Religiös begründeter Extremismus Fragen und Antworten für pädagogische Fachkräfte an Schulen

Hier finden pädagogische Fachkräfte Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Umgang mit religiös begründetem Extremismus in der Schule. 

Schule: Fragen und Antworten zum Umgang mit religiös begründetem Extremismus


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Gibt es Präventionsangebote, die ich im Rahmen des Unterrichts einsetzen kann?

Das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) bietet eine Vielzahl an Präventionsangeboten, die Sie im Rahmen des Unterrichts einsetzen können.

Spezielle Angebote für Klassen finden Sie auf der Seite der Beratungsstelle Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit

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An wen wende ich mich, wenn mir bei einer Schülerin/einem Schüler übertriebener religiöser Eifer auffällt?

Sie können sich jederzeit durch das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) beraten lassen, um die Situation einzuschätzen und zu überlegen, ob Ihre Schule oder der Schüler / die Schülerin Unterstützung benötigt.

Das Beratungsteam Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit berät Sie vertraulich und entscheidet zusammen mit Ihnen die nächsten Schritte; außerhalb der Bürozeiten ist das Team in Notfällen über die Mobiltelefonnummer erreichbar.

Informieren Sie bitte in jedem Fall Ihre Schulleitung. Sie muss über Verdachtsfälle Bescheid wissen, um gegebenenfalls die schulische Interventionskette in Gang zu setzen. 

Sie können sich zur besseren Einschätzung auch mit den Religionslehrkräften, den Fachkräften für interkulturelle Erziehung, den Beratungslehrkräften und Religionspädagogen sowie im Klassenteam abstimmen. 

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Eine Schülerin kommt neuerdings verschleiert in den Unterricht. Soll ich sie darauf ansprechen?

Das Kopftuch ist bei fast allen Mädchen erst einmal äußerer Ausdruck einer inneren Entscheidung. Fragen Sie also gern nach, wenn Sie eine gute Beziehung zu der Schülerin haben und Sie sich für die Gründe interessieren. Das Gespräch sollte aber nicht konfrontativ geführt werden.

Wenn sich die Schülerin allerdings anders verhält, zum Beispiel ein extrovertiertes Mädchen sich zurückzieht und den Kontakt zu Freundinnen abbricht oder sie andere nicht leicht deutbare Verhaltensweisen zeigt, sollten Sie sich Beratung einholen. 

Sie können sich jederzeit durch das Beratungsteam Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) beraten lassen, um die Situation einzuschätzen und zu überlegen, ob Ihre Schule oder der Schüler / die Schülerin Unterstützung benötigt.

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Islamistische Propagandavideos sind im Moment Thema in den Pausen. Wie gehe ich damit um?

Sie können sich jederzeit durch das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung(LI) beraten lassen, um die Situation einzuschätzen und zu überlegen, ob Ihre Schule oder der Schüler / die Schülerin Unterstützung benötigt. Das LI vermittelt Unterrichtsmaterialien und Schülerworkshops, die sich auch mit solchen Themen und kritischer Medienkompetenz auseinandersetzen.

Das Beratungsteam Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit berät Sie vertraulich und entscheidet gemeinsam mit Ihnen über die nächsten Schritte aller Beteiligten.

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Wo finde ich Rat, wenn Schüler andere Kinder und Jugendliche dazu drängen bzw. unter Druck setzen, sich ihrer Form der Religionsausübung anzuschließen?

Sie können sich an die Beratungsabteilungen der Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) oder an das Beratungszentrum für Berufliche Schulen (bei Berufsschüler/innen) sowie an die Beratungsstelle Gewaltprävention der Behörde für Schule und Berufsbildung wenden.

Die Beratungsstelle Gewaltprävention hat diverse Angebote zur Mobbingprävention und zur Konfliktklärung (inkl. Anti-Gewalt-Trainings und sozialen Kompetenztrainings) entwickelt, die Sie teilweise auch im Unterricht einsetzen können.

Zudem können Sie sich an Legato - Fach- und Beratungsstelle für religiös begründete Radikalisierung wenden, wenn Sie im Umgang mit religiös begründeten Konflikten Unterstützung brauchen.

Möglich ist auch die Zusammenarbeit mit Jugendprojekten, die zum Beispiel Angebote zum interreligiösen Dialog, zur Stärkung der Selbstwirksamkeit oder zu islambezogenen Fragestellungen anbieten. Wenden Sie sich hierzu bitte an das LI, Referat Gesellschaft.

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Ich habe den Verdacht, dass ein Schüler / eine Schülerin in der radikalen Szene unterwegs ist. Wen sollte ich informieren?

Sie können sich jederzeit durch das Beratungsteam Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit beraten lassen, um die Situation einzuschätzen und zu überlegen, ob Ihre Schule oder der Schüler / die Schülerin Unterstützung benötigt.

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Ein Schüler / eine Schülerin wurde von Salafisten angesprochen und bittet mich um Rat.

Sie können sich jederzeit durch das Beratungsteam Menschenrechts- und Demokratiefeindlichkeit beraten lassen, um die Situation einzuschätzen und zu überlegen, ob Ihre Schule oder der Schüler / die Schülerin Unterstützung benötigt.

Informieren Sie bitte in jedem Fall Ihre Schulleitung. Sie muss über Verdachtsfälle Bescheid wissen, um ggf. die schulische Interventionskette in Gang zu setzen. 

Sie können sich zur besseren Einschätzung auch mit den Religionslehrkräften, den Fachkräften für interkulturelle Erziehung, den Beratungslehrkräften und Religionspädagogen sowie im Klassenteam abstimmen.

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Wo finde ich weiterführende Informationen?

Grundlegende Informationen finden Sie über das Online-Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung oder direkt vor Ort in Hamburg bei der Landeszentrale für politische Bildung sowie in der Broschüre  „Glaube oder Extremismus?"der Beratungsstelle Radikalisierung des Bundes.

Wichtige Hinweise enthält die Handreichung zur Prävention salafistischer Ideologisierung in Schule und Jugendarbeit "Protest, Provokation  oder Propaganda?" des Trägers der freien Jugendhilfe Ufuq.de aus Berlin, der in der politischen Bildung und Prävention zu den Themen Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus aktiv ist.

Hilfreiche Tipps zum Umgang mit gefährdeten Jugendlichen finden sich auch in der Handreichung "Wie kann Schule präventiv handeln?" für Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Fachkräfte des niedersächsischen Kultusministeriums.



Weiterführende Informationen