Hamburger Küche Empfehlungen unserer Redaktion

Das Rheinland hat den Sauerbraten, die Schwaben haben ihre Spätzle. Und der Norden? Neben Fisch in allen Variationen und dem legendären Labskaus sind es besonders süße und süß-saure Gerichte, die typisch hamburgisch sind. Oft wird mit Obst gekocht, wie etwa bei dem beliebten Gericht "Birnen, Bohnen und Speck" oder der Hamburger Aalsuppe (mit Backpflaumen, ohne Aal). Nicht zu vergessen: Rote Grütze als Dessert. In diesen Restaurants stehen typische Hamburger Gerichte auf der Karte.

1. Gasthaus zur Post (Cranz)

Fähranläger mit Fähre

Das Gasthaus zur Post in Cranz ist bekannt für fangfrischen Fisch. Je nach Jahreszeit gibt es verschiedene Fischspezialitäten. Von Januar bis April Stint satt und im Mai selbstverständlich Scholle. Das Fischerdorf Cranz, an der Estemündung direkt gegenüber Blankenese gelegen, ist ein idealer Ausgangs- oder Endpunkt für eine Radtour durchs Alte Land. Der Garten liegt direkt an der Este, man kann sogar mit dem eigenen Boot festmachen. Wer kein eigenes Boot hat, kann die Fähre ab Blankenese nehmen. Die knapp 30-minütige Fahrt nach Cranz kostet wenige Euro und ist ein echtes Vergnügen.

2. Broscheks (Neustadt)

Eine moderne Interpretation der norddeutschen Küche findet man im Broscheks im Renaissance-Hotel Hamburg. Das traditionsreiche Haus ist ein typisches hanseatisches Kontorhaus, entworfen vom Architekten des Chilehauses, Fritz Höger, für den Verleger Alfred Broschek. Die Speisekarte ist eine Reminiszenz an die Zeitung, die das Gebäude früher beherbergte und gliedert sich in Vorwort, Leitartikel und Kolumne. Die Küche ist zeitgemäß-norddeutsch mit Gerichten wie gedämpftem Schellfisch auf Dill-Gurken und Kapernbutter oder gebratenem Zanderfilet auf Roter Beete und Meerrettichsauce. Mittags gibt es Schlagzeilen (Gerichte für Eilige) oder Essays (für Gäste mit etwas mehr Zeit). Auch die Einrichtung des Restaurants erinnert mit Stilelementen wie Setzkästen und alten Fotografien an die Vergangenheit.

3. Krameramtsstuben (Altstadt)

Direkt zu Füßen des Michels liegen die historischen Krameramtsstuben. Der einzige noch erhaltene Hof mit typischen Hamburger Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert wurde einst als Unterkunft für die Witwen verstorbener Kaufleute gebaut. Heute beherbergt die sehenswerte Anlage u. a. das nach dem Hof benannte Restaurant. Es wundert nicht, dass man an dieser Stelle viele Touristen trifft, die typisch Norddeutsch essen möchten. Auf der Speisekarte des gemütlichen Hauses stehen nicht nur norddeutsche Klassiker wie Grünkohl (nur im Winter), Labskaus und Hamburger Fischgerichte wie Scholle Finkenwerder Art, sondern auch internationale Gerichte wie Wiener Schnitzel oder Caesarsalat.

4. Alt Hamburger Aalspeicher (Altstadt)

Alt Hamburger Aalspeicher - Außenansicht
Der Alt Hamburger Aalspeicher kann seit vielen Jahren seinen Ruf als sehr gutes Haus mit typischen Fischspezialitäten und Hamburger Küche behaupten. Natürlich gibt es Aal in vielen Variationen, aber auch Matjes, Scholle und Seezunge. Auf der Terrasse, direkt am Wasser, hat man die Nikolaikirche und die Speicherstadt im Blick. Die Deichstraße mit Ihren alten Speicherhäusern zählt zu den wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten Hamburgs. Hier brach 1842 der Große Brand aus. Da dieser sich nur in eine Richtung ausbreitete, ist der südliche Teil der Deichstraße eine der wenigen Straßen in Hamburg, in denen die historische Bebauung erhalten blieb. In der Deichstraße gibt es viele empfehlenswerte Restaurants mit Hamburger und Norddeutscher Küche. Im Sommer kann man sehr schön auf der verkehrsberuhigten Straße und teilweise direkt am Fleet sitzen.

5. Speicher 52 (Neustadt)

Innenraum Speicher 52

Das Restaurant Speicher 52 im Marriott-Hotel am Gänsemarkt bietet norddeutsche Küche mit skandinavischen Einflüssen. Ein Highlight der Speisekarte ist das Smørrebrød – die dänische Antwort auf die deutsche Brotzeit. Sehr empfehlenswert ist auch der nordische Brunch mit Spezialitäten aus nordischen Gewässern wie Fjordlachs mit Löjram Kaviar, Flusskrebscocktail in Dillsauce, Holsteiner Roastbeef und norddeutschem Käse. Für die Kleinen gibt es dazu sogar Geschichten aus Bullerbü. 

6. Ahrberg (Blankenese)

Seit über 100 Jahren gibt es im Ahrberg direkt am Blankeneser Strand norddeutsche Küche nach alten Rezepten. Auch wenn Blankenese als vornehm gilt: Im Ahrberg ist jeder willkommen, egal ob im Anzug oder mit Elbsand an den Schuhen. Das Haus ist mit Biedermeiersofas, Spitzendeckchen und historischen Bildern heimelig-gemütlich eingerichtet und bietet einen wunderbaren Blick auf die Elbe. Die übersichtliche Speisekarte enthält norddeutsche und internationale Fischspezialitäten sowie Labskaus und hausgemachte Rote Grütze, alles zu moderaten Preisen. Im Sommer kann man auf der Terrasse im Schatten einer großen Kastanie sitzen.

7. Restaurant Schifferbörse (St. Georg)

Das Restaurant gegenüber vom Hauptbahnhof gibt es seit über 100 Jahren. Das urige maritime Flair mit alten Schiffsausrüstungs-Gegenständen aus aller Welt ist ein Magnet für Stammgäste und Touristen. Auf der Speisekarte finden sich bodenständige, abwechslungsreiche Gerichte wie Labskaus und Pannfisch.

8. Restaurant zur Kastanie (Duvenstedt)

Gasthaus & Restaurant

Wer im Restaurant zur Kastanie essen möchte, muss zunächst eine Herausforderung bestehen: Die Speisekarte ist auf Plattdeutsch verfasst und daher nicht für jedermann verständlich. Was bedeutet „för de Tippelbroders mit fipsige Kass“? Nur gut, dass das freundliche Personal gerne bei der Übersetzung hilft. Die Küche in dem urigen Haus in Hamburg-Duvenstedt kreiert typisch norddeutsche Gerichte wie "Huusmoktes Suurfleesch" (hausgemachtes Sauerfleisch) oder Bradkartüffeln (Bratkartoffeln mit Spiegelei und Gewürzgurken). Das Küchenteam um den gebürtigen Elsässer Michel Weingartner bringt aber auch moderne, internationale Spezialitäten auf die Karte.

9. VLET an der Alster (Kleine Alster/Neustadt)

Außenponton VLET an der Alster

Mit Blick auf die Alster und auf das Rathaus, direkt an den Alsterarkaden, liegt das VLET an der Alster. Von Mittags bis spät Abends gibt es hier typisch hamburgische Gerichte mit einem modernen Touch –  so wird selbst Labskaus nicht nur lecker sondern auch attraktiv serviert. Dazu stehen auf der Karte auch andere Hamburger Klassiker wie Pannfisch, Rote Grütze und Aalsuppe. Die Einrichtung ist modern und doch hanseatisch. Die Produkte stammen aus der Region.

10. Brodersen (Rotherbaum)

Im Souterrain einer prächtigen Jugenstilvilla in Rotherbaum befindet sich das gemütliche Loka Brodersen. Ob Bauernfrühstück, Kartoffelcremesuppe mit Kassler, Labskaus, Matjestopf, Krabbenbrot, Pannfsch, Ewerscholle "Finkenwerder Art", Eierpfannkuchen oder Rote Grütze: Das Brodersen ist eine Hamburger Küchen-Enklave in Rotherbaum. Im Sommer lädt die von Grün umgebene Außenterrasse zum Verweilen ein. 

Hamburger Küche

1 / 1