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Das Rahmenkonzept für Primarschule, Stadtteilschule und sechsstufiges Gymnasium

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In Ihrem 6. Schulbrief stellt Schulsenatorin Christa Goetsch das Rahmenkonzept für die Primarschule, die Stadtteilschule und das sechsstufige Gymnasium vor.

Schulbrief 6 der Senatorin Christa Goetsch zum Rahmenkonzept der Schulreform

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Eltern,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Hamburger Bildungsoffensive steht vor dem nächsten großen Schritt. Erlauben Sie mir daher vorab ein persönliches Wort: Es ist mir und allen in der Behörde für Schule und Berufsbildung bewusst, dass wir Ihnen Einiges abverlangen. Und natürlich fällt es nicht leicht, sich von Dingen zu verabschieden, die man selbst lange vorangebracht hat – zumal wenn der Gewinn des Neuen noch weit vor einem zu liegen scheint. Nur: Ich bin davon überzeugt, dass wir keine Alternative haben. Das jetzige Schulsystem ist nicht mehr ausreichend für die Herausforderungen der Zukunft unserer Kinder. Deshalb schaffen wir jetzt die Voraussetzungen dafür, dass Kinder so lernen können, wie es die heutige Zeit erfordert. Hamburgs Schulen stellen sich dieser Herausforderung – und verändern sich. Darauf können alle Beteiligten stolz sein.

Die Ergebnisse nationaler und internationaler Schulleistungsstudien wie PISA zeigen, dass es notwendig ist, die schulischen Leistungen aller zu verbessern. Dafür müssen gezielte Maßnahmen ergriffen werden. Diese möchten wir Ihnen heute mit dem „Rahmenkonzept für die Primarschule, Stadtteilschule und das sechsstufige Gymnasium" vorstellen. Darin finden Sie ausführliche Informationen zu den Rahmenbedingungen der drei Schulformen. Außerdem beschreibt es, wie zukünftig ein individuell fördernder Unterricht aussehen soll. Das Rahmenkonzept dient auch dazu, die Planungssicherheit der Schulen und der Regionalen Schulentwicklungskonferenzen zu erhöhen, die in der nächsten Woche in die dritte Runde gehen.

Die wichtigsten Neuerungen aus dem Rahmenkonzept im Überblick:

Neue Lernkultur: Entscheidend für ein Gelingen der Schulreform wird eine bessere Qualität des Unterrichts sein – mit dem Leistungsstarke genauso wie langsamere Lerner oder das „Mittelfeld" individuell gefördert werden. Zukünftig führen alle Schulen konsequent individualisierenden Unterricht ein, die Schülerinnen und Schüler lernen in Zukunft sehr viel selbstständiger als bisher. Die einzelnen Schulen gestalten ihre Profile und Angebote nach den Bedürfnissen ihrer Standorte – Selbstverantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten werden weiter ausgebaut.

Neue Formen der Leistungsrückmeldung: Zukünftig sollen die Schülerinnen und Schüler sehr viel genauer erfahren, wie ihr Leistungsstand ist. Deshalb sollen neue Formen der Leistungsrückmeldung verbindlich eingeführt werden. Dazu gehören zum Beispiel zwei Gespräche im Schuljahr zwischen Eltern, Lehrern und Schülern, um gemeinsam festzulegen, welche Ziele auf welchem Wege erreicht werden sollen. Die Bewertungen sollen sich stärker an der individuellen Entwicklung der Kinder sowie den Standards orientieren, die für die Vergabe von Abschlüssen entscheidend sind. Auch die Eltern werden stärker einbezogen.

Brücken bauen – Übergänge meistern: Zukünftig soll der Einstieg in die Schule aus der Kita flexibler werden: So soll es zwei Einschulungstermine im Jahr geben. Empfohlen wird ein jahrgangsübergreifendes Lernen in den Stufen 0 (Vorschule) bis 3. Beim Übergang auf weiterführende Schulen wird es ein umfassendes Diagnoseverfahren geben – mit dem anhand objektiver Kriterien bessere und fairere Prognosen über den Bildungserfolg erreicht werden sollen. In den Klassen 7 bis 10 soll es künftig keine Schulformwechsel mehr geben. Anstelle von Klassenwiederholungen treten an allen Schulen individuelle Fördermaßnahmen und „Lerncoachings".

Mit den drei Schulformen wird Hamburgs Schulsystem übersichtlicher und profilierter. Alle Schulformen bieten ein zukunftsweisendes Angebot.

Primarschule: Früher fördern, später trennen

Die Primarschule bietet ein längeres gemeinsames Lernen – und ist weit mehr als die Verlängerung der Grundschulzeit um zwei Jahre. Sie verbindet die erfolgreiche Grundschulpädagogik mit der Fachlichkeit der weiterführenden Schulen bereits ab der vierten Klasse. Damit profitieren mehr Kinder – unabhängig von ihrer sozialen und ethnischen Herkunft – von einem hochwertigen Bildungsangebot. Dies schafft bessere Chancen für den erfolgreichen Besuch weiterführender Schulen und ist außerdem ein Gebot der Gerechtigkeit. Nach dem Prinzip „Kurze Beine – kurze Wege" können die Eltern weiterhin ihre Kinder an einer wohnortnahen Schule ihres Anmeldeverbundes anmelden.

Stadtteilschule: Mehr und höhere Abschlüsse

Die Stadtteilschule bietet einen Weg zu allen Schulabschlüssen bis zum Abitur nach 13 Jahren. Diese Schulform ermöglicht gleichermaßen leistungsstärkeren und leistungsschwächern Schülerinnen und Schülern eine entsprechende Bildungslaufbahn – von frühzeitigen berufspraktischen Erfahrungen bis hin zu wissenschaftlichen Angeboten. Mit individuellen Förderkonzepten werden Klassenwiederholungen vermieden. Einer der Schwerpunkte der Stadtteilschule liegt im praxisnahen Lernen, z.B. an außerschulischen Lernorten in Betrieben oder Einrichtungen im Stadtteil. Ab der 8. Klasse findet eine intensive Begleitung der Schüler statt, um den Übergang in Beruf oder in die gymnasiale Oberstufe gezielt vorzubereiten. Wie schon bei Gesamtschulen ist die Oberstufe der Stadteilschule eine „gymnasiale Oberstufe" und endet mit dem Zentralabitur.

Gymnasium: Abitur nach sechs Jahren

Das Gymnasium bietet leistungsstarken Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, nach sechs Jahren das Abitur zu erreichen. Gymnasien bereichern zukünftig ihren allgemeinbildenden Anspruch durch besondere Profile. Verstärkt werden Klassen von Lehrerteams unterrichtet und begleitet. Verbindliche Angebote zur Berufs- und Studienorientierung sind Teil der Lerncurricula. Wie in der Stadtteilschule werden Klassenwiederholungen vermieden. Am Ende der Oberstufe schreiben die Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft ein Zentralabitur.

Alle Details können Sie in dem umfangreichen Konzeptpapier „Hamburger Bildungsoffensive: Konzept für die Primarschule, Stadtteilschule und das sechsstufige Gymnasium" nachlesen (www.hamburg.de/schulreform). Zudem stellt die Behörde für Schule und Berufsbildung die wichtigsten Punkte des umfangreichen Rahmenkonzeptes in einer Informationsbroschüre zusammen. Diese ist ab Mitte Februar erhältlich.

Werfen wir gemeinsam einen Blick nach vorn: Schon im Frühjahr wird die Schulbehörde die Novellierung des Schulgesetzes auf den Weg bringen. Im Mai liegen die Empfehlungen der Regionalen Schulentwicklungskonferenzen vor. Sie dienen als Entscheidungsgrundlage für die Standortplanung in den 22 Hamburger Bildungsregionen. Hierfür wird die Behörde noch vor der Sommerpause einen Vorschlag vorlegen.

Es stehen uns also weiter spannende und arbeitsreiche Wochen bevor. Lassen Sie sie uns gemeinsam gestalten.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre

Christa Goetsch

Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Hotline: Telefon 428 99 77 33, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen finden Sie im Internet: www.hamburg.de/schulreform.

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