Alsterdorf: Wissens- und Sehenswertes Grüne Wohngegend mit interessanter Filmgeschichte

Die Nähe zur Alster sowie das charmante Wechselspiel aus Neubauglasfronten, gepflegten Stadthäusern, stuckverzierten Gründerzeithäusern und Kleinstadt-Häuschen mit markanten Giebeln machen Alsterdorf zu einer attraktiven Wohnlage im Norden Hamburgs.

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Der Stadtteil Alsterdorf

BezirkHamburg-Nord
Einwohner15.031*
Einwohner pro km24.794*
Fläche3,1 km2*
Öffentlicher NahverkehrU-Bahn:
U1 (Haltestellen: Sengelmannstraße, Alsterdorf)

Wohnen in Alsternähe

Der Stadtteil Alsterdorf im Norden Hamburgs bietet eine attraktive Wohnlage in Alsternähe. Die 13.000 Alsterdorfer schätzen besonders die Zentrumsnähe und das viele Grün. Quer durch das Viertel windet sich die Alster, an deren Ufern man wunderbar spazieren gehen kann.

Alsterdorf ist 3,1 Quadratkilometer groß. Im Osten grenzt es an Ohlsdorf, im Süden an Winterhude und Eppendorf und im Westen an Groß Borstel. Die U1 gewährleistet eine gute Anbindung an die Innenstadt, von den Haltestellen Sengelmannstraße und Alsterdorf gelangt man in 18 bis 20 Minuten zum Hauptbahnhof. Geplant ist außerdem die Anbindung der Sengelmannstraße an die neue U-Bahn-Linie U5, die ab 2021 gebaut werden soll.

Das Straßenbild Alsterdorfs

In der Alsterdorfer Straße bilden Neubauglasfronten, gepflegte Stadthäuser, stuckverzierte Gründerzeithäuser und Kleinstadt-Häuschen mit markanten Giebeln ein harmonisches Miteinander. Einige historische Fachwerkhäuser schieben sich in die Straßenkulisse. In manchen Hinterhöfen haben alte Handwerksgebäude überlebt. Über Alsterdorf verstreut befinden sich die typischen Rotklinkersiedlungen im Bauhausstil, zum Beispiel an der Carl-Cohn Straße. Einige Reetdachhäuser an der Alsterkrugchaussee erinnern an das ursprüngliche Bauerndorf.
Als wichtige Verkehrsader durchzieht die Bebelallee den Stadtteil. Die teils vierspurige Straße wirkt trotz des starken Verkehrs wie ein nobler Boulevard. Viele schöne Einfamilienhäuser in Klinker oder Stadthausstil mit großzügigen Gärten säumen die Straße.

Erster Radschnellweg Hamburgs

Geplant war er schon lang, umgesetzt wird der erste Radschnellweg der Hansestadt nun im Sommer 2018: Auf 1,3 Kilometern führt der Ausbau der Veloroute 5 von der Sengelmannstraße in Alsterdorf bis in die Saarlandstraße an den Rand des Stadtparks. Der Fahrradweg ist als Zweirichtungsverkehr auf einer vier Meter breiten Fahrbahn konzipiert und soll auch bewirken, öfter auf das Fahrrad umzusteigen. Insgesamt plant die Stadt ein Veloroutennetz, das große Teile Hamburgs miteinander verbindet. 

Alsterdorfer Anstalten

Mit Alsterdorf verknüpfen manche noch die Alsterdorfer Anstalten, die heute Evangelische Stiftung Alsterdorf heißt. Die Alsterdorfer Anstalten wurden 1860 von Pastor Heinrich Matthias Sengelmann 1860 ins Leben gerufen. Er errichtete das Heim für Menschen mit Behinderung und für Kinder aus benachteiligten Familien. Bis zu 400 Insassen beschäftigten sich hier mit Gartenbau und Landwirtschaft und führten ein menschenwürdiges Leben, das außerhalb der Einrichtung damals oft nicht möglich war.

Die Alsterdorfer Anstalten genossen bis zum 1. Weltkrieg einen ausgezeichneten Ruf. Nach dem Naziterror-Regime mit zahlreichen Euthanasiemorden blieb das Anstaltsgelände bis zur Jahrtausendwende quasi ein schwarzer Fleck auf der Landkarte Alsterdorfs. Denn ein 2,5 Meter hoher Zaun sicherte die 'Anstalt' und jeder Besucher musste sich beim Pförtner anmelden. Mittlerweile leben nur noch 80 behinderte Menschen hier, die anderen zogen nach dem Modell der Inklusion in betreute Hamburger Wohngemeinschaften. Zäune und Mauern sind seit 2004 abgerissen, Restaurants und eine Aldi-Filiale öffneten auf dem ehemaligen Areal der Alsterdorfer Anstalten, neue Wohnsiedlungen entstanden, die das Viertel beleben. Alsterdorf ist dem Ziel, am alten Marktplatz wieder das Gemeindeleben sprudeln zu lassen, ein ganzes Stück nähergekommen.

Das renommierte Werner-Otto Institut blieb übrigens vor Ort, ebenso das Evangelische Krankenhaus. Das Lehrkrankenhaus der Universitätskrankenhaus Eppendorf behandelt vorrangig Patienten mit Behinderung. Weiterhin gibt es das Israelitische Krankenhaus am Orchideenstieg, das zweitälteste Krankenhaus Hamburgs ist neben der Regelversorgung auf Tumorerkrankungen spezialisiert.

Altes Krematorium

Wer Alsterdorf besucht, sollte sich das Alte Krematorium in der Alsterdorfer Straße ansehen. 1890/91 erbaut, handelt es sich um das älteste Krematorium in Deutschland. Der achteckige Backsteinbau sieht mit seiner 13 Meter hohen Kuppel gleichzeitig wie eine orientalische Moschee und ein Industriebauwerk aus. Schon 1933 wurde das alte durch das neue Krematorium auf dem Ohlsdorfer Friedhof ersetzt. Vor einigen Jahren zog die bilinguale Zukunftsschule Flachsland in das denkmalgeschützte Gebäude.

Gartenstadt 

Zwischen Hindenburgstraße, Sengelmann- und Alsterdorfer Straße entdeckt man die Gartenstadtsiedlung. In den Jahren 1935 und 1938 entstanden hier 300 Einfamilienhäuser in Rotklinker mit charakteristischen Spitzdächern und hübschen Gärten rundherum. Die Wege tragen romantische Namen wie Aurikelstieg, An der Blütenmauer und Birkenhain. Die Gartenstadthäuser wurden nicht von einer Genossenschaft gebaut, sondern gehörten von Anbeginn Privatbesitzern.

Spazierengehen in Alsterdorf

Zum Ausspannen geht man hier einfach an die Alster, die mitten durch den Stadtteil fließt. Manchmal besteht das Alsterufer nur aus einem baumbestandenen Weg, dann erweitert es sich zur großzügigen Grünanlage, an dessen gemauertem Flussufer man die vorbeigleitenden Kanuten und Ruderer beobachten kann. Familien grillen, andere relaxen oder führen den Hunde spazieren – das Alsterufer ist immer gut besucht. Der Alsterwanderweg ist ein Teil des Norddeutschen Jakobswegs, auch ein Fahrradalsterweg ist vorhanden.

Alsterthorpe 

1219 wurde „Alsterthorpe“ zum ersten Mal als Holzstapelplatz erwähnt. Seit dem 14. Jahrhundert gehörte Alsterdorf abwechselnd zum Kloster Harvestehude und zu Trittau in Schleswig-Holstein. 1803 gelangte es in den Besitz der Stadt Hamburg, die Alsterdorf im Tausch von Dänemark erwarb. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Alsterdorf ein reines Bauern- und Handwerkerdorf mit weniger als 150 Einwohnern. Die städtische Entwicklung Alsterdorfs ist mit der Entstehung der Alsterdorfer Anstalten verknüpft, der heutigen Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Seit den 1870er Jahren siedelten sich mehrere Bleichereien und Wäschereien an sowie die Vera-Filmwerke. Diese erste Hamburger Filmproduktionsstätte drehte hier seit 1919 Stummfilme unter anderem mit dem legendären Emil Jannings, dem ersten deutschen Oscar-Preisträger.

Alsterbegradigung um 1900

Um 1900 begann man, die Alster zwischen Krugkoppelbrücke und Fuhlsbütteler Schleuse zu begradigen. Es ging der Stadt vor allem darum, die begehrten Grundstücke in Alsternähe zu erschließen. Zwischen 1914 und 1918 ließ der damalige Oberbaudirektor Schumacher den gewundenen Fluss in ein Kanalbett zwängen. In der Folge entwickelten sich die Braband- und Inselstraße zu Villenvierteln und zählen bis heute zu den feinen Hamburger Ecken.

Karte

*Quelle: Hamburger Stadtteilprofile, Statistikamt Nord (Stand: Jan 2019)

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Grüne Wohngegend mit interessanter Filmgeschichte
Die Nähe zur Alster sowie das charmante Wechselspiel aus Neubauglasfronten, gepflegten Stadthäusern, stuckverzierten Gründerzeithäusern und Kleinstadt-Häuschen mit markanten Giebeln machen Alsterdorf zu einer attraktiven Wohnlage im Norden Hamburgs.
https://www.hamburg.de/image/5111922/1x1/150/150/cc6a21491cdb774a27be9832cc6faf94/KG/villen-am-alsterufer-bild-1.jpg
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