Behörde für Schule und Berufsbildung

Zuwanderung So werden schulpflichtige Flüchtlinge auf den Besuch einer Hamburger Schule vorbereitet

Bildung und Sprache sind zentrale Schlüssel zur Integration. Damit Kinder von Flüchtlingen möglichst schnell in Deutschland Fuß fassen können, erhalten sie von der Behörde für Schule und Berufsbildung ein umfangreiches Bildungs- und Betreuungsangebot. Mit dem Besuch des für sie in Frage kommenden Angebotes kommen die Kinder und Jugendlichen auch ihrer Schulpflicht nach, die – unabhängig vom rechtlichen Status – für alle Kinder und Jugendlichen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Hamburg gilt (siehe § 37 Hamburgisches Schulgesetz).

So werden schulpflichtige Flüchtlinge auf den Besuch einer Hamburger Schule vorbereitet

Grundsätzliches Ziel ist es, schulpflichtige Flüchtlinge bereits wenige Tage nach ihrer Ankunft in einer  Erstaufnahmeeinrichtung (EA) auf den schulischen Alltag in Deutschland vorzubereiten. 

Kindern im Grundschulalter wird in kleinen Lerngruppen in der Erstaufnahme neben ersten Deutschkenntnissen Orientierungswissen für ein Leben in Deutschland vermittelt. Die dort tätigen Lehrkräfte schätzen den Kenntnisstand ihrer Schülerinnen und Schüler fortlaufend ein und geben beim Umzug der Familie aus der EA in eine Wohnunterkunft eine Empfehlung für den weiteren Schulbesuch . 

Schulpflichtige Flüchtlinge im Alter der Sekundarstufe I werden direkt in eine Basisklasse zugeschult, soweit sie noch nicht alphabetisiert sind. Anschließend ist der Besuch einer Internationalen Vorbereitungsklasse (IVK) vorgesehen, in die die alphabetisierten Kinder direkt aufgenommen werden. 

Im allgemeinbildenden Bereich gibt es Vorbereitungsklassen sowohl an Grundschulen und Stadtteilschulen wie auch an Gymnasien. Die Klassen sind in der Regel sprachheterogen und jahrgangsübergreifend zusammengesetzt. Nach ca. zwölf Monaten wechseln die Schülerinnen und Schüler dann in eine altersgemäße Regelklasse. In der Regelklasse erhält jede Schülerin und jeder Schüler aus den Internationalen Vorbereitungsklassen dann noch für ein weiteres Jahr eine zusätzliche gezielte Sprachförderung. Eine Ausnahme bilden die Angebote für ältere Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen einer zweijährigen Vorbereitungsklasse den Ersten Bildungsabschluss erwerben können .

Für Kinder und Jugendliche, die bereits 16 Jahre alt sind und deren Vorbildung im Herkunftsland erwarten lässt, dass sie den Mittleren Schulabschluss oder die Allgemeine Hochschulreife erwerben können, gibt es spezielle zweijährige Vorbereitungsklassen, die auf den mittleren Schulabschluss bzw. den Übergang in die Sekundarstufe II einer Stadtteilschule vorbereiten.

Seit Februar 2016 ist die Ausbildungsvorbereitung für Migrantinnen und Migranten das neue ganztägige, duale Bildungsangebot für neu zugewanderte Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. AvM Dual schließt eine integrierte Sprachförderung am betrieblichen Lernort ein. Jugendliche lernen nach einer mehrmonatigen Eingangsphase drei Tage in der berufsbildenden Schule und zwei Tage im betrieblichen Praktikum. Dabei stehen betriebliche Integrationsbegleiter den Jugendlichen und Betrieben zur Seite. AvM Dual ist ein zweijähriger Bildungsgang, in dem Jugendliche den ersten oder mittleren Bildungsabschluss erwerben können.