Transparentes pädagogisches Handeln B: Schulklima

Schulklima, Kinderschutz, Missbrauch

Schulklima

B: Schulklima

Ein offenes und transparentes pädagogisches Handeln, ein Klima der gegenseitigen Achtung, des Vertrauens und der Wertschätzung befördert den Kinderschutz in wirksamer Weise (Schulklima). 

  • Welche altersspezifischen Präventionskonzepte, Schülerpartizipationsmodelle bzw. peer-to-peer-Ansätze sind in der Schule verankert (z.B. Klassenräte, Streitschlichter, Ombudspersonen, Schulschiedsstellen)? 
  • Wie werden Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Altersstufen informiert, beteiligt bzw. unterstützt, wenn es um ihre Probleme oder die Probleme ihrer Freundinnen und Freunde geht?
  • Ist die Schulleitung jederzeit ansprechbar bzw. erreichbar, gibt es verbindliche Sprechzeiten?
  • Gibt es einen 'Kummerkasten', eventuell auch einen elektronischen Kummerkasten, in den Jede und Jeder seine Besorgnisse und Beschwerden einwerfen kann?
  • Sind Hilfestellungen wie „Nummer gegen Kummer“ (www.nummer-gegen-kummer.de) oder öffentliche Internetportale für Kinder und Jugendliche in der Schule bekannt bzw. wird darüber informiert?
  • Wie werden Eltern informiert, beteiligt bzw. unterstützt, wenn es um die Probleme ihrer Kinder geht?
  • Werden Elternkurse zum Thema Kinderschutz in der Schule angeboten?
  • Gilt es Überlegungen und Angebote zur Stärkung der Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Lehrkräften?
  • Sonstige, standortspezifische Ergänzungen


Hinweise:

Präventionskonzepte: Zu vielen sexuellen Grenzverletzungen gehören auch psychische und körperliche Grenzverletzungen. Das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang, die Wertschätzung eines friedlichen Miteinanders sowie der Schutz der eigenen Persönlichkeit sind unerlässliche Voraussetzungen, um sexuelle Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt wahrzunehmen und diesen im schulischen Kontext dauerhaft entgegenzuwirken. Wichtig im Zusammenhang der Prävention sexualisierter Gewalt sind grundsätzliche Partizipationsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sowie Modelle der Peer Education – sie bilden das Fundament für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten und verankerte Prävention, die alle schulischen Akteure mit einbezieht. Genauso leisten Programme zur Prävention von Gewalt und Mobbing bei der Prävention sexueller Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt einen wesentlichen Beitrag.Die Förderung und Stärkung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern sind weitere zentrale Bausteine in der Prävention. Das Ziel bei diesen Ansätzen ist es, Kinder in ihrem generellen Selbstvertrauen und in einem positiven, selbstbestimmten Körpererleben zu bestärken, so dass sie sexuelle Grenzverletzungen frühzeitig wahrnehmen können und möglichst handlungssicher sind. Das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung bietet eine Reihe von Projekten und Materialien zur Prävention an. Darüber hinaus können sich Schulen auch direkt an Träger der freien Jugendhilfe und Fachberatungsstellen wenden, die eine Vielzahl von Projekten in den Bereichen durchführen.


Präventionsarbeit mit Eltern, Kollegium und Schülerinnen und Schülern
: Die Themen sexualisierte Grenzverletzungen und sexualisierte Gewalt in der Schule betreffen Schülerinnen und Schüler, Eltern und das Kollegium der Schule. Jede Personengruppe wird zielgruppenadäquat für das Thema sensibilisiert und umfassend informiert, um mehr Handlungssicherheit zu erhalten. Schülerinnen und Schüler erfahren Aufklärung zum Thema sexualisierte Gewalt im Unterricht im Rahmen spezifischer Projekte, Eltern über Informationsschreiben und -veranstaltungen, aber auch durch Fortbildungs- und Beratungsangebote. Bei den Lehrkräften sind insbesondere Qualifizierungsmaßnahmen für die Präventionsarbeit und ihre Kompetenz zur Intervention ausschlaggebend. Bei allen Beteiligten sollten entsprechende Möglichkeiten gegeben sein, sich in die Entwicklung und Umsetzung eines schulischen Schutzkonzeptes einzubringen.

Weitere Beratungsangebote