Behörde für Umwelt und Energie

PROFI Umwelt Innovationsförderung für Umwelt-PROFIS

Hamburger Unternehmen, die innovative ressourceneffiziente Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen entwickeln, können dafür finanzielle Unterstützung der Stadt erhalten. Über das Förderprogramm PROFI Umwelt gibt es bis zu 500.000 Euro.

Innovationsförderung für Umwelt-PROFIS

Weichmacher auf Pflanzenölbasis, Schiffsteile aus dem 3D-Drucker oder eine energieeffiziente Trocknungsanlage für Biomasse: Das sind nur drei Praxisbeispiele für angewandte Forschungs- und Entwicklungsprojekte (F&E), die die Kreislaufwirtschaft verbessern oder zu einem sparsameren Umgang mit Materialien führen. Entstanden sind die Innovationen in Laboren und Werkstätten Hamburger Unternehmen. Unterstützt wurden diese bei ihren Produktentwicklungen von der Stadt. Rd. 1 Millionen Euro stehen aktuell jährlich im Förderprogramm PROFI Umwelt bei der Investitions- und Förderbank (IFB) für Projekte zur Verfügung. Das Ziel: kleine, mittlere und große Unternehmen sollen mit Zuschüssen in die Lage versetzt werden, innovative Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen bis zur Marktreife zu entwickeln, die besonders wenige Ressourcen verbrauchen. „Derartige Entwicklungsprojekte sind für Unternehmen mit technologischen und wirtschaftlichen Risiken behaftet. Nicht immer ist klar, ob die Innovation gelingt  und am Markt erfolgreich ist. Die Stadt unterstützt deshalb diese (Umwelt-)Innovationsprojekte, denn nur darüber kommen ernstzunehmende Veränderungen in Gang“, sagt Claudia Eggert-Köster  von der BUE. Gefördert werden sowohl Einzelprojekte als auch Kooperationen mehrerer Unternehmen sowie von Unternehmen mit Forschungseinrichtungen. Bedingung: Das Projekt muss vor Beginn des Vorhabens zur Förderung eingereicht werden, einen erkennbaren Umweltbeitrag leisten und diesen dann auch über eine Ökobilanz nachweisen. Der nicht-rückzahlbare Zuschuss beträgt grundsätzlich maximal 500.000 Euro.

Weichmacher aus Sonnenblumen

Eines dieser geförderten Projekte ist ein neuartiger Weichmacher auf Pflanzenölbasis, den die H&R Ölwerke Schindler GmbH, seit Jahren aktiver UmweltPartner der Stadt und Gastgeber des diesjährigen UmweltPartner-Dialogs, entwickelt haben. Ein Anwendungsgebiet: Pkw-Reifen. In deren Abriebfläche sind Weichmacher enthalten – ein Produkt konventionell aus Mineralöl hergestellt, das einen hohen CO2-Äquivalenzwert hat und noch dazu als Toxin wirken kann. Die Ölwerke haben deshalb viel Forschungsenergie auf die Entwicklung eines pflanzlichen Weichmachers verwendet. Zugleich wurde eine detaillierte Umweltbewertung zum Projekt „Derivate pflanzlicher Öle“ erstellt, um zu dokumentieren, ob und welche ökologischen Vorteile der Weichmacher hat. Dabei zeigte sich, dass die Ölpflanzen zwar Fläche verbrauchen, dieser Nachteil jedoch durch deren Aufnahme und Bindung von CO2  mehr als ausgeglichen wird. Denn das Produkt ist ungiftig, biologisch abbaubar und verursacht 60 Prozent weniger Treibhausgasemission als die herkömmliche Variante auf Mineralölbasis. Zusätzlich kann, je nach Reifentyp, eine signifikante Einsparung von Treibstoff aufgrund des verringerten Rollwiderstands in der Nutzungsphase eines PKW erwartet werden. Der entwickelte Weichmacher wird bereits am Markt vertrieben. 

Alle weiterführenden Informationen zur Förderrichtlinie und Innovationsfinanzierung via PROFI Umwelt finden Sie auf den Seiten der IFB Hamburg.