Behörde für Inneres und Sport

Rechtsextremismus Hamburger DVU macht WORCH-Adlatus zum Pressesprecher

Die Hamburger DVU ist in den letzten Wochen nicht nur auf der Suche nach Kandidaten für die Bürgerschaftswahl am 24.02.08, sondern auch nach neuen Funktionsträgern. Matthias FAUST, Anfang 2006 noch Landesbeauftragter der REP in Hamburg, hat - nach einem Intermezzo bei der NPD - als Pressesprecher bei der DVU angeheuert. Er hat gute Kontakte zu Christian WORCH und galt als Vertrauter der früheren NPD-Landesvorsitzenden Anja ZYSK.

Hamburger DVU macht WORCH-Adlatus zum Pressesprecher

Die personell chronisch schlecht aufgestellte Hamburger DVU ist in den letzten Wochen nicht nur auf der Suche nach Kandidaten für die Bürgerschaftswahl am 24.02.08, sondern auch nach neuen Funktionsträgern. Matthias FAUST, Anfang 2006 noch Landesbeauftragter der REP in Hamburg, hat - nach einem Intermezzo bei der NPD - schließlich als Pressesprecher bei der DVU angeheuert. Er hat gute Kontakte zu Christian WORCH und galt als Vertrauter der früheren NPD-Landesvorsitzenden Anja ZYSK.

FAUST fasste nach eigenen Angaben erst Mitte 2005 „...den Entschluß, mich endlich im Sinne meiner politischen Überzeugung zu betätigen. Die notwendige Zeit war nun auch vorhanden.“ Sein kurzfristiges Engagement als „Landesbeauftragter“ bei den Hamburger Republikanern - die es zu diesem Zeitpunkt faktisch schon gar nicht mehr gab - beschrieb er als „ziemliche(n) Fehler“. Schnell wandte er sich an die damalige Landesvorsitzende der NPD, Anja ZYSK. Schon bei ihrem ersten Treffen stellte FAUST sich als Anmelder für eine Demonstration am 10.02.07 gegen den geplanten Bau einer Moschee in Hamburg-Bergedorf zur Verfügung. ZYSK hatte ihm deutlich gemacht, aus „parteiinternen Gründen“ die Demonstration nicht anmelden zu können. 

FAUST wurde bei der Vorbereitung dieser Demonstration massiv von Christian WORCH unterstützt, insbesondere bei der juristischen Durchsetzung. Es fanden sich jedoch lediglich 48 Rechtsextremisten zur Kundgebung ein, zu einem großen Teil aus dem Umfeld des als Redner auftretenden Vorsitzenden des „Sozialpatriotischen Bündnisses Lüneburg“ (SPB). Die Hamburger Neonaziszene unterstrich ihre Ablehnung von ZYSK und FAUST durch die Mobilisierung und Teilnahme für eine zeitgleich stattfindende Demonstration in Rotenburg / Wümme. Seit dieser Zeit gibt es offensichtlich eine enge Zusammenarbeit zwischen WORCH, FAUST und dem SPB-Vorsitzenden. Zuletzt waren diese drei als Redner bei einer Kundgebung am 06.10.07 in Salzgitter angekündigt worden. Auch diese Veranstaltung wurde zum Fiasko, weil nicht einmal 20 Rechtsextremisten mobilisiert werden konnten. FAUST, der zu dem Zeitpunkt offensichtlich noch nichts von seinem künftigen Engagement für die Hamburger DVU wusste und als Vertreter des SPB auftrat, wurde in rechtsextremistischen Foren als „Spalter und Egomane“ charakterisiert.

Heute versucht FAUST, der laut WORCH für die ehemalige NPD-Landesvorsitzende Anja ZYSK als „Netzmeister“ im Internet aktiv war, seine politischen Ambitionen in der DVU zu verwirklichen. Er sucht gezielt die Öffentlichkeit und veröffentlichte ein Bild von sich im Internet. Offensichtlich hat FAUST die Genehmigung, selbst Beiträge für die Homepage des Hamburger DVU-Landesverbandes zu schreiben. Die neuen Texte auf der Internetseite weichen zumindest inhaltlich deutlich von dem sonstigen Einheitsstil der zentralistisch aus München geführten Partei ab. Diesen Zentralismus hatte der neue DVU-Pressesprecher Matthias FAUST in einem Beitrag im Forum der „Deutschen Partei“ im Dezember 2005 noch mit markigen Worten kommentiert:

„Die DVU ist für mich absolut nicht diskussionswürdig. Scheinbar besteht sie nur aus einem Herrn Dr. Frey, der meist in einer eher dümmlichen Art und Weise in die Öffentlichkeit tritt. Mir ist kein Landtag bekannt, in der die DVU wirklich einmal ernstzunehmende politische Arbeit getan hat, meist brach die Fraktion nach wenigen Wochen auseinander.“ (Schreibweise im Original)

Ob und in welcher Form die DVU ihre Listen für die Bürgerschafts- und Bezirksversammlungswahlen in Hamburg für Mitglieder anderer Parteien - insbesondere der NPD - öffnet, ist noch nicht ersichtlich. Das Beispiel ihres neuen Pressesprechers zeigt jedoch, dass die Partei auf Grund ihres begrenzten Potentials bei der Auswahl ihrer Funktionsträger nicht besonders wählerisch sein kann.

Zurück zum Seitenanfang