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Altenwerder: Wissens- und Sehenswertes

Altenwerder: Wissens- und Sehenswertes Das verlassene Dorf

Altenwerder wurde in den 1970er-Jahren wegen der Hafenerweiterung geräumt. Das einstige Dorf an der Autobahn A7 ist heute zwar nahezu unbewohnt, lebt aber weiter – mit einem Trucker Treff, einer Kirche und einem riesigen Containerterminal.

Wissens- und Sehenswertes in Altenwerder

BezirkHarburg
Einwohner3*
Einwohner pro km²0,4*
Fläche6,7 km²*

Grundstücke aufgekauft

Dass Altenwerder mal ein idyllisches Dorf war, ist auf den ersten Blick kaum zu erahnen. Bis zu 2.500 Bewohner lebten einst im Stadtteil, sie alle mussten weichen, damit der Hamburger Hafen wachsen konnte: 1961 wurden Altenwerder und das benachbarte Moorburg zum Hafenerweiterungsgebiet erklärt. Von nun an durften die Bewohner nicht mehr bauen oder Wesentliches auf ihren Grundstücken verändern.

Als 1968 in Altenwerder die modernste Haupt- und Realschule Europas für damals 32 Millionen Mark gebaut wurde, hofften die Bewohner, bleiben zu können. 1973 beschlossen der Hamburger Senat und die Bürgerschaft dennoch einstimmig die Räumung des Dorfes, um einen neuen Containerterminal zu eröffnen. Übrig blieb Bärbel Uliczka. Sie führt seit 1981 ihren Autohof Trucker Treff am Altenwerder Hauptdeich 22, wo außer Lastwagenfahrern und Hafenarbeitern gerne mal ehemalige Bewohner des Stadtteils vorbeischauen. Im mintgrün getünchten Gebäude neben einer Tankstelle serviert Bärbel Uliczka große Portionen Hausmannskost.

Kirche im Dorf geblieben

Die verbliebene St. Gertrud-Kirche nahe der A7 zeugt vom einstigen Dorfleben mit Kneipen und Krämerladen. Die Thomasgemeinde (als Rechtsnachfolgerin der Altenwerder Kirchengemeinde) und die Hamburg Port Authority bemühen sich heute gemeinsam darum, sie als Wahrzeichen an der Autobahn und im Hafen sichtbar zu halten und auch in Zukunft mit geistlichem Leben zu erfüllen.

Die Arbeit fruchtet: Die Kirche ist nicht nur ein Ort für Taufen, Konfirmationen und Trauerfeiern, sondern auch für Hochzeiten: Bis zu 30 Paare lassen sich jährlich in der Kirche trauen. Auf einer Wiese gleich neben dem Gebäude haben sie inzwischen zahlreiche Bäume der Hoffnung, überwiegend Apfel- und Birnenbäume, gepflanzt. Alle zwei Jahre werden die Brautpaare zu einem „Come together“ eingeladen, um sich gemeinsam an den besonderen Tag in ihrem Leben zu erinnern.

Noch immer kommen auch die Bewohner von einst zu den Gottesdiensten. Weihnachten ist die Kirche mit bis zu 500 Menschen besonders voll. Sie ist eben nicht nur Gotteshaus, sondern auch Dokumentationsstätte und Erinnerungsort für die weggezogenen Altenwerder.

Starker Einsatz

Im 1998 gegründeten Förderverein Altenwerder finden sich Menschen zusammen, die früher in Altenwerder gelebt haben und sich heute in besonderer Weise mit dem Stadtteil verbunden fühlen. Die Mitglieder sorgen mit Veranstaltungen dafür, die Kirche als Stätte lebendiger Begegnung zu erhalten. Eine engagierte Mitstreiterin ist etwa Anneliese Schauburg. Sie setzt sich als Vorsitzende stark für den Stadtteil ihrer Eltern und ihrer Kindheit ein. Viele Interessierte kommen etwa zu den Kirchenführungen, bei denen die Geschichte Altenwerders deutlich wird.

Auch sportlich gesehen lebt Altenwerder weiter: Der Freie Turn- und Sportverein Altenwerder von 1918 (kurz FTSV Altenwerder) hat mehr als 600 Mitglieder. Zwar ist er seit Ende der 1970er-Jahre in Neugraben beheimatet, aber dennoch wird Altenwerder hoch in Ehren gehalten.

Der Stadtteil ist heute vor allem Heimat vieler Container: Das 2002 eröffnete Container Terminal Altenwerder (CTA) der Hamburger Hafen Logistik AG (HHLA) ist in der Endausbaustufe auf den Umschlag von rund 3 Mio. TEU (Einheit für einen 20-Fuß-Container) jährlich ausgelegt. Derzeit beträgt die Kapazität 2,4 Mio. TEU. Menschen sind kaum am Umschlag der bunten Stahlkisten beteiligt, die Anlage ist weitgehend automatisiert. Nach dem Endausbau werden rund 700 Menschen auf dem CTA beschäftigt sein.

Früh besiedelt

Von der Zukunft zurück in die Vergangenheit: Altenwerder wurde in den frühen Urkunden als Oldenwerdere bezeichnet. Der Name kommt daher, dass diese Insel in der Süderelbe schon früher und länger als Finkenwerder oder Silrandiswerder besiedelt war, wobei Werder Flussinsel bedeutet.

Die Insel wurde 1248 durch die Allerkindleinsflut von der eingedeichten Elbinsel Gorieswerder getrennt. Die ältesten erhaltenen Schriftstücke, die das Dorf Altenwerder erwähnen, tragen kein Datum. Sie wurden aber von Historikern um 1250 datiert. Darüber hinaus deuten Lehnregister des Klosters Corvey darauf hin, dass Altenwerder bereits vor 844 genutzt oder besiedelt gewesen sein könnte.

Da mehrere Sturmfluten, darunter besonders die Cäcilienflut, Teile des Landes unbewohnbar gemacht hatten, wurde Altenwerder 1418 neu eingedeicht. Urkundlich belegt ist, dass Altenwerder schon um 1436 eine eigene Kirche besessen hat.

Vom Gemüseanbau zur Industriearbeit

Der fruchtbare Marschboden und der Fischreichtum der Elbe gaben den meisten Familien eine Existenzgrundlage. Als Nahversorger für die Stadt Hamburg lebten die Bewohner Altenwerders von Gemüseanbau, Milchwirtschaft, Fischerei und Handwerk. Seit dem 19. Jahrhundert betrieben die Menschen dort vermehrt Obstanbau. Als die Inseln im 20. Jahrhundert allmählich in Hafen- und Industriegebiete umgewandelt wurden, erhielten die Bewohner neue Erwerbsmöglichkeiten. Die urtümliche Landschaft und das abgeschlossene Inselleben ging im gleichen Zuge verloren.

Eine Volkszählung von 1925 ermittelte im Dorf 243 bewohnte Häuser. 1937 wurde Altenwerder ebenso wie einige andere Gemeinden im preußischen Landkreis Harburg durch das Groß-Hamburg-Gesetz Teil der Hansestadt. Die Verkehrsanbindung erfolgte bis in die 1970er-Jahre durch die HADAG-Schiffslinie Hamburg-Landungsbrücken - Neuhof - Moorburg - Harburg. Seit 2009 ragen in Altenwerder zwei Windkraftanlagen 198,5 Metern gen Himmel – sie zählen damit zu den höchsten Bauwerken der Hansestadt. Zum Vergleich: Die Elbphilharmonie ist „nur“ 110 Meter hoch.

Nun steht in Altenwerder-West eine weitere Hafenerweiterung an, die größte seit den 1990er-Jahren in Hamburg. Da Unternehmen viele Logistikflächen nahe dem Containerterminal nachfragen, sollen 45 Hektar ausgewiesen werden.

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*Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein / Melderegister (Stand: Jan 2019)

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