tag verteidigen – durch konsequentes Handeln gegen Antisemitismus, Populismus und Diskriminierung und mit einer klaren Haltung für Mitmenschlichkeit, Toleranz und Freiheit.   

Vielen Dank.

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