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Islamismus Wie das „Islamische Zentrum Hamburg“ verstärkt seinen ideologischen Einfluss ausbauen will

Das „Islamische Zentrum Hamburg“ (IZH), Träger der schiitischen „Imam-Ali-Moschee“, versucht seit einiger Zeit verstärkt, seinen Einfluss auf andere schiitische Verbände und Organisationen in Deutschland und in Europa auszubauen. So übernimmt der ehemalige Imam des IZH den Vorsitz eines neuen Dachverbandes, der im März dieses Jahres in Hamburg gegründet wurde. Das Staats- und Gesellschaftsverständnis des IZH steht auch weiterhin im Widerspruch zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

Wie das „Islamische Zentrum Hamburg“ verstärkt seinen ideologischen Einfluss ausbauen will

Das IZH: Ideologie mit demokratischen Grundwerten nicht vereinbar

Das an der Außenalster gelegene IZH gehört in Europa zu den wichtigsten iranischen islamischen Einrichtungen. Mit ihrer Hilfe will das iranische Regime Schiiten aller Nationalitäten an sich binden und die gesellschaftlichen, politischen und religiösen Grundwerte der islamischen Revolution in Europa verbreiten. Die Islamisierung der westlichen Nationen ist nach wie vor Bestandteil der iranischen Verfassung und hat damit aktuell Bedeutung. Insbesondere durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit und vielfältige Bildungsangebote versucht das IZH, den Islam iranischer Prägung mit dem Modell des islamischen Gottesstaates zu propagieren. Dabei stellt das Staats- und Gesellschaftsverständnis des IZH erkennbar die Religion über die Politik und steht damit in einem unlösbaren Widerspruch zu den Werten der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. In diesem Kontext steht auch die aktuelle Gründung des Dachverbandes.

Die Gründung des Dachverbandes der „Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden in Deutschland e.V.“ (IGS) in Hamburg 

Am 07.03.09 wurde im IZH der Dachverband der  „Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden in Deutschland e.V.“ (IGS) gegründet. Dieser soll gemäß der Presseveröffentlichung der IGS vom 16.03.09 als „oberste und einzige Vertretung der schiitischen Gemeinden auf Bundesebene“ fungieren und die iranisch-, irakisch-, libanesisch-, afghanisch-, pakistanisch-, türkisch- und deutschstämmigen Gemeindemitglieder aus verschiedenen Bundesländern  vertreten. Die IGS werde unter anderem „den Bedürfnissen der schiitischen Muslime und der deutschen Gesellschaft nach einem demokratisch legitimierten einheitlichen Ansprechpartner Rechnung tragen.“ Der Dachverband definiert sich u.a. „als islamische Religionsgemeinschaft in Deutschland im Sinne von Art. 140 GG, die [...] der umfassenden Glaubensverwirklichung dient“.

Dachverbands-Vorsitzender Maghami: Linientreuer Vertreter des iranischen Staates und ehemaliger IZH-Leiter 

Zum Vorsitzenden des Dachverbandes wurde im März Ayatollah Seyed Abbas Ghaem Maghami gewählt, der damals noch Imam und verantwortlicher Leiter des IZH war. Teilnehmer der Gründungsveranstaltung befürchteten durch diese Wahl einen zu großen Einfluss des iranischen Staates und bezweifelten, dass der neue Verband tatsächlich eine unabhängige Zielsetzung verfolgen könne. Diese Befürchtungen dürften gerechtfertigt sein. Als Leiter des IZH war Ghaem Maghami gleichzeitig offizieller Vertreter des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Khamenei. Er trat während seiner Amtszeit als IZH-Leiter als moderater, aber im Ergebnis linientreuer Vertreter des iranischen Staates auf.

Neuer IZH-Imam: Dr. Reza Ramezani – eng an den Thesen des Revolutionsführers Khomeini

Anfang Mai wurde er durch Hojjatoleslam Dr. Reza Ramezani in der Funktion des IZH-Imams abgelöst. Ramezani hat zuvor das iranische islamische Zentrum in Wien/Österreich geleitet. Wie Ghaem Maghami ist Ramezani strikter Verfechter der iranischen Staatsdoktrin und ideologisch eng mit den Thesen des Revolutionsführers Khomeini verbunden. Dies zeigt auch ein Artikel, den er 2008 in der österreichischen „Zeitschrift für Kultur, Kunst und Geschichte“ veröffentlichte. Auch sie steht eng mit der Islamischen Republik Iran (IRI) in Zusammenhang, da als Herausgeber die „Kulturabteilung der Botschaft der Islamischen Republik Iran in Österreich“ fungiert. Ramezani versucht in seinem Artikel das Bild vom Islam als einer gewalttätigen Religion zu relativieren. Hierbei folgt er strikt der iranischen Staatsdoktrin. So schreibt er über den Jihad, dass dieser die Muslime zum Widerstand gegenüber den Unterdrückern verpflichten solle: „Aus diesem Grunde hat der Islam für die Verteidigung gegenüber Gewalttätigkeit und Ungerechtigkeit den Dschihad festgelegt, damit die Menschheit nicht unterdrückt wird.“ Weiter heißt es: „Jeder Muslim ist verpflichtet gegenüber ungerechtfertigter Gewalt Widerstand zu leisten. [...] Die Muslime müssen auch  bereit sein sich auf dem Wege des Widerstandes zu opfern.“

Insoweit ist davon auszugehen, dass der ideologische Kurs des Islamischen Zentrums Hamburg auch unter Ramezani fortgesetzt wird. Die Beobachtung dieser Bestrebungen, die mit den Werten unseres Grundgesetzes unvereinbar sind, und die Aufklärung der Öffentlichkeit darüber bleiben daher eine Aufgabe des Landesamtes für Verfassungsschutz.

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